Abenteuerfilm

Jurassic World: Ein neues Zeitalter (2022)

Regie: Colin Trevorrow
Original-Titel: Jurassic World Dominion
Erscheinungsjahr: 2022
Genre: Abenteuerfilm, Science Fiction, Action, Horror, Thriller
IMDB-Link: Jurassic World Dominion


Das Problem der Jurassic World-Trilogie wurde bereits im großen Finale des ersten Films der neuen Trilogie unverhohlen angesprochen: „We need more teeth!“ Mehr Zähne also. Mehr Furcht einflößende Saurier, die größer, fieser, intelligenter, tödlicher und hungriger sind. Darauf baut die ganze Jurassic World-Trilogie auf. Was man gerne vergisst: Im ikonischen ersten Jurassic Park-Film waren die Dinosaurier insgesamt nur 14 Minuten lang zu sehen, und sie waren keine Killerbestien, sondern einfach große Viecher, die nach ihren Instinkten gehandelt haben (mit Ausnahme der Raptoren, die waren von Anfang an als Intelligenzbestien angelegt). Die Spannung baut sich vielmehr auf dem auf, was man nicht sieht, als auf dem, was man sieht. Diese Tugend wurde im Verlauf der weiteren Filme über Board geworfen, und die Story wurde immer mehr aufgeblasen, immer epischer, und damit immer konfuser. Waren die ersten beiden Filme der neuen Trilogie schon storytechnisch ein Griff in einen großen Haufen Dino-Dung, fährt der dritte Teil den Karren nun endgültig an die Wand. Die Ausgangsbasis wäre großartig gewesen. Umso ärgerlicher ist es, dass Colin Trevorrow dermaßen wenig daraus gemacht hat. Wir erinnern uns: Am Ende von Jurassic World: Das gefallene Königreich geht eine Auktion fürchterlich schief, und die Dinos marschieren los, um es sich neben den Menschen gemütlich zu machen. Vier Jahre später sind Dinosaurier in der freien Wildbahn zuhause und Teil unseres Planeten. Aus dieser Idee hätte man so viel rausholen können! Es hätte gereicht, die reaktivierte alte Garde rund um Sam Neill, Laura Dern und Jeff Goldblum dabei zuzusehen, wie sie versuchen, Dinos einzufangen, sodass diese in einem geschützten Habitat ausgesetzt werden können (und nein, damit meine ich nicht die Tropen in den Dolomiten). Die nicht unspannende Nebengeschichte rund um einen Agrarkonzern, der den Hals nicht vollbekommt und damit die ganze Nahrungskette auf Erden gefährdet (Monsanto, schaut ihr eh gut hin?), hätte man da gut reinmischen können. Stattdessen gibt es aber eben „more teeth“ und den Verdacht, dass Colin Trevorrow heimlich ein Mash-Up aus einem James Bond-Film und dem neuesten Indiana Jones-Film drehen wollte, nur eben mit Dinosauriern. Dieses verhunzte Irgendwas ist im besten Fall dümmlich, im schlimmsten Fall ärgerlich, v.a. wenn man an das vergebene Story-Potential denkt. So bleibt unterm Strich das Fazit: Trotz hoher Erwartungen und offenem Fan-Pleasing durch den Einbau des ursprünglichen Jurassic Park-Casts in tragenden Hauptrollen ist der dritte Teil der neuen Trilogie der schlechteste Film der ganzen Reihe. Einen halben Kürbis extra gibt es immerhin noch für Jeff Goldblum being Jeff Goldblum. Klappe zu. Saurier tot.


