Stowaway – Blinder Passagier (2021)

Regie: Joe Penna
Original-Titel: Stowaway
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Science Fiction, Drama
IMDB-Link: Stowaway


Langsame, philosophische Science Fiction – darin geht der Filmkürbis auf. Seien es alte Meisterwerke wie „2001 – Odyssee im Weltraum“ oder neuere Beiträge wie Ad Astra, wenn jemand das Science Fiction-Genre klug nutzt, um die Essenz des Menschseins herauszuarbeiten, gehe ich voll mit. Insofern hatte „Stowaway“, die neueste Regiearbeit von Joe Penna, der zuletzt Mads Mikkelsen in Arctic durch das Eis latschen ließ (unwirtlich sind sowohl das Weltall als auch das ewige Eis, von daher kann man eine gewisse Präferenz des Regisseurs für Extremsituationen herauslesen), schon mal gute Karten. Dazu kommt eine wirklich gute Besetzung, angeführt von Toni Collette, die sich spätestens seit dem Oscar für Jessica Chastain diesen März in der Pole Position für längst überfällige Oscar-Auszeichnungen zu befinden scheint, und Anna Kendrick in einer für sie ungewohnten Rolle: sie muss nämlich nicht singen. Dazu kommen Daniel Dae Kim und Shamier Anderson, die ebenfalls ihre Sache gut machen. Was weniger gut ist: Das ermüdende Erzähltempo des Films. Sagte ich nicht gerade, dass ich mit solch langsamen Filmen etwas anfangen kann? Ich präzisiere: Langsam, nicht langweilig. Doch genau das Problem hat „Stowaway“: Er ist langweilig. Dabei wäre die Ausgangssituation so vielversprechend: Eine dreiköpfige Crew auf dem Weg zum Mars stellt fest, dass ein unfreiwilliger blinder Passagier an Board ist. Noch dazu geht die Anlage für die Sauerstoffaufbereitung in die Binsen, also hat man das Problem: Die Luft reicht für drei, nicht aber für vier, und zurück kann man auch nicht mehr. Assoziationen zu George Floyd und seinem tragischen „I can’t breathe!“ werden unweigerlich wach, da wird klug auf mehreren Ebenen gespielt. Aber alle Anspielungen nutzen nichts, wenn man im Film in Anbetracht der kompletten Spannungsfreiheit selig wegbüselt. Ich sag ja nicht, dass da Michael Bay-artig alle fünf Minuten die halbe Raumstation explodieren muss, aber zumindest hätte man die intrinsische Spannung des moralischen Dilemmas, in dem sich die Crew befindet, besser nutzen können. Doch auch das geschieht nicht. Und so ist es mir am Ende fast egal, wie der Film ausgeht. Leider.


4,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

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