Animation

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen (2009)

Regie: Phil Lord und Chris Miller
Original-Titel: Cloudy with a Chance of Meatballs
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Animation
IMDB-Link: Cloudy with a Chance of Meatballs


Phil Lord und Chris Miller haben schon ihre eigene Sicht auf die Dinge. In ihren Animationswelten geht es immer besonders bunt und hektisch zu – nachzusehen in ihrem unerwarteten Meisterwerkt „The LEGO Movie“, aber auch in The Mitchells vs. The Machines, bei denen sie als Produzenten an Board waren. Nirgends geht es aber bunter zu als in „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, in der ein junger, enthusiastischer und von seinem Vater komplett missverstandener Wissenschaftler nach einer Lösung sucht, um mehr Geschmack in das Leben seiner Insel zu bringen, die außer Sardinen nichts kennt. Nach langer Forschung dann der Durchbruch: Eine Maschine, die aus Wasser geschmackhafte Speisen nach Wahl machen kann. Ein kleiner Unfall, und schon regnet es Burger vom Himmel. Das Himmelsgeschenk verändert das Leben aller auf der Insel und weckt auch das Interesse einer ambitionierten jungen Journalistin, die eigentlich nur übers Wetter berichten soll. Was außerordentlich schön ist an „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, das ist, das der Film seine Figuren und ihre Motivation ernst nimmt. Sei, wer du bist, könnte die Botschaft des Films zusammengefasst lauten, und das ist schon mal nicht schlecht. Aber auch die Animationen selbst überzeugen. Man bekommt richtig Appetit, wenn man durch die fantasievollen Essenslandschaften wandert, die der junge Flint mit seiner Maschine erzeugt. Gelegentliche Leerstellen verhindern eine noch höhere Bewertung, doch ist „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ ein schöner Animationsfilm, der sein Herz am richtigen Fleck trägt.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei (1977)

Regie: John Lounsbery und Wolfgang Reitherman
Original-Titel: The Rescuers
Erscheinungsjahr: 1977
Genre: Animation
IMDB-Link: The Rescuers


Zugegeben, es ist schwer, mit den Augen von Erwachsenen über Filme zu schreiben, die ganz klar an Kinder gerichtet sind, wenn man selbst noch keine Kinder hat, deren Reaktionen man in die Kritik einfließen lassen kann. Oder die man selbst als Kind zwar gesehen (und gemocht) hat, aber an die man kaum noch Erinnerungen hat, die auch beim Rewatch Jahrzehnte später nicht aufgefrischt werden. Wie geht man also mit einem Film um, der sich definitiv an ein sehr junges Publikum richtet und dessen Story für Erwachsene vielleicht nicht so fesselnd ist. Nun, es gibt immerhin auch für ältere Zuseher eine Menge an Disneys Klassiker „Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei“ zu entdecken. Zum Einen hätten wir hier mal eine recht düstere Grundgeschichte, in der ein junges Waisenmädchen von einer bösen, habgierigen Schurkin entführt und versklavt wird – was die Titelhelden ausrücken lässt, um das kleine Mädchen zu retten. Zum Anderen gibt es liebevoll gestaltete Animationen zu sehen, an denen zwar der Zahn der Zeit nagt, die aber dennoch mit netten, kreativen Ideen überzeugen können – sei es die Albatros-Airline oder das sich verausgabende Libellchen, das als Backbordmotor für Mäuseboote herhalten muss. Das gefällt Jung wie Alt. Vielleicht ist die Suppe inhaltlich ein wenig zu dünn, als dass „Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei“ als großes Disney-Meisterwerk in die Geschichte eingehen konnte. Da gibt es schon ganz andere Kaliber, an die man sich auch mehr erinnern kann. Aber eine neuerliche Sichtung auch im nicht zielgruppenorientierten Alter ist der süß animierte Kinderfilm immer noch wert.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 1977 – Walt Disney Studios, Quelle http://www.imdb.com)

Die Mitchells gegen die Maschinen (2021)

Regie: Mike Rianda
Original-Titel: The Mitchells vs. the Machines
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Animation
IMDB-Link: The Mitchells vs. the Machines


