Animation

Raya und der letzte Drache (2021)

Regie: Don Hall und Carlos López Estrada
Original-Titel: Raya and the Last Dragon
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Animation, Abenteuerfilm, Fantasy
IMDB-Link: Raya and the Last Dragon


Disney hat es tatsächlich getan: eine Disney-Prinzessin erschaffen, die nicht auf der Suche nach dem Märchenprinzen ist. O tempora, o mores! Noch dazu hat die junge Raya sowohl sprichwörtlich als auch wortwörtlich die Hosen an, sie kämpft mit einem Schwert und kann richtig sauer werden. Aber gut, das wäre ich wohl auch, wenn ich nach einer verratenen Freundschaft mit ansehen müsste, wie mein Vater zu Stein verwandelt wird. Um das ungeschehen zu machen, durchstreift sie das von finsteren Mächten verwüstete Land auf der Suche nach den Bruchteilen eines Edelsteins mit Drachenpower. Dabei stößt sie auf Sisu, den letzten Drachen, und gemeinsam stehen die beiden vor der großen Aufgabe, ein gespaltenes Land zu vereinen und das Böse von der Erde zu tilgen. Das alles wird natürlich mythologisch aufgeladen erzählt, sodass es nach mehr klingt, als es ist, aber die Story ist hübsch genug gestrickt, um den Zuseher bei der Stange zu halten. Generell macht der Animationsfilm nicht viel falsch, ohne aber den Eindruck besonderer Kreativität zu erwecken, wie man es von den besten Pixar-Filmen kennt. Gleichzeitig sind die Animationen liebevoll und detailreich gestaltet, sodass man dem Film attestieren kann, ein Produkt von der Stange zu sein. Auch wirkt das Werk vor allem in den Kampfszenen deutlich reifer und emanzipiert. Männer haben hier generell wenig zu sagen. Das größte Problem des Films (für mich) ist der Drache selbst. Der ist eher aus der My Little Pony-Edition – man kann es mit dem Niedlichkeitsfaktor auch übertreiben. Kleine Mädchen werden ihre Freude damit haben, der Rest sollte sich besser gegen den Zuckergussregen wappnen. Davon abgesehen macht der Film aber durchaus Spaß. Kein Meisterwerk, aber ein sehr solider Film, den man sich gerne mal ansehen kann.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Disney/DISNEY – © 2021 Disney, Quelle http://www.imdb.com)

Drachenzähmen leicht gemacht (2010)

Regie: Dean DeBlois und Chris Sanders
Original-Titel: How to Train Your Dragon
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Animation
IMDB-Link: How to Train Your Dragon


Vorhang auf für einen meiner liebsten Animationsfilme. Zugegeben, der Titel ist etwas dämlich, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Denn „Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein wirklich entzückender Film über Toleranz, Verständnis füreinander und ungewöhnliche Freundschaften. In dieser Dreamworks-Produktion unter der Regie von Dean DeBlois und Chris Sanders hat ein Wikingerdorf Probleme mit Drachen, die regelmäßig ihr Vieh stehlen. Das Töten von Drachen gehört demnach zum Selbstverständnis eines jeden Wikingers. Auch der Sohn des Häuptlings, Hicks (im Original: Hiccup) wäre gerne einer dieser Drachentöter, doch er ist klein und schmächtig und eher tollpatschig – sehr zum Missfallen seines stattlichen Vaters. Als er eines Nachts eher durch Zufall den sagenumwobenen Nachtschatten, den noch nie jemand gesehen hat, mit seiner Schleuder trifft und verletzt, entsteht daraus eine sehr ungewöhnliche Beziehung – denn Hicks bringt es nicht übers Herz, den Drachen zu töten. Stattdessen päppelt er ihn wieder auf und baut sogar eine Prothese für den verletzten Flügel des Drachen. Und er lernt so einiges über die Drachen, was er im Training zuhause anwenden kann. Sein Bild der Drachen wandelt sich völlig – doch gelingt es ihm, auch das Dorf von der Harmlosigkeit der Drachen zu überzeugen? „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat einfach alles, was ein guter Animationsfilm braucht: das Herz am rechten Fleck, entzückende Animationen (so haben sich die Macher bei der Gestaltung des Nachtschattens Ohnezahn durch das Verhalten ihrer Katzen inspirieren lassen) und einen wunderschönen Soundtrack, zu dem auch Sigur Rós beigetragen haben. Auch weicht der Film vom üblichen Happy End-Muster ab und zeigt, dass auch Verletzungen zum Leben gehören, man sich dadurch aber nicht unterkriegen lassen darf. Wie gesagt, ein rundum schöner Film, der einen festen Platz in meinem Herzen hat.


