Die unendliche Geschichte (1984)

Regie: Wolfgang Petersen
Original-Titel: Die unendliche Geschichte
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Fantasy
IMDB-Link: Die unendliche Geschichte


„Aber das Buch war viel besser!“ – „Aber die Spezialeffekte wirken heute nur noch lächerlich!“ – „Aber die Handlung ergibt irgendwie keinen Sinn!“ – „Aber es wird ja nur die Hälfte der Geschichte erzählt!“ Alles richtig. Wenn man die Verfilmung des grandiosen Bestsellers von Michael Ende unter der Regie von Wolfgang Petersen kritisch auseinandernehmen möchte, findet man viele Ansatzpunkte, die alle ihre Berechtigung haben. Hier schreibt aber der 8jährige Filmkürbis, dessen größter Wunsch es war, selbst einmal mit Fuchur fliegen zu dürfen, der panische Angst vor dem Gmorg hatte, der sich selbst Namen für die Kindliche Kaiserin ausgedacht hat, kurz: Hier schreibt jemand, der sich von der Magie der Geschichte und Phantásiens einfangen ließ und dabei nicht auf nur schwer bewegliche Puppen oder mäßig ausgeführte Spezialeffekte schaute. Hier schreibt jemand, der sich selbst in Koreanders Buchladen schleichen und das geheimnisvolle Buch mit dem Aurýn-Symbol mitgehen lassen wollte. Seltsamerweise habe ich das Buch erst viele Jahre später gelesen, da war ich schon in meinen Dreißigern, und welchen Eindruck der Film damals auf mich machte, lässt sich am einfachsten daraus ablesen, dass auch die Kenntnis des Buches (und ja, es ist noch so viel besser und vielschichtiger als der Film) meinen weiteren Sichtungen des Films nichts anhaben konnte. Auch heute noch, nach wer weiß wie vielen Wiederholungen, werde ich zum Achtjährigen mit leuchtenden Augen, sobald sich Bastian Balthasar Bux (Barret Oliver) auf den Schuldachboden verkriecht und Atréju (Noah Hathaway) auf seinem treuen Pferd Artax losreitet, um Phantásien vor dem Nichts zu retten. Und wenn ich selbst mal Kinder habe im passenden Alter, dann werde ich ihnen nicht nur das Buch in die Hand drücken, sondern auch gemeinsam mit ihnen den Film ansehen, und sie werden ihn verdammt noch mal mögen, denn sonst werfe ich sie dem Gmorg zum Fraß vor!


8,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 1984 Warner Bros. Ent., Quelle http://www.imdb.com)

2 Kommentare

  1. Sehr gut, genau! Der Gmorg wird sie holen ;-) Mein Sohn mochte ihn (zum Glück) sehr, und ich war bei Neusichtung ebenfalls wieder hin und weg. Spätestens wenn der Steinbeisser Sätze sagt wie „Das sind doch große Hände?“ oder die kindliche Kaiserin um ihren Namen fleht bekomme ich Gänsehaut. Und auch wenn Michael Ende die Verfilmung selbst nicht mochte (es war ja auch nur der erste Teil seines Meisterwerks, der zweite ist fast unmöglich zu verfilmen) – dieser Film ist vorallem inhaltlich zeitlos und voller Seele. #FILMGENUSS gibt 9/10 Punkten.

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