Snowpiercer (2013)

Regie: Bong Joon-ho
Original-Titel: Snowpiercer
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: Snowpiercer


Mit Parasite gelang dem Südkoreaner Bong Joon-ho bei der Oscarverleihung 2020 der ganz große Durchmarsch. Der erste fremdsprachige Film, der je den Oscar als bester Film gewinnen konnte. Oscars für Bong Joon-ho selbst für die beste Regie, das beste Drehbuch und als Draufgabe noch für den besten internationalen Film. Auch seine früheren Filme wurden von Kritik und Publikum gefeiert, so auch „Snowpiercer“ aus dem Jahr 2013. Darin versammelte er einen beachtlichen Cast von Hollywoodgrößen (u.a. Chris Evans, William Hurt, Octavia Spencer, Ed Harris, Jamie Bell, Tilda Swinton), ergänzte diesen durch seinen Lieblingsdarsteller Song Kang-ho und jagte die Truppe durch eine knallharte, actionlastige Dystopie, die die für Bong Joon-ho so typische Verschränkung von Genrekino und Gesellschaftskritik aufweist. Die Ausgangslage ist simpel, birgt aber jede Menge Zündstoff: Die Welt liegt unter einer Eisschicht begraben, die letzten überlebenden Menschen sausen in einem riesigen Zug um die Erdscheibe. Der Zug ist nach Klassen aufgeteilt: Ganz hinten sind die Armen, die zusammengepfercht unter widrigsten Umständen hausen und grausige Proteinriegel zu essen bekommen, während in den vorderen Abteilen Milch und Honig fließen. Klar, dass sich da irgendwann eine Wut im Bauch anstaut, die durch eine von Curtis Everett (Chris Evans) angeführte Rebellion entladen wird. Je weiter die von ihm angeführten Rebellen in die vorderen Abteile vordringen, desto absurder wird das Geschehen. Der Twist am Ende ist böse und jener Faktor, der den Film über den Status eines gelungenen Actionkrachers hinaushebt. Man kann gar nicht anders, als nach dem Abspann des Films in herzhafte Diskussionen über Moral und Ordnung in unserem Gesellschaftssystem einzusteigen. In dieser Hinsicht ähnelt der Film sehr der kürzlich auf Netflix veröffentlichten Dystopie „Der Schacht“, der seine Gesellschaftskritik noch deutlicher zum Ausdruck bringt, während „Snowpiercer“ insgesamt subtiler vorgeht, dabei aber auch noch die besseren Schauwerte bietet. Sehenswert sind beide Filme gleichermaßen – mit leichten Vorteilen für „Snowpiercer“.


7,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle: imdb.com)

2 Kommentare

    1. Der Film ist einfach wahnsinnig originell und dabei auch sauspannend. Ich muss mir jetzt eh Bong Joon-hos Filmographie noch näher zu Gemüte führen – da gibt es noch einiges nachzuholen.

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