8,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Nightmare Before Christmas (1993)

Regie: Henry Selick
Original-Titel: The Nightmare Before Christmas
Erscheinungsjahr: 1993
Genre: Animation, Weihnachtsfilm, Musical
IMDB-Link: The Nightmare Before Christmas


„The Nightmare Before Christmas“ ist der Tim Burton-Film, der nicht von Tim Burton ist. Gut, ganz korrekt ist das nicht, denn immerhin hat Tim Burton die Geschichte dazu geschrieben und die Produktion übernommen, aber auf dem Regiestuhl nahm Henry Selick Platz, was aber nichts daran ändert, dass das makaber-lustige Stop-Motion-Weihnachtsmusical so burtonesque wirkt, dass sich das bei den meisten so in die Hirnrinde gebrannt hat. Und ja, mehr Tim Burton bringt selbst Tim Burton nicht zustande. „The Nightmare Before Christmas“ ist liebevoll verrückt gestaltet, mit einer großen Liebe zum Schaurigen und für die Außenseiter, die im Schatten leben, und passt damit ganz ausgezeichnet in die Filmografie des Meisterregisseurs, dessen Stil man wohl entweder mag oder komplett ablehnt. Die Story ist dabei fast schon fröhlich und kindlich: Der König von Halloween Town, das Skelett Jack, stößt durch Zufall auf Weihnachten und beschließt, sich das zu Eigen zu machen und an Santa Claus‘ statt die Kinder zu beschenken. Dass das vielleicht nicht die glanzvollste Idee in der Geschichte der Ideen ist, liegt auf der Hand. Doch wird Weihnachten tatsächlich ins Chaos gestürzt, oder gibt es ein Happy End? Es sei an der Stelle nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass „The Nightmare Before Christmas“ trotz seines originellen, makabren Ansatzes im Grunde seines Herzens ein recht traditioneller Weihnachtsfilm ist und somit keine Grenzen überschreiten mag, sondern sich damit zufriedengibt, an diesen Grenzen schaurig-lustige Tänzchen aufzuführen. Aber das ist auch gut so, das Subversive bietet nicht immer Mehrwert. Vor allem, wenn wir alle im Grunde kleine Kinder geblieben sind, die sich jedes Jahr zu einer bestimmten Zeit über glanzvoll geschmückte Christbäume und leuchtende Lichterketten freuen und das bisschen Magie in unserem Leben einfach brauchen wie einen Bissen Brot. (Bis wir das 50. Mal „Last Christmas“ im Radio gehört haben und uns vom Glühwein schlecht ist.)