Die Oscar-Academy war der Meinung, Encanto wäre der beste Animationsfilm des Jahres und zeichnete diesen Ende März mit der begehrten Goldstatue aus. Nun, ich will ja nicht sagen, dass die Academy doof ist, aber sie ist doof. Denn „The Mitchell vs. the Machines“, das Regiedebüt von Mike Rianda, ist so viel besser als das süßliche „Encanto“, dass es fast schon eine Beleidigung ist, diesen Film nicht mit den höchsten Lorbeeren zu versehen. „The Mitchell vs. the Machines“ ist frech, hat eine unglaubliche Energie, unfassbar witzige, kreative Einfälle, sympathische und nachvollziehbare Charaktere – er ist einfach ein Fest für alle Freunde des animierten Films. Das ist der Film, den Pixar gerne gemacht hätte. Wenn man auf die Namen der Produzenten schaut und dort Phil Lord und Chris Miller sieht, weiß man auch, woher diese Kreativität und Energie kommt. Die beiden haben uns „The LEGO Movie“ und Spider-Man: Into the Spider-Verse beschert; nicht die schlechtesten Referenzen. Und so greift auch „The Mitchell vs. the Machines“ deren erfrischenden Ansatz auf, verschiedenste Stil- und Animationselemente miteinander zu verschmelzen und mit Zitaten und Anspielungen auf das große filmische Universum zu verweisen. Das wirkt vielleicht manchmal ein wenig, als wäre es für ein Publikum mit ADHS ausgerichtet, aber es sind vor allem die stillen Momente, die besonders überzeugen. Im Kern ist „The Mitchell vs. the Machines“ bei aller Action, wenn eine Durchschnittsfamilie die Robokalypse abwenden muss, eine sensibel erzählte Geschichte über familiäre Werte und Beziehungen. Eine glasklare Empfehlung, und hätte ich den Film schon letztes Jahr gesehen anstatt mich von dem bunten Filmplakat abschrecken zu lassen, wäre „The Mitchell vs. the Machines“ in meinen Top5 des Jahres gelandet. Aber das ist so ein Film, bei dem man sagen kann: Besser man sieht ihn spät als nie.


8,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2021 SPAI, Quelle http://www.imdb.com)

Rot (2022)

Regie: Domee Shi
Original-Titel: Turning Red
Erscheinungsjahr: 2022
Genre: Animation
IMDB-Link: Turning Red


Pixar sieht Rot. Irgendwie scheint seit Soul ein wenig das Mojo verlorengegangen zu sein. Nicht, dass der neueste Streich aus der Animationsschmiede, das bunt-knallige „Rot“, ein schlechter Film wäre, aber das, was Pixar von anderen Animationsstudios bislang unterschieden hat, nämlich das Gleichgewicht von komplexen Inhalten, die auch Erwachsene zum Nachdenken bringen, neben einer fantasievollen Animation, die auch die Kleinen mitreißt, scheint aus der Balance geraten zu sein. „Rot“ ist ein Film, der Kindern im zielgruppengerechten Alter sicherlich großen Spaß macht, und ja, auch Erwachsene können sich an der Geschichte der Migrantentochter Meilin, die in der Pubertät lernen muss, ihren inneren Panda zu zähmen, durchaus erfreuen, aber Pixar richtet sich hier eben ganz ausdrücklich an Kinder und darunter vor allem Mädels im Alter von 8-12 Jahren. Der Film bereitet sie gut auf die Wirrnisse der Pubertät vor, durch die jede/r von uns einmal gehen muss. Pädagogisch wertvoll, nennt man das. Aber warum beschleicht mich dennoch das Gefühl, dass „Rot“ irgendwie nur eine Art Zwischenfilm ist, um die Lücken zwischen komplexer konzipierten Meisterwerken zu füllen? Vielleicht liegt es auch nur an der Art der Animation, die sich an japanischen Anime a la „Heidi“ oder „Mila Superstar“ mit ihren Pausbäckchen und riesengroßen Mündern orientiert, die es mir schwermacht, in diesen Film hineinzufinden. Das ist natürlich Meckern auf hohem Niveau, denn, wie gesagt, der Film unterhält ja, ist kurzweilig und bringt eben auch noch eine wichtige Botschaft zu Selbstakzeptanz mit ein. Aber verglichen mit früheren Meisterwerken wirkt der Film ein wenig klobig, und die Rasanz und Lautstärke scheinen über kleinere inhaltliche Schwächen hinwegtäuschen zu wollen. Pixar, das geht besser.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: © Walt Disney Studios, Quelle http://www.imdb.com)

