Brügge sehen… und sterben? (2008)

Regie: Martin McDonagh
Original-Titel: In Bruges
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Drama
IMDB-Link: In Bruges


Colin Farrell kann großartig sein, wenn man ihm die richtigen Rollen gibt. Wenn man das nicht tut, kommt so etwas wie „Alexander“ heraus, aber Schwamm drüber, das ist auch schon wieder 16 Jahre her. Bei Brendan Gleeson muss man sich hingegen im Vorfeld kaum Gedanken machen, ob das passen könnte. Es passt einfach immer. Und da Colin Farrell in Martin McDonaghs Slow-Motion-Thriller „In Bruges“ ebenfalls passt, und zudem auch noch Ralph Fiennes, Clémence Poésy und Peter Dinklage-Lookalike Jordan Prentice den Cast veredeln und ihre Sache gut machen, kann man sich getrost zurücklehnen und es genießen, zwei leicht depressiven Auftragskillern auf einer Sightseeing-Tour durch Brügge zuzusehen, während sie auf den Anruf ihres Bosses warten. Tempo und Handlung sind in diesem Film sehr gedrosselt. Man muss sich auf diese sperrige Erzählweise auch einlassen können. Aber dann liest man recht schnell zwischen den Zeilen die großen existentialistischen Fragen heraus: Wer bin ich? Was ist mein Leben wert? Was ist ein Leben im Generellen wert? Wie begleiche ich vergangene Schuld? Ist das überhaupt möglich? Und wie lebe ich mit meiner Schuld weiter? Colin Farrells von Gewissensbissen geplagter und etwas einfältiger Auftragskiller Ray ist hierbei das emotionale Zentrum des Geschehens, Brendon Gleesons Ken so etwas wie sein Anker, der ihn im Leben hält. Als Thriller mag der Film für viele nur mäßig funktionieren, dazu ist sein Tempo zu stark gedrosselt, aber wenn man sich auf die dramatischen Aspekte und den gelegentlichen schwarzen Humor konzentriert, gehört „In Bruges“ zu den besten Filmen, die Colin Farrell jemals gedreht hat.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

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