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von Getty Images/Getty Images – © 1993 Disney Enterprises, Inc., Quelle http://www.imdb.com)

Arthur Weihnachtsmann (2011)

Regie: Barry Cook und Sarah Smith
Original-Titel: Arthur Christmas
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Animation, Weihnachtsfilm, Komödie
IMDB-Link: Arthur Christmas


Ho Ho Ho. Nächste Woche ist der erste Advent, und allmählich muss man sich vorbereiten auf das große Fest. Sprich: Ab sofort wird jede Woche mindestens ein Weihnachtsfilm geschaut, besser noch zwei oder drei. Nicht, dass dann Weihnachten vor der Tür steht und vor lauter Lockdowns hat man es gar verpasst, in die richtige Stimmung zu kommen. Hier nun also ein Blick auf den vor zehn Jahre erschienenen Animationsfilm „Arthur Christmas“. Die Grundidee ist wunderbar simpel, sodass auch die Kleinsten mitkommen: In all der Hektik der fast schon generalstabsmäßig durchgeplanten Geschenkeauslieferung in der Weihnachtsnacht ist dem Weihnachtsmann doch glatt ein Fauxpas unterlaufen: Ein Geschenk ist zurückgeblieben, ein Kind wird also in wenigen Stunden erwachen und nichts unter dem Christbaum finden. Das geht Arthur, dem tollpatschigen Sohn von Santa Claus, gehörig gegen den Strich, und weil sich weder Paps noch sein Bruder Steve, der die Operation Weihnachten leitet, um das Problem kümmern wollen, rückt er mit Großvater Santa aus, um rechtzeitig vor dem Morgengrauen das fehlende Geschenk auszuliefern. Dass dabei alles schief geht, was schief gehen kann, versteht sich von selbst. „Arthur Christmas“ ist ein kindlicher Animationsfilm, nicht zu vergleichen mit der Vielschichtigkeit und auch Ernsthaftigkeit der Pixar-Filme oder des vielleicht besten Weihnachts-Animationsfilms überhaupt, der grandiose Klaus, aber das heißt nicht, dass Erwachsene keinen Spaß dabei haben können. Im Gegenteil. Der Film ist herrlich überdreht, fast alle Gags zünden, und das Tempo stimmt. „Arthur Christmas“ ist Weihnachten auf Speed. Und das ist ja nicht unbedingt etwas Schlechtes, denn er ist genau der richtige Film, um einfach mal 1,5 Stunden abzuschalten und Spaß zu haben.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2011 CTMG, Inc, Quelle http://www.imdb.com)

Aladdin (1992)

Regie: Ron Clements und John Musker
Original-Titel: Aladdin
Erscheinungsjahr: 1992
Genre: Animation
IMDB-Link: Aladdin


Man muss es sagen: In den 90ern hatte Disney echt einen Lauf. „Aladdin“ war da nur eine von vielen Erfolgsproduktionen in jenem Jahrzehnt, die allesamt als moderne Klassiker in die Filmgeschichte eingingen. Tatsächlich gehört der Film allerdings für mich persönlich nicht zu den stärksten Disney-Produktionen, obwohl er alle Ingredienzen eines Disney-Klassikers vereint: Eine fremdartige, spannende Welt, einen Außenseiter, der sich zu behaupten weiß, Songs, die sofort ins Ohr gehen, witzige Sidekicks mit dem Äffchen und dem fliegenden Teppich, mit Dschafar einen denkwürdigen Bösewicht und mit Jasmina auch mal eine Prinzessin, die sich nicht damit begnügt, mit Tieren zu singen, während sie auf ihren Prinzen wartet. Und dazu kommt der legendäre Flaschengeist, im Original von Robin Williams gesprochen. Dennoch finde ich das Remake von Guy Ritchie einen Tick stärker – es ist noch mehr Abenteuerfilm, noch mehr Mystik, und (das bleibt jetzt aber unter uns, sonst werde ich selbst von Disney-Fans in eine Flasche verbannt) Will Smith war der bessere Dschinni. Im Vergleich zu seiner Interpretation wirkt die animierte Originalvorlage fast ein wenig schaumgebremst. Natürlich ist das Original kindgerechter, es ist ein unschuldiger Spaß, den man sich jederzeit an einem verregneten Wochenende gerne wieder ansieht. Aber an die emotionale Wucht eines „König der Löwen“ oder die verträumte Grandezza von „Die Schöne und das Biest“ kommt „Aladdin“ nicht heran.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 1992 Walt Disney Productions, Quelle http://www.imdb.com)

