Fantasy

Aschenputtel oder der wundersame Pantoffel (1912)

Regie: Georges Méliès
Original-Titel: Cendrillon ou la pantoufle merveilleuse
Erscheinungsjahr: 1912
Genre: Kurzfilm, Fantasy
IMDB-Link: Cendrillon ou la pantoufle merveilleuse


Warum das Märchen von Aschenputtel zu Ostern passt: Zu Ostern kommt der Osterhase und bringt den braven Kindern bunte Eier und Schokolade. Bei Aschenputtel kommt die gute Fee und bringt dem braven Mädel ein Paar neue Schuhe und den Märchenprinzen. Man kann also festhalten: Die gute Fee und der Osterhase sind im Grunde das gleiche Konzept. Die Existenz von beiden darf im Übrigen bezweifelt werden. Aber das nur als einleitende Gedanken, die einem kommen, wenn einem fad im Schädel ist. Jetzt zum eigentlichen Film, den wir hier besprechen wollen. 1912, nach nur etwas mehr als einer Dekade, in der das Filmschaffen maßgeblich geprägt hatte, war der Stern von Georges Méliès bereits am Sinken. Die Welt verlangte nach realistischeren Darstellungen, nach fiktionalem Erzählen, das sich nur schwer mit dem theatralischen Stil von Méliès vereinbaren ließ. Seine Neuauflage des Märchens Aschenputtel stieß daher nicht mehr auf allzu großes Interesse. Filmhistorisch gesehen ist das höchst unfair, denn diese Neuverfilmung ist ausgereifter und in sich runder und stimmiger als die erste Verfilmung. Ein Jahrzehnt mehr an Erfahrung macht sich klar bemerkbar. Mit einer Laufzeit von 23 Minuten ist dieser Film auch einer der längeren von Méliés. Aber es zahlt sich aus, diese 23 Minuten zu investieren. Das dauert auch nicht länger als die jährliche Suche nach Ostereiern. Womit wir wieder die Brücke zurück zur Einleitung gespannt hätten, auch wenn das, ehrlich gesagt, nicht notwendig war. Aber egal, irgendwie will man eine solche Rezension ja auch mal zu Ende bringen. Und jetzt klickt’s auf den Youtube-Link da unten, ihr Gfraster. Frohe Ostern!


8,0 Kürbisse

Aschenputtel (1899)

Regie: Georges Méliès
Original-Titel: Cendrillon
Erscheinungsjahr: 1899
Genre: Kurzfilm, Fantasy
IMDB-Link: Cendrillon


Macht euch doch mal den Spaß, und zählt auf IMDB die Filme mit „Cinderella“ als Titel. Man könnte damit ein ganzes Filmfestival-Programm füllen, ohne auch nur einen einzigen Film mit anderem Titel aufnehmen zu müssen. Kaum ein anderes Märchen hat die Fantasie von Kunst- und Filmschaffenden so sehr befeuert wie jenes des armen Waisenmädchens, das von einer gutherzigen Fee die einmalige Chance bekommt, aus dem Elend auszubrechen. Oder wie es die EAV zusammenfasste: „Es lebte einst ein armes Mädel / Cinderella war sein Nam‘ / und es wartete vergebens / auf den Prinz‘, der niemals kam. / Sie schlief im Kohlenkeller / trotzdem war sie bettelarm / weil sie von der vielen Kohle / die da lag, zu wenig nahm.“ Ob Klaus Eberhartinger jemals den ersten Cinderella-Film überhaupt, eben jenen aus 1899 von Georges Méliès, sichtete, ist nicht überliefert. Man kann es nur vermuten. Was allerdings überliefert ist, ist der Ideenreichtum dieser allerersten Verfilmung. Und dieser Ideenreichtum beschränkt sich nicht ausschließlich auf die für Méliès üblichen gewitzten Spezialeffekte, sondern auch auf die Ausstattung und die Fantasie, mit der er die Szenerie gestaltet und das Märchen erzählt. Wenn sich um Mitternacht die Gehilfinnen der Feen in Uhren verwandeln, die daraufhin zu tanzen beginnen, dann geht das weit über die praktische Anwendung von Spezialeffekten hinaus. Hier erzählen die Effekte selbst die Geschichte. Ein frühes Meisterwerk – und witzigerweise übertraf Méliès einige Jahre später mit einem Remake noch einmal selbst die Qualität dieser ersten Aschenputtel-Verfilmung. Der Mann stand eben nie still.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von A7A09064_005.JPG – © Archives du 7e Art/DR, Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 (2011)

