Rückblick 2021 – Meine Top30-Filme des Jahres

Erst einmal das Wichtigste: Ich hoffe, ihr seid alle gesund und unfallfrei im neuen Jahr angekommen. Jahr 3 der Pandemie – yeah! Dass sich die so ziehen würde wie ein Strudelteig, hätte Anfang 2020 wohl niemand geahnt. Auch pandemiebedingt war 2021 mein Filmjahr sehr stark geprägt von Streaming und weniger von Kinobesuchen. Inklusive Viennale reichte es gerade mal für 43 Kinotickets. 237 weitere Filme wurden im Patschenkino konsumiert, also entweder via Streaming oder DVD. Schändlicherweise ist dieses Jahr meine Quote an Filmen, die von Frauen gedreht wurde, extrem abgerutscht – gerade mal 17% der neu gesichteten Filme wurden von Frauen gedreht, wenn man die wiederholten Sichtungen einbezieht, liegt die Quote gerade mal bei 11% und ist damit wieder auf dem Boden der Realität angekommen. Memo an mich selbst (auch Neujahrsvorsatz genannt): Das geht 2022 besser!

Aber gut, sehen wir uns nun die Reihung meiner Top30-Filme des Jahres an. Dafür in Frage kommen ausschließlich neue Filme (aus 2020 oder 2021), die ich 2021 im Kino gesehen habe, oder Filme, die 2021 ihre Premiere auf Streaming-Anbietern hatte. 51 Filme bleiben nach dieser Kriterien in der Wertung, und das sind meine Top30 daraus. (Aufgrund dieser doch eher geringen Anzahl an Filmen schaffen es dieses Jahr auch Filme mit einer Wertung von 6,5 Kürbissen in die Top30. Auch in dieser Hinsicht darf 2022 durchaus wieder besser werden.)

Platz 1: Promising Young Woman (von Emerald Fennell) – 8,5 Kürbisse
Hui, was für ein fieser, großartig inszenierter Film! Carey Mulligan spielt grandios, aber es ist vor allem das kompromisslose und konsequente Drehbuch, das den Film zum Ereignis werden lässt. Völlig verdient heimste Emerald Fennell dafür den Oscar für das beste Original-Drehbuch ein.

Platz 2: Dune (von Denis Villeneuve) – 8,5 Kürbisse
Das Buch konnte mich nicht mitreißen, der Film hingegen schon. Visuell wohl die großartigste Erfahrung, die man 2021 im Kino machen konnte, auch das Sounddesign und der Soundtrack sind hervorragend – das ist Kino für die große Leinwand, und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

Platz 3: The Suicide Squad (von James Gunn) – 8,5 Kürbisse
Der Spaßmacher des Jahres. Einfach mal tun, worauf man Lust hat, egal, wie abgedreht es zu sein scheint – das war wohl James Gunns Motto für das Reboot des Suicide Squads, und zumindest bei mir hat diese Prämisse ausgezeichnet funktioniert. Es liegt wohl an meinem infantilen Humor, aber keinen anderen Film des Jahres fand ich so witzig wie diesen.

Platz 4: Ali & Ava (von Clio Barnard) – 8,5 Kürbisse
Ein überraschendes Highlight der diesjährigen Viennale. Eine Liebesgeschichte, die komplett unprätentiös kulturelle und altersbedingte Barrieren überspringt und zudem mit einem grandiosen Soundtrack aufwartet. Ein kleiner Film, der viel mehr Beachtung finden sollte.

Platz 5: Lamb (von Valdimar Jóhannsson) – 8,0 Kürbisse
Einer der (im positiven Sinne) seltsamsten Filme des Jahres. Die Isländer sind ja schon per se ein merkwürdiges Völkchen, und wenn sie dann noch verquere Mythologie in ein Familienhorrordrama packen, dann wird es so richtig seltsam. Aber auf eine gute Weise.

Platz 6: Red Rocket (von Sean Baker) – 8,0 Kürbisse
Hach, Sean Baker. Der hat mit „The Florida Project“ einen meiner Lieblingsfilme der letzten Jahre vorgelegt, und auch wenn „Red Rocket“ knapp hinter der Klasse seines vorigen Films zurückbleibt, so ist der einerseits ein großer und frecher Spaß und andererseits auch eine sehr genaue Betrachtung der mittellosen Gesellschaftsschicht im Süden der USA.