Die Simpsons – Der Film (2007)

Regie: David Silverman
Original-Titel: The Simpsons Movie
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Animation, Satire
IMDB-Link: The Simpsons Movie


Was für ein weltweites popkulturelles Phänomen die gelben Springfielder mit den 4 Fingern sind, muss man wohl niemandem mehr erklären, der nicht die vergangenen drei Jahrzehnte Jahre im Koma gelegen ist. Die Simpsons sind Kult – so einfach ist das. Und auch wenn ich selbst bei weitem nicht alle Folgen gesehen habe, schon gar nicht in der Reihenfolge ihrer mittlerweile 33 Staffeln, so bleibe ich dennoch immer wieder gerne hängen, wenn ich im Fernsehen mal auf eine Episode stoße. Keine andere Serie davor hat den American Way of Life so pointiert auseinandergenommen. In ihrem ersten (und bislang einzigen) großen Kinoabenteuer bleiben die Macher der Simpsons ihrem Stil treu – der Film könnte auch eine einzige lange Episode sein, und das ist keinesfalls schlecht. Interessant ist, dass die Story (die Folgen einer großen Umweltverschmutzung in Springfield) auch heute, 14 Jahre später, noch relevant wirkt. Leider. In diesem Sinne machen die Simpsons ihrer prophetischen Begabung, die man ihnen gerne zuschreibt, wieder alle Ehre. Rund um diese an sich finstere, fast schon apokalyptische Geschichte haben die Schreiber aber ein paar der besten Gags in der Geschichte der Simpsons eingebaut. Ein Beispiel: Im Angesichts der drohenden Katastrophe sieht man die Menschen aus der Kirche und Moe’s Bar strömen, die nebeneinander gelegen sind – und panisch rennen sie in die jeweils andere Seelsorginstitution. Dieser schön eingesetzte subtile Humor entschädigt für manche kleinere Längen oder Nebenstränge, die vielleicht ein klein wenig infantil ausfallen. Durch die Zeitlosigkeit des Films und die vielen bösen Gags, die uns allen einen Spiegel vorhalten, bleiben die Simpsons aber weiterhin relevant und extrem unterhaltsam.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: © The Simpsons TM and 2007 Twentieth Century Fox Film Corporation, Quelle http://www.imdb.com)

101 Dalmatiner (1961)

Regie: Clyde Geronimi, Hamilton Luske und Wolfgang Reitherman
Original-Titel: One Hundred and One Dalmatians
Erscheinungsjahr: 1961
Genre: Animation
IMDB-Link: One Hundred and One Dalmatians


Wer Cruella sagt, muss auch „101 Dalmatiner“ sagen. Sechs Jahrzehnte, bevor Emma Stone den Werdegang der dämonischen Modedesignerin nachzeichnen durfte, schickte Disney die beiden entzückenden Dalmatiner Pongo und Perdita auf eine abenteuerliche Reise, um ihren Nachwuchs und ein paar unverhoffte Freunde aus den Klauen eben jener Cruella de Vil zu retten. Technisch probierte man hier Neues aus, nämlich ein Fotokopie-Verfahren, das den Produktionsprozess beschleunigen konnte, jedoch im Ergebnis zu starke Kompromisse erforderte, um sich wirklich auf Dauer durchzusetzen. Und ja, die Animationen selbst sind wohl aus heutiger Sicht die größte Schwäche des Films, denn diese wirken flach und irgendwie leblos, was eben dem Verfahren geschuldet ist. Allerdings ist Disney eben Disney, und so kann der Klassiker mit einer süßen und gleichermaßen aufregenden Geschichte sowie liebevoll skizzierten Figuren … nun ja … punkten. Vor allem ab dem Zeitpunkt, wenn Pongo und Perdita ausrücken, um ihre Kleinen zu suchen, und Unterstützung erfahren durch den alten Wachhund Colonel, der Katzen Sergeant Tibs und dem Captain, ein trittsicheres Arbeitspferd, nimmt die Geschichte ordentlich Fahrt auf und kann auch heute noch bestens unterhalten. Da fällt es auch weniger ins Gewicht, wenn Cruella de Vil zwar eine der bösesten Schurkinnen des ganzen Disney-Universums ist, aber ihre Motivation und Hintergründe komplett im Dunkeln bleiben und sie damit kaum greifbar wird – das hat Disney in vielen anderen Filmen deutlich besser gelöst. Dennoch ist und bleibt „101 Dalmatiner“ bei allen kleineren Schwächen ein Spaß für die ganze Familie, der von Generation zu Generation weitergereicht werden sollte.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Shrek – Der tollkühne Held (2001)

