Mulan (1998)

Regie: Tony Bancroft und Barry Cook
Original-Titel: Mulan
Erscheinungsjahr: 1998
Genre: Animation
IMDB-Link: Mulan


Der neueste Schmäh von Disney ist es ja, alte Zeichentrick-Klassiker im Realverfilmungs-Gewand zu recyclen. Das kann man durchaus kritisch betrachten, denn in punkto Kreativität ist das kein Ruhmesblatt. Man kann aber auch das Positive daran hervorheben und sich der zumeist gelungenen Tricktechnik erfreuen, wie sie zuletzt Der König der Löwen zelebriert hat. Für die Neuverfilmung von „Mulan“ geht man hingegen einen neuen Weg, wie es der Trailer vermuten lässt, und erzählt die Geschichte nicht mit dem gleichen Niedlichkeitsfaktor 1:1 nach, sondern wechselt gleich das ganze Genre – zum asiatischen Martial Arts-Film. Und das könnte ganz gut passen. Ein Urteil darüber dann später, wenn der Film bei uns in den Kinos angelaufen ist. Einstweilen ist aber noch genug Zeit, die Vorlage aus dem Jahr 1998 zu sichten. Denn die passt sehr gut in die heutige Zeit, war Mulan doch eine sehr emanzipierte Disney-Heldin. Anstelle des gebrechlichen Vaters zieht sie in den Krieg gegen die Hunnen – verkleidet als Mann und wissend, dass das ihren Tod bedeutet, wenn sie auffliegt. Nicht allzu gut beraten vom Familiendrachen Mushu, der eine Möglichkeit sieht, wieder aufgenommen zu werden in die Hall of Fame der Dynastie, wenn er Mulan beschützt, mischt sie sich unter die Soldaten und macht sich dort gleich einmal so richtig unbeliebt. Denn männliche Verhaltensweisen sind oft erratisch, infantil und schwer zu imitieren. Dass sie am Ende dann doch zur großen Heldin wird, ist angesichts der Produktionsfirma und der Bekanntheit des Films nun kein großer Spoiler. Der Weg dahin ist aber amüsant und mit Tempo erzählt. Und seltener hat man finstere Bösewichte in einem Disney-Zeichentrickfilm gesehen als die Hunnen. Da muss sich sogar Schneewittchens Schwiegermutter hinten anstellen. Braucht es nun eine Realverfilmung dieses Klassikers? Wahrscheinlich nicht, denn das Original ist auch heute noch sehenswert – auch wenn sich die Gags eher an ein jüngeres Zielpublikum richten, da bin ich persönlich schon ein bisschen herausgewachsen. Aber spannend wird es dennoch zu sehen sein, wie man die Brücke vom kindlichen Animations-Abenteuer zum spektakulären Martial Arts-Film schlagen möchte.


6,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 1998 – Walt Disney Studios., Quelle: imdb.com)

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