Der Sex Pakt (2018)

Regie: Kay Cannon
Original-Titel: Blockers
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Komödie
IMDB-Link: Blockers


Wenn sich Hollywood um das Thema Sex in Filmen bemüht, wird es zumeist recht schnell peinlich – oder aber wir befinden uns in der Erwachsenenunterhaltung. Ein differenziertes, nuanciertes Bild von Sexualität wird man jedenfalls nicht so schnell finden. „Der Sex Pakt“ von Kay Cannon könnte nun, was den Titel betrifft, beide Spektren abdecken: die plump-verklemmte Komödie genauso wie den Pornofilm. Spoiler: Es handelt sich um Ersteres. Wer davon enttäuscht ist, kann also jetzt mit dem Lesen aufhören. Allen Anderen, die sich nicht abschrecken lassen, sei hier nun eine kurze Inhaltsangabe mitgegeben: Drei junge beste Freundinnen beschließen einen Pakt: In der Prom Night (in den USA ist das in der Bedeutung quasi so etwas wie Weihnachten, Ostern, der Geburtstag und die Wiedergeburt Christi zusammen) verlieren sie alle ihre Unschuld. Blöd nur, dass das die Eltern spitzkriegen, und die hecheln schon bald panisch den Teenagern hinterher, um sie vom schlimmsten Fehler ihres Lebens (also Sex) abzuhalten. Die Eltern werden dargestellt von Leslie Mann als vermeintliche Beste Freundin-Mutter, die feststellen muss, dass ihre Connection mit dem Nachwuchs nicht so eng ist wie vermutet, John Cena als sportlichen Kumpel-Dad, der eine sensible Seite hat, und Ike Barinholtz als verpeilter geschiedener Vater, der die Verbindung zu seiner Tochter verloren hat. Gelegentlich blitzt bei den dreien komödiantisches Talent auf – vor allem John Cena spielt den überprotektiven Vater recht charmant. Die guten Ansätze, die sich hin und wieder zeigen, werden allerdings mit Fortdauer des Films niedergewalzt von Fäkalhumor und Kotz-Szenen. Ganz ehrlich: Das war schon in „American Pie“ unlustig zu einer Zeit, als es noch als lustig wahrgenommen wurde. Diese Art von Humor ist nicht besser geworden in den letzten Jahrzehnten. Und auch wenn sich der Film darum bemüht, nicht der üblichen Prüderie solcher Produktionen anheim zu fallen, so scheitert er dann doch an der latent mitschwingenden Bigotterie des Produktionslandes. Verklemmt bleibt verklemmt, und das schimmert halt immer wieder durch trotz aller gegenteiliger Bemühungen.


4,0
von 10 Kürbissen

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