Regie: Andrew Adamson und Vicky Jenson
Original-Titel: Shrek
Erscheinungsjahr: 2001
Genre: Animation
IMDB-Link: Shrek


Den wohl berühmtesten Oger der Filmgeschichte muss ich an dieser Stelle wohl niemandem mehr vorstellen. Aber erstaunlich, dass Shrek mittlerweile schon zwanzig Lenze zählt. Kinder, wie die Zeit vergeht … Die Frage ist halt: Wie gut sind der Oger, sein Freund, der Esel, und Prinzessin Fiona gealtert? Eines muss man schon vorwegnehmen: Die Animationen, die damals state of the art waren, wirken heute doch etwas ungelenk. Da sieht man, was sich tricktechnisch in den letzten zwei Dekaden getan hat. Dem Filmvergnügen tut dies aber keinen Abbruch. Ja, als geübter Zuseher fallen einem die kleinen Unsauberkeiten vielleicht auf, aber auch heute noch kann „Shrek – Der tollkühne Held“ mit teils brachialen Gags in Verbindung mit einer wirklich entzückenden Geschichte überzeugen, die dann doch im Herzen dem Märchengenre treu bleibt. Der Grundwitz zieht sich aber aus dem Verdrehen der heilen Märchenwelten ins Lächerliche, und diesbezüglich hat „Shrek – Der tollkühne Held“ absolute Pionierarbeit geleistet. Auch wenn dem Film im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte dieses Alleinstellungsmerkmal weggebrochen ist. Nachdem Disney selbst damit begonnen hat, die eigenen zuckersüßen Filme zu veräppeln (siehe beispielsweise das wunderbare „Enchanted“ mit Amy Adams), ist der grimmige Oger nicht mehr der Einzige, der Märchenfiguren gerne mal auf liebevolle Weise in den Hintern tritt. Aber er bleibt das Original, und in den Fortsetzungen, die nach dem erfolgreichen Auftakt folgten, wurde der Humor dann sogar noch mal eine Spur bissiger. Bleibt mir nur zu sagen: Happy Birthday, lieber Oger! Nimm ein schönes Schlammbad und lass es dir gutgehen!


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2011 – Dreamworks/Paramount Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Luca (2021)

Regie: Enrico Casarosa
Original-Titel: Luca
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Animation
IMDB-Link: Luca