Rapunzel – Neu verföhnt (2010)

Regie: Nathan Greno und Byron Howard
Original-Titel: Tangled
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Animation
IMDB-Link: Tangled


Disney bedient sich ja gerne an klassischen Märchen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis das Märchen von Rapunzel, dem Mädchen mit der unfassbar aufwendigen Haarpflege, auch mal unter den wachsamen Augen des Mäuserichs auf die Leinwand gebracht wurde. Und apropos unfassbar: Das war auch der Aufwand, der für den Film betrieben wurde mit einer Mischung aus CGI und handgezeichneten Animationen. Hättet ihr gewusst, dass „Rapunzel – Neu verföhnt“ immer noch einen Platz unter den Top10 der teuersten Filme aller Zeiten belegt? Ich nicht, aber Tante Google weiß so etwas. Und ihr wisst es jetzt auch. Aber hat sich der Aufwand gelohnt? Klare Antwort: Jein. Einerseits ist „Rapunzel – Neu verföhnt“ eine extrem gelungene, charmante Neuauflage des wundersamen Märchens, das dem angestaubten Inhalt einen modernen und emanzipierten Anstrich gibt. Andererseits ist der Film zwar gut gemacht, aber den Aufwand in der Produktion sieht man ihm nicht unbedingt an – auch wenn die Optik hübsch ist, keine Frage. Der technische Aspekt ist aber klar nicht der entscheidende. Wichtiger ist der Unterhaltungswert, und der passt ganz eindeutig. Die Situationskomik, die selbstironischen Gesangseinlagen, die tierischen Sidekicks, die wie üblich für Disney den Hauptcharakteren die Show stehlen, das Tempo, mit dem die Geschichte erzählt wird, all das sorgt für Spaß bei Groß und Klein. Und für alle Sparfüchse, die dennoch ihr Eigenheim gut abgesichert wissen wollen, noch ein Tipp, direkt dem Film entnommen: Eine stabile, möglichst gusseiserne Bratpfanne sollte in keiner Küche fehlen.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2010 – WALT DISNEY PICTURES, Quelle http://www.imdb.com)

Toy Story (1995)

Regie: John Lasseter
Original-Titel: Toy Story
Erscheinungsjahr: 1995
Genre: Animation
IMDB-Link: Toy Story


To infinity and beyond! Keine Frage, was Pixar im Auftrag von Disney 1995 mit „Toy Story“ gezeigt hat, ging in die Filmgeschichte ein und veränderte den animierten Film für immer. „Toy Story“ war der erste vollständig computeranimierte Film der Geschichte. Und Steven Spielberg war daran nicht ganz unbeteiligt. Denn erst die bahnbrechenden Animationen für sein Jurassic Park ermöglichten es künftigen Filmemachern, ganz neue Welten auf dem Computer zu erschaffen. Was heute filmischer Standard ist, nicht nur im Bereich des animierten Films, sondern ganz generell für Filmschaffende, nahm damals seinen Anfang. Der Film war so visionär, dass die Academy 1996 dafür einen eigenen Sonder-Oscar vergab. Natürlich: Mit heutigen Augen betrachtet sieht man dem Film sein Alter durchaus an, gerade bei den animierten Kindern, die noch mit vergleichsweise wenigen Gesichtsausdrücken durchkommen müssen. Aber ja, der Film war damals eine Sensation und hat euch heute noch eine treue Fangemeinde. Wäre er nicht der erste jemals komplett computeranimierte Film der Geschichte gewesen, sondern der zweite oder dritte, so könnte ich mir vorstellen, dass der Hype wohl etwas verhaltener ausgefallen wäre. Die Story ist spannend, aber recht einfach gestrickt – „Toy Story“ ist ein klassisches Buddie-Movie, bei dem sich zwei gegensätzliche Charaktere durch ein gemeinsames Abenteuer zusammenraufen müssen. Das alles ist charmant und temporeich erzählt, auch die Actionszenen sind gut gemacht, aber es fehlt noch (größtenteils) die inhaltliche Tiefe, die spätere Pixar-Filme ausgezeichnet haben, auch wenn die ersten Ansätze dafür schon vorhanden sind und der Film nicht nur auf die Jüngsten im Publikum ausgerichtet ist. Dieser erste Gehversuch der computeranimierten Welt ist auch heute noch aller Ehren wert, doch – wie es so oft ist bei Pionieren – er wurde von seinen Nachfolgern deutlich überflügelt.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 1995 – Walt Disney Studios, Quelle http://www.imdb.com)

