Ivana the Terrible (2019)

Regie: Ivana Mladenovic
Original-Titel: Ivana cea Groaznica
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Komödie, Drama
IMDB-Link: Ivana cea Groaznica


Die in Bukarest lebende serbische Filmemacherin und Schauspielerin Ivana kommt in ihre Heimatstadt an Grenze zwischen Rumänien und Serbien an der Donau. Die Stadt ist gerade dabei, ein Festival zu Ehren der rumänisch-serbischen Freundschaft auszurichten und hätte Ivana gerne als Botschafterin des Festivals. Doch die hat andere Probleme: unerklärliche Kopfschmerzen, einen Wickel mit der Großmutter, einen dreizehn Jahre jüngeren Geliebten und die Angst davor, dass diese Liaison auffliegt, denn man ist hier noch recht konservativ unterwegs, und dass eine Frau einen jüngeren Lover haben kann, der noch dazu schmutzige Dinge mit ihr beim Sex tut, das ist quasi unvorstellbar. Und auch auf das Festival hat sie keine Lust, auch wenn ihr Ex Andrei, mit dem sie sich noch immer gut versteht, und dessen neue Freundin Anca als Musiker gebucht sind. So weit, so gewöhnlich. Nun zum Ungewöhnlichen, was sich hier auch als Problem herausstellt: Ivana ist Ivana Mladenovic, Andrei ist Andrei Dinescu. Anca ist Anca Pop. Die ganze Familie Mladenovic spielt sich selbst. Dieser ungewöhnliche Ansatz führt zwar zum Einen zu einem dokumentarischen Feeling, das von der Regisseurin durchaus so beabsichtigt ist. Der Film scheint nur in geringen Dosen mit Fiktion angereichert zu sein. Aber genau in dieser Dosierung liegt auch das Problem: Denn so wird „Ivana the Terrible“, was als selbstironische Reflexion über das Leben als Berühmtheit in der Heimatstadt gedacht sein mag, zu einer Nabelschau, in der gerade das Bemühen von Ivana Mladenovic, unsympathisch zu wirken, einen bitteren Beigeschmack hat. Denn klar ist, dass sie sich so für den Film inszeniert und so ihre eigenen Befindlichkeiten thematisiert. Die gerade eben verstorbene Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison meinte einst, dass sie Literatur von Schriftstellern, die nur über sich selbst und ihre Welt schreiben, fadisiert. Und so geht es mir auch mit Filmemachern, die von sich selbst erzählen. Denn immer liegt ein Filter darüber, der die Befindlichkeiten überhöht und damit – für mich – uninteressant machen. Am Film berührt hat mich eigentlich nur die Widmung am Ende: Anca Pop ist nämlich kurz nach Fertigstellung des Films tödlich verunglückt.


4,0
von 10 Kürbissen

Ein Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s