Pleasure (2021)

Regie: Ninja Thyberg
Original-Titel: Pleasure
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Drama, Erotik
IMDB-Link: Pleasure


Es soll ja, habe ich mir sagen lassen, so Filme geben, in denen Darstellerinnen und Darsteller tatsächlich, also nicht simuliert, miteinander Liebe machen. Und am Ende wird dann immer geheiratet. Pornos sollen diese Filme heißen, und anscheinend gibt es richtig viele davon, und vor allem die Darstellerinnen sind manchmal so richtig bekannt und in ihrem Metier absolute Stars. Das alles weiß ich natürlich nur vom Hörensagen. So ein kreuzbraver Kürbis hat damit keine … ähm … Berührungspunkte. Jedenfalls erzählt „Pleasure“ von der schwedischen Regisseurin Ninja Thyberg (Namenswitze in 3, 2, 1 …) die Geschichte eines jungen schwedischen Mädels, das auszieht (im konkreten Fall nach Kalifornien, wo die Filmindustrie zuhause ist), um den großen Reibach zu machen. Die Unschuld vom Lande lässt es gleich so richtig krachen, doch der Weg zur Spitze ist hart, die Luft oben wird dünner, und man muss vielleicht auch mal die eine oder andere unliebsame Entscheidung treffen, um sich durchzusetzen. Berühmt werden wollen schließlich alle, doch nur wenige werden es. Wie das dann mit Anstand und Gewissen zu vereinbaren ist, ja, das ist eben die gute Frage. Subtrahiert man aus „Pleasure“ die Brüste, die vulgäre Sprache und den einen oder anderen sichtlich erregten Schwanz, ist der Film im Grunde eine recht klassische Künstler-Biografie. Ersetze das Porno-Starlet durch eine junge Musikerin oder Schauspielerin, und der Film funktioniert genauso gut. Und genau das ist in diesem Fall die Stärke des Films. Weder suhlt er sich im Reiz des Verruchten, noch steht er moralisierend über seinem Thema, sondern es ist einfach die Geschichte einer jungen Frau, die berühmt werden will, und die auf ihrem Weg gute wie schlechte Momente erlebt und deren Entscheidungen sie als Mensch weiter prägen. Das wird herrlich unaufgeregt erzählt. Und so ist „Pleasure“ keine Nabelschau, sondern ein ziemlich ehrlicher Film (soweit man das von außen überhaupt beurteilen vermag) über eine Protagonistin in einer recht unehrlichen Branche. Hey, it’s show business!


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

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