Chaos im Netz (2018)

Regie: Phil Johnston und Rich Moore
Original-Titel: Ralph Breaks the Internet
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Animation
IMDB-Link: Ralph Breaks the Internet


Ralph aus Ralph reichts ist mit seinem Leben sehr zufrieden. Er hat sich mit seiner Arbeit, die darin besteht, ein Gebäude zu zerstören, das sein Kumpel Fix-It Felix wieder aufbauen muss, abgefunden, und mit Vanellope hat er eine richtig gute Freundin an seiner Seite. Seit sechs Jahren läuft alles super. Doch Vanellope langweilt sich. In ihrem Spiel Sugar Rush ist sie unangefochtene Nummer Eins und gewinnt die Rennen spielend. Eine Challenge wäre fein. Und Ralph, ganz der gute Freund, der er immer schon sein wollte, besorgt ihr diese – nicht ahnend, damit eine Kette von Ereignissen loszutreten, die nicht nur sein Leben, sondern das aller Menschen verändern wird. Denn Vanellope und Ralph landen im Internet, wo sie versehentlich Chaos verursachen. Die Grundidee von „Ralph reichts“ war dermaßen originell, dass es eine Fortsetzung erst einmal schwer hat. Und es braucht auch eine Weile, bis „Chaos im Netz“ in die Gänge kommt. Dann aber macht der Film zunächst verlorenes Terrain locker wieder wett durch eine herrliche Scheiß-mir-nix-Attitüde und ungeahnte Selbstironie beim großen Mäusekonzern. Die zweite Hälfte des Films ist frech, turbulent und saukomisch. Die Story selbst bleibt zwar recht konventionell, die Jagd nach einem MacGuffin gehört nun wirklich nicht zu den modernsten Erfindungen des Kinos, aber dank des zügellosen Witzes funktioniert „Chaos im Netz“ sowohl als Fortsetzung als auch als eigenständiger Film. Und wartet auf die Abspannszene – da pfeifen die Produzenten noch mal so richtig auf Political Correctness und Disneys Wertekatalog und beenden den Film wortwörtlich mit einem Knall.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Madagascar (2005)

Regie: Tom McGrath und Eric Darnell
Original-Titel: Madagascar
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Animation
IMDB-Link: Madagascar


Der Großstadtdschungel ist nichts für jeden. Klar, die einen wie Löwe Alex, der Star des Zoos, fühlen sich hier pudelwohl – die Annehmlichkeiten der Zivilisation sind nicht zu unterschätzen. Aber es gibt auch andere wie beispielsweise paramilitärisch organisierte Pinguine oder Alex‘ besten Freund Marty, ein Zebra, die sich im goldenen Käfig fadisieren. Es kommt, wie es kommen muss: Eines Tages ist Marty fort, und Alex samt Nilpferd Gloria und Giraffe Melman machen sich auf die Suche nach ihrem Freund. Eine Verkettung unglücklicher Umstände führt sie schließlich in die Wildnis der Insel Madagascar. Doch mit verkümmerten Urinstinkten und jeder Menge schlechter Laune kommen auch gewaltige Löwen dort nicht weit. Und dann treffen sie auch noch auf ein Volk seltsamer Lemuren, angeführt von König Julien. Nichts davon trägt dazu bei, dass sich unser verwöhnter Großstadtbewohner Alex so richtig an die Wildnis gewöhnt. Auch ein weiteres Problem kommt bald hinzu: Hunger. „Madagascar“ ist ein witziger Animationsklassiker aus den Dreamworks-Studios, dessen Animationen aus heutiger Sicht vielleicht ein wenig ungelenk wirken, der aber immer noch mit einer rasanten, abenteuerlichen Story aufwarten kann. Und vielleicht der besten Version von „I like to move it“ der Geschichte. Insgesamt ist das Abenteuer aber doch recht kindlich gestaltet, sodass der Hype, den der Film damals erzeugt hat, nicht mehr ganz nachzuvollziehen ist. Aber was soll’s – für einen vergnüglichen Filmabend passt das schon.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2006 DreamWorks Animation LLC., Quelle http://www.imdb.com)

