Hundstage (2001)

Regie: Ulrich Seidl
Original-Titel: Hundstage
Erscheinungsjahr: 2001
Genre: Drama, Episodenfilm
IMDB-Link: Hundstage


Dem Erfolgsfilm von Ulrich Seidl kann man getrost die letzte gesprochene Dialogzeile des Films voranstellen: „Lauter grausliche Menschen.“ Denn genau darum geht’s: Grausliche Menschen, die einander grausliche Dinge antun. Konkreter: Es geht hauptsächlich um grausliche Männer. Um feige, machtbesessene, perverse, wütende, eifersüchtige und vor allem ängstliche und traurige Männer, bei denen die Angst und die Trauer in Unsicherheit und Gewalt umschlagen. Die Frauen sind auch keine Herzerl, aber zumeist Opfer dieser männlichen Gewalt – wie beispielsweise die von Maria Hofstätter großartig gespielte Anhalterin, die geistig etwas zurückgeblieben ist, aber niemandem etwas Böses will. Oder die Lehrerin (Christine Jirku), die sich in perverser Obsession einem richtigen Dreckskerl hingibt und von ihm über Grenzen gestoßen wird. All das geschieht unter der brütenden Augusthitze, die für den Titel sorgt. Selbst die nichtigsten zwischenmenschlichen Höflichkeiten zerrinnen unter dieser heißen Sonne wie Eiskugeln. Übrig bleibt die blanke Gemeinheit als einzige zwischenmenschliche Verbindung. „Hundstage“ ist kein angenehmer Film, er ist drastisch und brutal und schonungslos ehrlich. Man mag meinen, dass viele Aspekte des zwischenmenschlichen Nebeneinanders (Miteinander kann man das kaum nennen) überspitzt dargestellt sind, aber wenn man ehrlich ist, muss man zugeben, dass Ulrich Seidl vielleicht ein wenig tiefer gegraben hat und somit unter die Oberfläche des alltäglich Sichtbaren gekommen ist, er aber den Kern der verletzten, aggressiven und somit bösen Seele, die in vielen von uns schlummert, erschreckend akkurat ans Tageslicht befördert hat. Vielleicht kein Film für die besinnliche Weihnachtszeit, aber einer, den man schon mal gesehen haben sollte.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Wolfgang Thaler – © Allegro Film, Quelle http://www.imdb.com)

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