Platz 7: Spider-Man: No Way Home (von Jon Watts) – 8,0 Kürbisse
Der Abschluss der Spider-Man Homecoming-Trilogie ist bestes Fan-Pleasing. Spider-Man-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, doch auch der Rest der Welt bekommt gut gemachte und kurzweilige Unterhaltung serviert. Und Tom Holland ist ohnehin ein extrem sympathischer Spider-Man.

Platz 8: Cruella (von Graig Gillespie) – 8,0 Kürbisse
Zugegeben, von diesem Film habe ich mir nicht allzu viel erwartet. Doch Craig Gillespie hat einen flott inszenierten und von Emma Stone perfekt getragenen Film vorgelegt, der mehr an das freche Biopic „I, Tonya“ erinnert als an Disney-Filme.

Platz 9: The French Dispatch (von Wes Anderson) – 8,0 Kürbisse
Wie schon in meiner Kritik geschrieben: Das ist wohl der Wes Anderson-Film für Wes Anderson-Hardcore-Nerds, also für Leute wie mich. Allen anderen mag er in seiner Stilistik vielleicht zu extrem sein, auch zünden nicht alle Episoden gleichermaßen, aber für mich als Fan dieses ganz speziellen Zugangs zum Medium Film ist der ein wahres Fest.

Platz 10: The Power of the Dog (von Jane Campion) – 7,5 Kürbisse
Aktuell der Frontrunner in Sachen Oscars, und ja, von dem Film werden wir in den nächsten Wochen berechtigterweise noch viel hören und lesen. Jane Campion ist ein ganz fieser Western gelungen, der Erwartungshaltungen konsequent aufbaut und genauso konsequent unterläuft. Mir hat’s gefallen.

Platz 11: Titane (von Julia Ducournau) – 7,5 Kürbisse

Platz 12: Free Guy (von Shawn Levy) – 7,5 Kürbisse

Platz 13: A Chiara (von Jonas Carpignano) – 7,5 Kürbisse

Platz 14: Encanto (von Jared Bush und Byron Howard) – 7,5 Kürbisse

Platz 15: Alien on Stage (von Lucy Harvey und Danielle Kummer) – 7,5 Kürbisse

Platz 16: The Witches of the Orient (von Julien Faraut) – 7,5 Kürbisse

Platz 17: Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (von Lee Isaac Chung) – 7,5 Kürbisse

Platz 18: Wife of a Spy (von Kiyoshi Kurosawa) – 7,5 Kürbisse

Platz 19: Luca (von Enrico Casarosa) – 7,0 Kürbisse

Platz 20: Malcolm & Marie (von Sam Levinson) – 7,0 Kürbisse

Platz 21: Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (von Destin Daniel Cretton) – 7,0 Kürbisse

Platz 22: The Last Duel (von Ridley Scott) – 7,0 Kürbisse

Platz 23: Das Ereignis (von Audrey Diwan) – 7,0 Kürbisse

Platz 24: Lapsis (von Noah Hutton) – 7,0 Kürbisse

Platz 25: A Quiet Place 2 (von John Krasinski) – 7,0 Kürbisse

Platz 26: Black Widow (von Cate Shortland) – 7,0 Kürbisse

Platz 27: Don’t Look Up (von Adam McKay) – 6,5 Kürbisse

Platz 28: tick, tick … BOOM! (von Lin-Manuel Miranda) – 6,5 Kürbisse

Platz 29: James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (von Cary Joji Fukunaga) – 6,5 Kürbisse

Platz 30: Hinterland (von Stefan Ruzowitzky) – 6,5 Kürbisse

Und was waren eure Filme des Jahres?

4 Kommentare

  1. Sehr schöne Liste!

    Von deinen Top 5 habe ich auch 2 Filme im Kino gesehen – und beide stehen auch in meinen Top 3 ;) – Dazu kenne ich noch The Suicide Squad, den habe ich „nur“ auf Sky gesehen, weshalb er nicht im Kino-Ranking ist ;)

    The Power of the Dog will ich dringend noch nachholen!

    Gefällt 1 Person

    1. Habe mir deine Top10 auch angesehen – auch sehr schön mit einigen Filmen, die ich leider verpasst habe wie Helden der Wahrscheinlichkeit, Last Night in Soho oder Beyond the Infinite Two Minutes. Die hatte ich alle am Schirm, wobei aus unterschiedlichen Gründen (Lockdowns, Zeitgründe, kranheitsbedingter Ausfall) nicht gesehen. Bin schon gespannt auf diese Filme, die ich sicherlich mal nachholen werde. Unter deinen Couchfilmen des Jahres sind viele, die ich ebenfalls sehr mag – da scheinen wir einen sehr ähnlichen Geschmack zu haben.

      Gefällt 1 Person

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