No Country for Old Men (2007)

Regie: Ethan und Joel Coen
Original-Titel: No Country for Old Men
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Drama, Krimi, Thriller
IMDB-Link: No Country for Old Men


2007 waren die Coen-Brüder längst überfällig für einen Regie-Oscar, und der Filmgott hatte ein Einsehen mit ihnen. In einem epischen Kopf-an-Kopf-Rennen stachen sie Paul Thomas Anderson aus, der mit „There Will Be Blood“ ebenfalls einen modernen Klassiker hingelegt hatte. Doch nichts ging in diesem Filmjahr über die fatalistische Abrechnung der Coens mit dem Schicksal und hollywood’schen Dei ex machina. In „No Country for Old Men“ stößt ein Jäger (Josh Brolin) im Texas der 80er Jahre (Josh Brolin) zufällig auf einen schief gelaufenen Drogendeal. Dealer und Käufer liegen nach einer Schießerei tot im Sand, das Geld muss nur eingesammelt werden. In einem Versuch, sein schlechtes Gewissen zu beruhigen, macht sich Llewelyn Moss in der Nacht noch einmal auf zum Schauplatz des Geschehens, um einem angeschossenen Mexikaner, dem einzigen Überlebenden, eine Flasche Wasser zu bringen. Doch genau damit setzt er eine Katz-und-Maus-Jagd in Gang, die nicht gut enden kann. Schon bald ist ihm der eiskalte Killer Anton Chigurh (Javier Bardem als einer der eindrucksvollsten Filmbösewichter aller Zeiten mit legendärer Prinz Eisenherz-Frisur) auf den Fersen. Der alte und altersmüde Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) hat zwar schon bald eine Ahnung, was hier abgeht, ist aber immer mindestens einen Schritt zu langsam. Was nach einem gewöhnlichen Thriller-Plot klingt, wird durch die inszenatorische Meisterschaft der Coen-Brüder auf ein völlig neues Niveau gehoben. Das Besondere an diesem Film ist die Verweigerung klassischer Erzählmuster. Chigurh kommt wie das Schicksal selbst über die Hauptfiguren. Dazu passt es, dass er gelegentlich die Münze entscheiden lässt über Leben und Tod, und die Fairness des Zufalls als einzige Gerechtigkeit betrachtet. So ist „No Country for Old Men“ nicht nur ein spannungsgeladener, atmosphärisch dichter Thriller, sondern auch ein filmischer Resonanzkörper für die Unberechenbarkeit des Lebens selbst.


9,5 Kürbisse

(Bildzitat:© 2007 Paramount Vantage – Miramax, Quelle http://www.imdb.com)

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