„My name is Luca. I live on the second floor … of the sea.“ Okay, wer hat jetzt noch einen Ohrwurm? Den jetzt mal schnell vergessen, denn es geht nicht um Suzanne Vega, sondern um das junge Meerungeheuer Luca, das von zuhause ausbüxt und mit Alberto einen neuen Freund findet – der ihm das Leben an der Oberfläche zeigt. Der größte Wunsch der beiden Jungs: Eine Vespa, die die Welt und Freiheit für die beiden bedeutet. (Gaaaanz unaufdringliches Product Placement, aber immerhin charmant in Szene gesetzt.) Um ihren Traum zu verwirklichen, schließen sie sich der quirligen Außenseiterin Giulia an, die beim alljährlichen Triathlon in der kleinen italienischen Küstenstadt ihren Erzrivalen Ercole besiegen möchte. Die Disziplinen: Schwimmen, Spaghetti essen und Radfahren. Der Preis: Genug Geld, um sich eine Vespa zu kaufen. Natürlich ist das alles nicht so einfach, vor allem für zwei junge Seemonster, die noch nicht viel von der Welt gesehen haben. Und dann gibt’s da noch Spannungen zwischen den beiden Jungs und Giulia. Freundschaften müssen neu verhandelt werden. „Luca“ ist ein leichtgewichtiger Pixar-Film, vor allem, wenn man ihn mit Meisterwerken wie Inside Out vergleicht. Man täte ihm aber Unrecht, ihn als Kinderfilm abzutun. Denn „Luca“ ist zwar eher als spaßiges Familienabenteuer gestrickt, hat aber dennoch genug Tiefgang (pun intended), um auch ein erwachsenes Publikum mitzureißen. Dazu ist der Film unfassbar schön anzusehen – bunt, lebendig, man meint, das salzige Meerwasser und die Fische riechen zu können, und durch und durch italienisch. „Luca“ bringt den Sommer ins Wohnzimmer. Und erzählt fast schon beiläufig eine stimmige Geschichte über Freundschaften und wie sich diese weiterentwickeln.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Oben (2009)

Regie: Pete Docter
Original-Titel: Up
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Animation
IMDB-Link: Up


Pixar mal wieder. Wer diesem Blog regelmäßig folgt, wird vielleicht schon festgestellt haben, dass ich Faible für diese Animationsschmiede habe, die vor allem in den letzten 15 Jahren etliche kreative Meisterwerke auf die Leinwand gebracht haben, die nicht nur die Marschrichtung im gesamten Animationsgenre vorgegeben haben, sondern auch oft zu den besten Filmen des Jahres gezählt haben „Oben“ aus dem Jahr 2009 fügt sich da nahtlos ein. Mastermind dahinter ist mal wieder Pete Docter, der für etliche der allerbesten Pixar-Filme verantwortlich zeichnet. In „Oben“ lässt er ein sehr ungleiches Heldenduo zusammenfinden: Den übergewichtigen Pfadfinder Russell und den grantigen Witwer Carl Fredericksen. Eigentlich will Carl nur ein letztes Abenteuer erleben, das er seiner zu früh verstorbenen Frau versprochen hat – ein Versprechen, das er nie einlösen konnte. Russell kommt da eher zufällig dazu, aber mit Fortdauer des Films finden die beiden allmählich zueinander. Und sie brauchen einander auch, da im Dschungel unerwartete Gefahren lauern. So vieles an „Oben“ ist außergewöhnlich: Das geriatrisch-naive Buddyduo, die Wahl des Fortbewegungsmittels (auf das der Film mit seinem Titel verweist), der Antagonist und vor allem, dass es dem Team gelungen ist, in die ersten Minuten des Films ein ganzes Leben zu packen mit all den Glücksgefühlen und den Schicksalsschlägen, die dazugehören. Ganz ehrlich: Die Eingangssequenz von „Oben“ ist neben den ersten zwanzig Minuten von Wall-E das Beste, was jemals in einem Animationsfilm gezeigt wurde. Leider verflacht der Film mit Fortdauer der Spielzeit ein wenig, und die bittersüße Tonalität weicht einem kindlichen Abenteuer. Doch auch der Rest des Films bietet gute Unterhaltung für Groß und Klein. Somit ist „Oben“ ein weiterer gelungener Beitrag in Pixars Schaffen und zurecht ein Fan-Liebling, auch wenn er nicht ganz die Brillanz der allerbesten Filme erreicht.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: © Disney/Pixar, Quelle http://www.imdb.com)