Tod auf dem Nil (2022)

Regie: Kenneth Branagh
Original-Titel: Death on the Nile
Erscheinungsjahr: 2022
Genre: Krimi
IMDB-Link: Death on the Nile


Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erleben. So lautet in etwa der bekannte Spruch. Hercule Poirot (Kenneth Branagh) sollte das wissen, denn man kann nicht behaupten, dass seine letzte Reise im Orient-Express langweilig gewesen sei. Aber das hindert ihn nicht daran, einen Luxusdampfer auf dem Nil zu boarden und gen Schicksal zu schippern. Immerhin ist er dabei in guter Gesellschaft, die vielleicht nicht so illuster ist wie jene seiner letzten Zugreise, aber Gal Gadot, Armie Hammer, Emma Mackey, Annette Bening, Sophie Okonedo, Letitia Wright, Russell Brand und erneut Tom Bateman sind dabei – schöne Menschen zumindest. Das Problem dabei: Schöne Menschen sind nicht immer gute Menschen, und wenn sich dann ein Eifersuchtsdrama entfaltet, das ein wenig ausartet, hat ein Meisterdetektiv wie Poirot bald viel zu tun. Wie es so schön heißt: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Das alles wäre vor exotischer (und sichtlich CGI-gepimpter) Kulisse ja recht nett anzusehen, wenn der Film – anders als sein Vorgänger – nicht zwei fundamentale Probleme aufs Deck geladen hätte. Problem Nummer 1: Die Krimigeschichte und Poirots Versuche, diese aufzuklären, sind diesmal wirklich fad erzählt. Problem Nummer 2: Die Besetzung. Diejenigen, die gefordert wären (Gal Gadot, Emma Mackey, Armie Hammer), sehen zwar hübsch aus, können aber schauspielerisch nicht überzeugen. Und jene, die es könnten (Annette Bening, Sophie Okonedo), sind schlicht zu irrelevant und haben nichts zu tun. Was schließlich Russell Brand in dem Film tut, weiß kein Mensch. Vermutlich ist er nur zufällig über den Dreh gestolpert, und da man noch jemanden brauchte und er gerade nichts zu tun hatte, durfte/musste er in die Rolle des stoischen Arztes schlüpfen. So bleibt also alles an Kenneth Branagh hängen. Der macht seine Sache wieder richtig gut, er gibt seinem brillanten Superhirn emotionale Tiefe mit, das passt. Aber eine Kenneth Branagh-Soloshow macht halt noch keinen guten Film aus. Vielleicht klappt es ja bei der nächsten Poirot-Verfilmung wieder besser. Diese hier kann man jedenfalls auslassen.


4,5 Kürbisse

(Bildzitat:  Photo courtesy of 20th Century S/Photo courtesy of 20th Century – © 2022 20th Century Studios., Quelle http://www.imdb.com)

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