4,0 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von Universal Pictures and Amblin En – © 2021 Universal Studios and Storyteller Distribution LCC., Quelle http://www.imdb.com)

Jumanji (1995)

Regie: Joe Johnston
Original-Titel: Jumanji
Erscheinungsjahr: 1995
Genre: Abenteuerfilm
IMDB-Link: Jumanji


Jetzt mal alle Hoch die Hände, die in den 1980ern geboren sind. Und ihr könnt die Patschhanderl gleich oben lassen, wenn ich gleich im Anschluss frage, wer in seiner Kindheit / Jugendzeit „Jumanji“ von Joe Johnston mit dem unvergessenen Robin Williams, einer blutjungen Kirsten Dunst sowie Bonnie Hunt und Bradley Pierce in den Hauptrollen gesehen hat. „Jumanji“ gehört einfach zum Aufwachsen in den 90ern dazu wie auch Jurassic Park (obwohl viele den ob seiner blutrünstigen Szenen nicht auf der großen Leinwand, sondern verschreckt unter den Polster gekauert zuhause im Patschenkino gesehen haben) oder Titanic. Apropos „Jurassic Park“: Eben jener Joe Johnston, der mit dem ersten Jumanji-Film ein vergnügliches Abenteuer für Groß und Klein auf die Leinwand gezaubert hat, ist verantwortlich für den dritten Jurassic Park-Film, der, selbst bei großer Liebe für Dinosaurier, in keinem Moment die Magie und Spannung der ersten beiden Filme erreichen konnte. Dass Johnston aber ein solider Regisseur ist, beweist er mit „Jumanji“ ausreichend. Das berühmte Brettspiel mit den übernatürlichen Kräften, das durch in Mark und Bein gehendes Trommeln auf sich aufmerksam macht und seine Spielzüge gefährliche Realität werden lässt, ist eine pfiffige Idee, die das Special Effects-Team vor einige Aufgaben gestellt hat. Manche sind grandios gelöst, andere halt durch die damaligen technischen Möglichkeiten limitiert. So sind einige Animationen heute nicht mehr wirklich State of the Art, aber das Schöne an dem Film ist, dass es bei einem so gut aufgelegten Robin Williams und der humorvollen, temporeichen und fast schon überdrehten Action eigentlich egal ist, ob die computeranimierten Affen nun klar als solche erkennbar sind oder das Krokodil aus Gummi ist. In diesem Sinne ist „Jumanji“ als Film deutlich besser gealtert als seine Technik, und es bereitet auch heute noch großes Vergnügen, in dieses witzige Abenteuer einzutauchen.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von Columbia/Tristar – © 1995 TriStar Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Red Notice (2021)

Regie: Rawson Marshall Thurber
Original-Titel: Red Notice
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Action, Abenteuerfilm, Komödie, Krimi
IMDB-Link: Red Notice


Jessas, der Ryan Reynolds schon wieder! Über den und seine Filme habe ich in den letzten Monaten nicht zu selten geschrieben. Reynolds dürfte jedenfalls seine Seele an Netflix verkauft haben, denn es ist fast schon unmöglich, sich durch die Startseite des Streaming-Anbieters zu zappen, ohne sein Gesicht zu sehen. In „Red Notice“ von Rawson Marshall Thurber spielt Ryan Reynolds diesmal Ryan Reynolds, der als Ryan Reynolds Karriere als Superkunstdieb macht. Dwight „The Rock“ Johnson ist ihm als FBI-Profiler auf den Fersen, was immerhin einen netten Gag hergibt, da The Rock hier mal jemanden spielen muss, der befähigt zu sein scheint, auch sein Hirn und nicht nur Muskelkraft einsetzen zu können (was ihm aber ehrlicherweise nicht wirklich gelingt). Und da Gal Gadot als Gal Gadot dem Super-Dieb und dem Super-Profiler ein Schnippchen schlagen möchte, müssen sich die beiden ungleichen Herren zusammentun, um eben jene Super-Schurkin aufs Kreuz zu legen, was auch wieder nur mäßig gelingt, denn Gadot hat eine israelische Militärausbildung genossen, und wenn sie einen Roundhouse-Kick austeilt, geht der direkt in Reynolds Gesicht (und The Rocks Eier). Was soll man da sagen? Auf der positiven Seite: Alle haben sichtlich ihren Spaß mit dem Film, der ein bisschen wirkt, als hätte man Indiana Jones und James Bond verschmelzen wollen, Gal Gadot sieht sexy aus, Ryan Reynolds wirkt wieder hochgradig sympathisch und The Rock macht alle Defizite mit Selbstironie wett. Auf der negativen Seite: Gal Gadot hat ihre Talente (siehe Roundhouse-Kicks), aber schauspielern gehört leider nicht dazu, Ryan Reynolds spielt mal wieder sich selbst und The Rock wirkt im Anzug immer irgendwie, als hätte sich die zu eng geschnittene Hose in der Arschbacke verheddert und würde ihn irrsinnig zwicken. Aber was soll’s – das Teil bietet ein paar flotte Sprüche, kernige Action-Szenen und schöne Prügeleien, wie sie Bud Spencer und Terence Hill nicht besser hinbekommen hätten. Hirn aus, Film ab.


