Judy (2019)

Regie: Rupert Goold
Original-Titel: Judy
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Biopic, Drama
IMDB-Link: Judy


Judy Garland war Everbody’s Darling. Zu Weltruhm bekommen in ihrer Rolle als Dorothy in Der Zauberer von Oz drehte sie in weiterer Folge etliche Filme für das Filmstudio MGM, zumeist an der Seite von Mickey Rooney. Sie war das Mädchen, das die Träume von Millionen amerikanischer Mädchen verkörperte. Dass solch eine frühe Vergötterung der geistigen Gesundheit eher abträglich ist, erscheint da nicht weiter verwunderlich. 30 Jahre später jedenfalls ist sie so gut wie mittellos, medikamentensüchtig und vierfach geschieden. Während sie ihre Tochter Liza Minelli so gut wie gar nicht sieht, hat sie zumindest noch das Sorgerecht für ihre zwei Kinder mit Sidney Luft. Doch gutes Geld kann sie nur in London bei einer Reihe von Bühnenshows verdienen, während die Kinder in den USA bleiben müssen. Der Kampf gegen die Abhängigkeit, um die Wiederbelebung des Ruhms und um den schnöden Mammon steht im Zentrum von Rupert Goolds Biopic. Die Geschichte folgt dabei ausgetretenen Pfaden und marschiert pflichtbewusst von einem logischen Plot Point zum nächsten. Der Blick in die Vergangenheit ist undifferenziert und allzu sehr um große Dramatik bemüht – zulasten von Authentizität und Glaubwürdigkeit. Es gibt dennoch einen guten Grund, sich den Film anzusehen. Dieser lautet Renée Zellweger, die wohl die beste Leistung ihrer Karriere abliefert. Sie verschwindet völlig in ihrer Rolle – ähnlich wie es Gary Oldman in Die dunkelste Stunde oder Daniel Day-Lewis in „Lincoln“ gelungen ist. Natürlich kann man nun darüber philosophieren, ob reale Persönlichkeiten, von denen so viel Bewegtbildmaterial vorliegt, nicht dankbare Aufgaben für Schauspieler/innen sind, oder ob es nicht die eindrucksvollere Leistung ist, einer fiktiven Figur so viel Leben einzuhauchen, wie es zum Beispiel Scarlett Johansson in Marriage Story gelungen ist, aber angesichts der Qualität von Zellwegers Spiel erübrigt sich diese Frage eigentlich. Sorry, Scarlett, aber auf deinen (verdienten) Oscar musst du wohl noch ein weiteres Jahr warten. Vielleicht gründest du in der Zwischenzeit ja einen Selbsthilfeclub mit Amy Adams und Glenn Close. Oder nimmst einmal eine Rolle an, in der du mit Bären kämpfen und rohes Fleisch essen musst.


5,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle imdb.com)

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