Tanz der Teufel (1981)

Regie: Sam Raimi
Original-Titel: The Evil Dead
Erscheinungsjahr: 1981
Genre: Horror, Komödie
IMDB-Link: The Evil Dead


Es braucht nicht viel für einen Kultfilm. Man sperre eine Gruppe von Jugendlichen in eine einsame Waldhütte, lasse durch Abspielen einer Tonaufnahme das Böse auferstehen in Form von Dämonen,  die von den Körpern der Jugendlichen Besitz ergreifen, und dann braucht es eigentlich nicht viel mehr als gute Drogen am Set für Maskenbildner, Kameramann und Regisseur Sam Raimi – und schon tanzen die Teufel in einem irren, trashigen Reigen, der irgendwo zwischen schaurigem Grusel, Splatter, Gore und einem LSD-Trip angesiedelt ist. Mehr Horror als Komödie, auch wenn der Film seine Gruselszenen ambitioniert in Szene setzt, bietet der Film auch heute noch, wenngleich schon deutlich angestaubt, beste Unterhaltung für einen Filmabend im Freundeskreis. Für Sam Raimi bedeutete „Der Tanz der Teufel“ der Durchbruch als Filmemacher, und für Hauptdarsteller Bruce Campbell als kognitiv minderbegabter Teenager Ash reichten weit aufgerissene Augen, um ihn als Kultdarsteller in seinem Genre zu etablieren. Man merkt in jeder Szene, wie viel Spaß die Beteiligten beim Dreh haben mussten. Die offiziellen Behörden waren von diesem Spaß jedoch weniger angetan. In Deutschland beispielsweise war der Film bis 2016 beschlagnahmt und stand als jugendgefährend auf dem Index. Wohl um zu verhindern, dass sich Legionen von Pfadfindern im Wald von Dämonen besessen lassen und sich gegenseitig metzeln – dem Bruttosozialprodukt täte ein solcher Einschnitt unter den zukünftig Erwerbstätigen gar nicht gut. Aber diese Zensur gehört zum Glück der Geschichte an, und so kann man sich heutzutage an dieser kleinen filmischen Perle erfreuen, für die man allerdings aufgrund des Blut-und-Beuschel-Festivals einen festen Magen benötigt.


7,5
von 10 Kürbissen

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4 Kommentare

  1. Der Film war, als er herauskam, der heisse Scheiss und ständig Schulhofthema. Jeder kannte irgendeinen, meist einen großen Bruder, der den Film gesehen hatte und der absolut geflashed war. Es war schon ein Art von Mutprobe sich in den Film zu trauen für die, die es geschafft hatten der absolute Ritterschlag zum coolen Typen. Ich habe den Film dann irgendwann mal aus VHS gesehen. Natürlich Raubkopie. Ich fühlte mich wie ein Schwerverbrecher. Aber der Film war schon ein Schritt auf die nächst höhere Stufe des Horror-Genres.

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