5,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2021 – Netflix, Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 (2011)

Regie: David Yates
Original-Titel: Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2


Es war ein langer Weg bis hierher, ob in den Büchern oder den Filmen. Diese magische Welt wieder zu verlassen, fällt schwer. Aber alles hat irgendwann ein Ende, und so schließt „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ eine der größten Fantasy-Sagas in der Geschichte ab. Der Film ist für sich betrachtet hauptsächlich eine epische Schlacht von Gut gegen Böse, die sich auf engem Raum in und rund um Hogwarts abspielt. Gleichzeitig aber werden hier große Geheimnisse gelüftet und Plotwendungen offenbart, die in ihrer Vorbereitung und dann überraschenden Auflösung selbst Geschichte geschrieben haben. Ich sage nur: Severus Snape, um die offensichtlichste zu nennen. Es ist absolut in Ordnung, Joanne K. Rowling schriftstellerische Genialität zuzuschreiben. Mit so einem Stoff in den Händen ist es dann auch keine große Kunst mehr, einen epischen Film dazu hinzustellen, mag man meinen. Und doch hätte so viel schiefgehen können. Die Schlacht um Hogwarts hätte ein großes Durcheinander werden können, Harrys Suche nach den letzten Horkruxen hätte wie ein Fremdkörper darin wirken können, das Ende hätte in seiner Tragik auch unfreiwillig komisch ausfallen können – das alles passiert aber nicht. Routiniert führt David Yates den Zuseher durch das große Finale, das mit seiner Spannung, Dramatik, Epik, aber auch dem gelegentlich durchblitzenden Humor für höchsten Unterhaltungswert sorgt. Allein für sich selbst ist der zweite Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ vielleicht doch etwas monothematisch gestrickt, weswegen ich den ersten Teil noch besser finde. Aber als Abschluss dieser grandiosen Film- und Buchreihe ist der Film stimmig, und ich möchte daran eigentlich nichts ändern.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von Warner Bros. Picture – © 2011 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. HARRY POTTER PUBLISHING RIGHTS (C) J.K.R. , Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1 (2010)

Regie: David Yates
Original-Titel: Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 1
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 1


Viel ist damals im Vorfeld diskutiert worden, ob die Entscheidung, den letzten Band der Harry Potter-Reihe, „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, auf zwei Filme aufzuteilen, nicht einfach nur der Geldmacherei wegen geschehen wäre. Doch im Nachhinein betrachtet war das nicht nur finanziell eine goldrichtige Entscheidung. Denn mit der Aufteilung des letzten Buchbandes in zwei Filme wird das Ende so richtig zelebriert und den Harry Potter-Fans weltweit ein würdiger Abschluss beschert. Es passiert viel in „Die Heiligtümer des Todes“ – das alles in einen Film zu packen, wäre wohl wieder zu Lasten der Qualität gegangen, wenn zu viel beschnitten und zu viel gehetzt erzählt werden muss. Die letzte Staffel von „Game of Thrones“ kann ein Lied davon singen. In Überschallgeschwindigkeit fliegende Raben waren da noch das geringste Problem. David Yates und die Produzenten machen den Fehler, ein episches Finale rasch abarbeiten zu wollen, jedoch nicht. Dadurch wird gerade der erste Teil des zweiteiligen Finales zu einer düsteren, sehr erwachsenen Angelegenheit, in der die Heldinnen und Helden kräftig an sich selbst zweifeln. In dieser Hinsicht erinnert „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1“ ein wenig an den zweiten Teil der Herr der Ringe-Trilogie, den ich genau aus diesem Grund am meisten von den drei Filmen mag: Es läuft eben nicht alles glatt, und man muss auch Rückschläge zu verkraften lernen. Es ist doch Teil jeder Heldenreise, seinen Helden zwischenzeitlich auch mal mit sich selbst kämpfen zu sehen, und nur, wer siegreich aus diesem Kampf hervorgeht, kann sich dann auch dem eigentlichen Gegner am Ende stellen. Das ist wahrlich nichts Neues, aber klug von Joanne K. Rowling erzählt, und mindestens ebenso klug ist die Entscheidung, diesem Kampf gegen die inneren Dämonen in einem eigenen Film den Raum zu geben, welchen dieser benötigt.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von Warner Bros. – © 2010 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. HARRY POTTER PUBLISHING RIGHTS (C) J.K.R., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Halbblutprinz (2009)

