Okja (2017)

Regie: Bong Joon-ho
Original-Titel: Okja
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama, Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Okja


Viel Positives kann man dem aktuellen Corona-Wahnsinn ja nicht abgewinnen. Auf persönlicher Ebene ist einer der wenigen positiven Aspekte, dass ich nun endlich mal dazu komme, Filme auf Netflix nachzusehen, die ich bislang verpasst habe. Und auf dieser Liste stand „Okja“ weit oben. Zu Recht, wie sich zeigen sollte, denn Bong Joon-ho (ja, der schon wieder!) legte 2017 einen Herz erwärmenden Fantasy-Film mit Botschaft vor, der bei mir noch lange nachklingen wird. In „Okja“ verspricht eine Konzernchefin (Tilda Swinton) das Ende des weltweiten Hungers durch die Züchtung eines Superschweins. 10 Jahre später soll das schönste und größte Tier von jenen, die bei lokalen Farmern weltweit in die Aufzucht gebracht wurden, in einer feierlichen Zeremonie geehrt werden. Nun stellt sich dabei aber ein unerwartetes Problem ein: Siegerschwein Okja aus Südkorea nämlich und Mija (Ahn seo-hyeon), die Enkelin des Farmers, haben eine richtig gute Beziehung zueinander. Dass das Schwein hochintelligent und empathisch ist, zeigt sich schon in den ersten Einstellungen. Doch entführt der Konzern rund um den schmierigen TV-Tierarzt Dr. Wilcox (Jake Gyllenhaal, der sichtlich Spaß hatte und das mit schamlosem Overacting zeigt) das treue Tier, woraufhin Mija aufbricht, um Okja zurückzubringen und dabei zwischen die Fronten von Konzernschergen und militanten Tierschützern (mit Paul Dano als Anführer) gerät. Bei all den Abenteuern vergisst Bong Joon-ho aber nicht auf das Herzstück des Films, nämlich das Herz, die Bindung zwischen Mensch und Tier. Das mag plakativ sein, ist aber wirkungsvoll in Szene gesetzt. Gegen Ende hin drückt Bong Joon-ho noch mal so richtig auf die Tube, um seine Botschaft anzubringen – und die ist nicht leicht zu ertragen, vor allem für Freunde eines genussvollen Steaks. Dass der Film trotz allem nicht plump wirkt, ist der inszenatorischen Kraft von Bong Joon-ho zu verdanken, der die Zügel stets im Griff behält. „Okja“ ist damit ein Film mit Wirkung und unbedingt sehenswert.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle: imdb.com)

2 Kommentare

  1. … Ich komm wohl nicht drumrum : nach über zwei Monaten Kinosperre leide ich unter schweren Entzugserscheinungen – das von mir bis jetzt streng gemiedene NETFLIX ist nicht die Lösung, aber vielleicht doch Balsam – OKJA, ROMA, IO (Filmgenuss hat mein Interesse geweckt) und die Serie THE EDDY, die monatelang an meiner Hausecke gedreht wurde, helfen mir hoffentlich über diese schwere Zeit hinweg.

    Sehr erfreulich aber auch die Wiedereröffnung des Autokinos bei Wien – da hatte ich 1986 ein unvergessliches Erlebnis mit Schluaf bei PSYCHO III (Regie : Anthony Perkins himself !), als es während des Films zum Schütten anfing und wir uns danach um Mitternacht in den unendlichen Weiten der Lobau total verkoffert und es nur denkbar knapp in die Zivilisation zurückgeschafft haben.

    Gefällt 1 Person

    1. Obwohl ich schon seit ein paar Jahren Netflix habe, streame ich erst seit dem Lockdown regelmäßig. Das Kino ersetzt es keineswegs. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn diesbezüglich wieder Normalität einkehrt. Das Autokino ist zwar eine nette Sache, und ich möchte unbedingt auch mal hin, nur zeigen sie zunächst ausschließlich Filme, die ich schon kenne (und darunter auch kaum welche, die ich uneingeschränkt gut finde und deshalb unbedingt erneut sehen möchte), das hilft also auch nur bedingt. Aber danke für deine Vorwarnung – bei meinem Orientierungssinn komme ich vermutlich irgendwo in der Nähe von Brno raus.

      Gefällt 1 Person

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