Alles eine Frage der Zeit (2013)

Regie: Richard Curtis
Original-Titel: About Time
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Fantasy, Komödie, Drama, Rom-Com
IMDB-Link: About Time


Zeitreisegeschichten. Immer ein gutes Thema. Und von Hollywood schon auf solch vielfältige Weise verarbeitet – als Sci-Fi-Epen, als finsteren Dystopien, als Horrorgeschichten, als absurde Komödien – aber es brauchte jemanden mit Eiern wie Richard Curtis, um eine Zeitreise in einen romantischen Liebesfilm zu packen und daraus eine alltägliche Geschichte über die Liebe, das Familienleben, das Älterwerden und die kleinen Entscheidungen im Leben zu machen. Die Prämisse ist wunderbar einfach und wird auch herrlich unprätentiös ohne großes Brimborium vorgestellt: In Tims Familie können alle Männer in die Vergangenheit reisen. Sie müssen sich dafür nur an einen dunklen Ort begeben, die Hände zu Fäusten ballen und an den Moment denken, zu dem sie zurückkehren möchten. Tim, eher der Typ „einsamer Nerd“, nutzt diese Fähigkeit, um nach der Liebe zu suchen. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten findet er sie in der Gestalt von Mary. Es braucht etliche Versuche, um ihr Herz zu gewinnen, aber wenn man theoretisch unendlich viele Möglichkeiten dafür hat, gelingt das auch schüchternen und unsicheren Kerlen wie eben Tim. Der Weg zu seinem Glück ist schon mal entzückend anzusehen – und Domhnall Gleeson und Rachel McAdams haben eine gute Chemie miteinander. Aber damit gibt sich Richard Curtis nicht zufrieden, was den Film in weiterer Folge weit über durchschnittliche Rom-Com-Kost hinaushebt. Denn der Film endet nicht damit, wie die beiden zueinanderfinden. Vielmehr ist das nur eine Zwischenstation auf Tims Weg. In seinem klugen, tiefgründigen Skript, das vielleicht die eine oder andere Länge hat, aber dann doch auch wieder in sich stimmig ist, arbeitet sich Curtis weiter ab an den vielen kleinen Lebensentscheidungen, um der Frage nachzugehen, was am Ende wirklich zählt und was unser Leben kostbar und lebenswert macht. Das Ende ist eines der schönsten, bittersten und wahrhaftigsten Filmenden, die ich seit langem gesehen habe, und – bei allem Respekt vor den vielen weiteren großartigen Momenten, die Richard Curtis in seiner Filmographie geschaffen hat – in meinen Augen sein persönlicher Höhepunkt. Um noch einmal die Zeit ins Spiel zu bringen: Ein Film für die Ewigkeit.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Murray Close – © 2013 – Universal Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

2 Kommentare

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