Regie: David Yates
Original-Titel: Harry Potter and the Half-Blood Prince
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Half-Blood Prince


Es spitzt sich zu. Während Lord Voldemort allerlei sinistere Pläne schmiedet, startet Dumbledore seine Gegenoffensive. Und die beinhaltet einmal mehr Harry Potter, der sich diesmal an Voldemorts ehemaligen Lehrer Horace Slughorn (Jim Broadbent) heranmachen soll. Denn dieser kennt ein Geheimnis, in dem vielleicht der Schlüssel zu Voldemorts Fall liegen könnte. Beim sechsten Teil von Film- und Buchreihe geht es mir genau gegenteilig zu Teil 4, „Harry Potter und der Feuerkelch“. Letzterer ist wohl mein Lieblingsband der ganzen Buchreihe, aber die Verfilmung funktioniert für mich nur so mäßig. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ bleibt für mich als Buch doch hinter den anderen Bänden zurück, doch ist der Film dank einer sehr konzentrierten Regie von David Yates und der Fokussierung auf die richtigen Momente gut gelungen. Nach einer noch eher unspektakulären ersten Hälfte dreht der Film gegen Ende hin so richtig auf. Die Atmosphäre ist dicht, und der letzte Teil des Films weist deutliche Horrorelemente auf. Mit diesem Zeitpunkt ist die Harry Potter-Filmreihe erwachsen geworden. Auch Michael Gambon liefert als Dumbledore seine persönliche Bestleistung innerhalb der Reihe ab. Bei diesem Film stimmt einfach vieles, was in Band/Film 4 (noch) nicht funktioniert hat. Übertroffen wird der „Halbblutprinz“ meiner Meinung nach nur von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ und dem ersten Teil der „Heiligtümer des Todes“, zu dem ich morgen kommen werde. Als Vorbereitung auf das große Finale ist dieser Film perfekt.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2009 Warner Bros. Ent./JKR., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007)

Regie: David Yates
Original-Titel: Harry Potter and the Order of the Phoenix
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Order of the Phoenix