Ralph reichts (2012)

Regie: Rich Moore
Original-Titel: Wreck-It Ralph
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Animation
IMDB-Link: Wreck-It Ralph


Die EAV sangen: „Einmal möchte ich ein Böser sein, eine miese Sau.“ Bei Ralph aus dem Arcadespiel Fix-It Felix Jr. ist das Gegenteil der Fall. Jeden Tag muss er als Wreck-It Ralph im Spiel ein Gebäude zerstören, das der Streber Fix-It Felix wieder aufbaut. Natürlich ist Felix der Held, der am Ende des Tages, wenn die Lichter in der Spielhalle erloschen sind und alle Figuren Feierabend machen, gefeiert wird. Dabei ist Ralph kein so übler Zeitgenosse. Nur sieht das keiner. Also beschließt er, auszubüxen und sich seine eigene Heldenmedaille zu holen, sodass alle das Gute in ihm sehen. Doch wie spielt sich ein Computerspiel, in dem der Bösewicht plötzlich abhanden gekommen ist? Und was passiert mit den Figuren, wenn man ein nicht mehr funktionierendes Arcade-Game vom Strom nimmt? „Ralph reichts“ hat eine wirklich großartige Ausgangsidee und nutzt diese zum größten Teil für einen warmherzigen, pfiffigen und sehr unterhaltsamen Film aus. Zwar erreicht die Disney-Produktion „Ralph reichts“ nicht die emotionale Tiefe der besten Pixar-Filme, und im Mittelteil gibt es ein paar kleinere Leerläufe (die aber schnell überwunden werden), doch macht er vieles richtig. Gamer kommen angesichts vieler Anspielungen und Cameo-Auftritte ohnehin voll auf ihre Kosten, doch auch der Rest der Welt, ob groß oder klein, wird sich angesichts des turbulenten und kunterbunten Spektakels wohl gut unterhalten fühlen.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Disney – © 2012 – Disney, Quelle http://www.imdb.com)

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014)

Regie: Dean DeBlois
Original-Titel: How to Train Your Dragon 2
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Animation
IMDB-Link: How to Train Your Dragon 2


Nach den Ereignissen aus Drachenzähmen leicht gemacht leben nun Wikinger und Drachen friedvoll zusammen und haben sogar Quidditch aus Harry Potter abgekupfert, nur dass in der Wikingerversion Schafe als Spielbälle herhalten müssen. Hiccup und Toothless sind nach wie vor ein gutes Gespann, und alles scheint wunderbar zu laufen, bis die Helden eines Tages auf Drachenfänger stoßen, die im Auftrag eines geheimnisvollen Schurken handeln. Allein schon die Erwähnung von Drago löst bei Hiccups Vater, dem Häuptling, Panikreaktionen aus. Hiccup, immer noch nicht viel weiser geworden, aber mit dem Herz am rechten Fleck, rückt also aus, um die Vergangenheit geradezurücken und dem Schurken ins Gebet zu reden. Dass das vielleicht nicht die beste Idee der Filmgeschichte ist, wird jedem versierten Filmliebhaber recht schnell klar, und bald haben der junge Häuptlingssohn und sein Lieblingsdrache echte Probleme. Da geraten alte Familiengeschichten, die unverhofft wieder aufgetaut werden, fast schon zum Beiwerk, auch wenn sie das emotionale Zentrum des Films darstellen sollen. „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ ist eine sehr solide und kurzweilige Fortsetzung, die vielleicht nicht an die liebevolle Kreativität des ersten Teils heranreicht, aber die Abenteuer von Hiccup und Toothless auf die nächste Ebene hieven. War Teil 1 eher noch eine recht klassische Coming of Age-Geschichte, wird es in Teil 2 nun epischer und abenteuerlicher. Das kann man mögen, und der Film ist auch sehr gut gemacht, aber für mich versprüht er nicht ganz den Zauber des ersten Teils. Dazu ist er doch etwas zu actionlastig geraten. Trotzdem: Eine gelungene Fortsetzung, die bei jeder Sichtung Spaß macht.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)