Man kann es fast schon als Tradition bezeichnen, dass der Regie-Staffelstab für die Verfilmungen der Harry Potter-Romane von einem Regisseur zum nächsten weitergegeben wurde – bis zu David Yates, der das Stöckerl mit Film 5 begeistert aufnahm und für den Rest der Reihe nicht mehr aus der Hand gab – inklusive der neuen Fantastic Beasts-Filme. Man kann also gut und gerne sagen: David Yates ist der Harry Potter-Regisseur. Sein erster Regiebeitrag, nämlich „Harry Potter und der Orden des Phönix“, ist gleich mal eine grundsolide Arbeit, an der es wenig auszusetzen gibt. Auch hier haben wir wieder das alte Problem, dass die Buchvorlage viel zu umfangreich ist, als dass sie in einem Film adäquat in allen Details erzählt werden könnte, doch im Gegensatz zum gehetzten vierten Teil, „Harry Potter und der Feuerkelch“, wirkt der fünfte Teil konzentrierter und organischer. Dass hier eine der legendärsten Schurkinnen der Literatur- und Filmgeschichte eingeführt wird, die von Imelda Staunton herausragend gespielte Dolores Umbridge, schadet dem Film natürlich auch nicht. Es braucht schon eine Darstellerin von ihrem Format, um die regelversessene, sadistische Opportunistin nicht zu einer Karikatur verkommen zu lassen. Und auch die komplexe Geschichte selbst wird zügig, aber eben ohne solch brachialen Sprüngen wie im Vorgängerfilm, erzählt. Natürlich, es fehlt so vieles aus den Büchern, das von Fans auf der ganzen Welt schmerzlich vermisst wird, das ist eben das Kreuz, das wie sein Vorgänger Mike Newell auch David Yates zu tragen hat, aber er macht gefühlt noch das Beste daraus. Es ist keine große Überraschung, dass er den Regiesessel nach diesem Film nicht räumen musste, sondern die Geschichte bis zum Ende erzählen durfte.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2007 Warner Bros. Entertainment Inc. – Harry Potter Publishing RightsJ.K.R., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Feuerkelch (2005)

Regie: Mike Newell
Original-Titel: Harry Potter and the Goblet of Fire
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Goblet of Fire


„Harry Potter und der Feuerkelch“, der vierte Teil der Reihe, kann als Musterbeispiel dafür gelten, warum die Medien Buch und Film so unterschiedlich funktionieren und es immer wieder zu Schwierigkeiten kommt, das eine in das andere zu übersetzen. Das, was John Huston angeblich zu Ray Bradbury, dem Drehbuchautor von „Moby Dick“ auf dessen Frage, wie er das Drehbuch zu verfilmen gedenke, geantwortet haben soll, nämlich, dass er die Seiten aus dem Buch reißen und die Kamera stopfen wolle, funktioniert halt nicht immer und überall. Vor allem, wenn die Buchvorlage ein etwa tausendseitiger Wälzer ist mit unglaublich vielen Handlungssträngen, die allesamt für die Geschichte relevant sind. Wenn man so etwas in einen Film packen möchte, gibt es keine andere Möglichkeit, als sich so ökonomisch wie möglich auf die Essenz der Geschichte zu konzentrieren und diese mehr oder weniger flott abzuarbeiten. Da bleibt natürlich vieles auf der Strecke. Zum Beispiel gerade die dichte Atmosphäre und der sich im Buch langsam aufbauende Spannungsbogen bis zum großen, epischen Finale, das einen Wendepunkt in der Harry Potter-Saga bedeutet. Die Bedrohung, die sich bislang in den Schatten verborgen hielt, tritt nun hervor und zeigt ihr Gesicht. Ein großartiger Moment in Film und Buch. Doch der Weg dahin ist eben sehr unterschiedlich zu bewerten. Wo das Buch eine packende Spannung aufbaut, hetzt der Film von Action zu Action. Das ist jetzt nicht schlecht, keinesfalls, der Film hat seine Momente, aber eben nicht die Größe der Buchvorlage, und er erreicht auch nicht ganz die Qualität der weiteren Harry Potter-Verfilmungen. Ein hibbeliger Dumbledore (komplett missverstanden von Michael Gambon, der erst ab dem sechsten Film ein Verständnis für den Charakter seiner Figur zeigt) tut sein Übriges, dass ausgerechnet das wohl beste Buch der Reihe von der schlechtesten Verfilmung begleitet wird.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2005 Warner Bros. Entertainment Inc. – Harry Potter Publishing RightsJ.K.R., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004)

Regie: Alfonso Cuarón
Original-Titel: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Erscheinungsjahr: 2004
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban


Warum ist „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, der dritte Teil von Filmreihe, so gelungen? Ganz einfach, weil sich hier die Genialität von Joanne K. Rowling, der Autorin der Harry Potter-Buchreihe, erstmals so richtig entfaltet. Boten die ersten beiden Teile schon spannende und komplexe Geschichten, die über sich selbst hinaus auf ein noch größeres Ganzes verwiesen, zeigt sich im dritten Teil nun so richtig, mit wieviel Sorgfalt diese hochkomplexe Story gewebt wurde. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, und das auf mehreren Ebenen – auf der Ebene der grundliegenden Geschichte rund um den Tod von Harrys Eltern durch Lord Voldemort, aber auch auf der Ebene der Geschichte rund um den Gefangenen von Askaban selbst – mit viel Verve verkörpert von Gary Oldman. Dieser kommt erst sehr spät zu seinem (denkwürdigen) Einsatz – davor gehört die Bühne vor allem Remus Lupin (David Thewlis), der als neuer Defense against the Dark Arts-Lehrer Harry Potter beibringen muss, wie man sich vor Angriffen finsterer Dementoren schützen muss. Diese Furcht einflößenden Wächter des Gefängnisses Askaban werden nämlich nach Hogwarts abkommandiert, als der irre Mörder Sirius Black aus dem Gefängnis entflieht und man vermutet, dass er nach dem Leben von Harry Potter trachtet. Doch das größere Problem sind erst einmal die Dementoren selbst, die Harry mehr zusetzen als es sein Erzfeind an der Schule, Draco Malfoy, jemals könnte. In „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ zeigt sich Alfonso Cuaróns Handschrift, der die Regie von Chris Columbus übernahm. Der dritte Teil der Filmreihe wirkt düsterer, bedrohlicher, erwachsener. Die Dementoren hätten Platz in jedem Horrorfilm, und auch die Geschichte selbst ist noch mal komplexer und erfordert vollste Aufmerksamkeit. Ein Highlight der Filmreihe.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2004 Warner Bros. Ent. Harry Potter Publishing RightsJ.K.R., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002)

Regie: Chris Columbus
Original-Titel: Harry Potter and the Chamber of Secrets
Erscheinungsjahr: 2002
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Chamber of Secrets


Das erste Schuljahr war für Harry Potter bekanntlich kein Zuckerschlecken, aber statt sich im zweiten Schuljahr endlich ordentlich akklimatisieren zu können, fangen die Probleme für den Zauberschüler jetzt erst so richtig an. Es beginnt mit einem unerwarteten Besuch eines Hauselfen, der ihn davon abhalten möchte, wieder nach Hogwarts zurückzukehren, und zieht sich über einen recht turbulenten Autoflug hin zu seltsamen Stimmen in seinem Kopf. Noch dazu scheint etwas Grauenvolles in der Zauberschule umzugehen – immer mehr Schülerinnen und Schüler (sowie eine Katze und ein Hausgeist) werden paralysiert vorgefunden. Gut, dass Harry Potter mit Gilderoy Lockhart (Kenneth Branagh) einen solch kompetenten Defense against the Dark Arts-Lehrer zur Seite hat. Und außerdem wäre da noch dieses spannende Tagebuch, das bereitwillig alle Fragen beantwortet. Was soll da also schiefgehen? „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ ist einer meiner Lieblingsteile der Buchserie. Die Zweifel Harrys, ob er nicht allmählich dem Wahnsinn verfällt, seine Abkanzelung von den restlichen Schülern, das alles wird im Buch sauber auserzählt. Der Film hingegen leidet ein bisschen unter harten Sprüngen in der Handlung und der fehlenden Zeit, eben diese schlüssig aufzubauen (ein Faktum, das sich über die meisten der Harry Potter-Filme hinzieht). Chris Columbus konzentriert sich in seiner Verfilmung mehr auf die actionlastigen Szenen – für die innere Zerrissenheit Harrys bleibt da wenig Raum. Dennoch bietet auch der zweite Teil der Harry Potter-Filmreihe ein gut gemachtes Fantasy-Abenteuer, wenn auch mit weniger Tiefgang als die Buchvorlage.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2002 Warner Bros. All Rights Reserved. Harry Potter Publishing Rights/J.K.R, Quelle http://www.imdb.com)