Regie: David Yates
Original-Titel: Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2


Es war ein langer Weg bis hierher, ob in den Büchern oder den Filmen. Diese magische Welt wieder zu verlassen, fällt schwer. Aber alles hat irgendwann ein Ende, und so schließt „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ eine der größten Fantasy-Sagas in der Geschichte ab. Der Film ist für sich betrachtet hauptsächlich eine epische Schlacht von Gut gegen Böse, die sich auf engem Raum in und rund um Hogwarts abspielt. Gleichzeitig aber werden hier große Geheimnisse gelüftet und Plotwendungen offenbart, die in ihrer Vorbereitung und dann überraschenden Auflösung selbst Geschichte geschrieben haben. Ich sage nur: Severus Snape, um die offensichtlichste zu nennen. Es ist absolut in Ordnung, Joanne K. Rowling schriftstellerische Genialität zuzuschreiben. Mit so einem Stoff in den Händen ist es dann auch keine große Kunst mehr, einen epischen Film dazu hinzustellen, mag man meinen. Und doch hätte so viel schiefgehen können. Die Schlacht um Hogwarts hätte ein großes Durcheinander werden können, Harrys Suche nach den letzten Horkruxen hätte wie ein Fremdkörper darin wirken können, das Ende hätte in seiner Tragik auch unfreiwillig komisch ausfallen können – das alles passiert aber nicht. Routiniert führt David Yates den Zuseher durch das große Finale, das mit seiner Spannung, Dramatik, Epik, aber auch dem gelegentlich durchblitzenden Humor für höchsten Unterhaltungswert sorgt. Allein für sich selbst ist der zweite Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ vielleicht doch etwas monothematisch gestrickt, weswegen ich den ersten Teil noch besser finde. Aber als Abschluss dieser grandiosen Film- und Buchreihe ist der Film stimmig, und ich möchte daran eigentlich nichts ändern.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von Warner Bros. Picture – © 2011 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. HARRY POTTER PUBLISHING RIGHTS (C) J.K.R. , Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1 (2010)

Regie: David Yates
Original-Titel: Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 1
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 1


Viel ist damals im Vorfeld diskutiert worden, ob die Entscheidung, den letzten Band der Harry Potter-Reihe, „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, auf zwei Filme aufzuteilen, nicht einfach nur der Geldmacherei wegen geschehen wäre. Doch im Nachhinein betrachtet war das nicht nur finanziell eine goldrichtige Entscheidung. Denn mit der Aufteilung des letzten Buchbandes in zwei Filme wird das Ende so richtig zelebriert und den Harry Potter-Fans weltweit ein würdiger Abschluss beschert. Es passiert viel in „Die Heiligtümer des Todes“ – das alles in einen Film zu packen, wäre wohl wieder zu Lasten der Qualität gegangen, wenn zu viel beschnitten und zu viel gehetzt erzählt werden muss. Die letzte Staffel von „Game of Thrones“ kann ein Lied davon singen. In Überschallgeschwindigkeit fliegende Raben waren da noch das geringste Problem. David Yates und die Produzenten machen den Fehler, ein episches Finale rasch abarbeiten zu wollen, jedoch nicht. Dadurch wird gerade der erste Teil des zweiteiligen Finales zu einer düsteren, sehr erwachsenen Angelegenheit, in der die Heldinnen und Helden kräftig an sich selbst zweifeln. In dieser Hinsicht erinnert „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1“ ein wenig an den zweiten Teil der Herr der Ringe-Trilogie, den ich genau aus diesem Grund am meisten von den drei Filmen mag: Es läuft eben nicht alles glatt, und man muss auch Rückschläge zu verkraften lernen. Es ist doch Teil jeder Heldenreise, seinen Helden zwischenzeitlich auch mal mit sich selbst kämpfen zu sehen, und nur, wer siegreich aus diesem Kampf hervorgeht, kann sich dann auch dem eigentlichen Gegner am Ende stellen. Das ist wahrlich nichts Neues, aber klug von Joanne K. Rowling erzählt, und mindestens ebenso klug ist die Entscheidung, diesem Kampf gegen die inneren Dämonen in einem eigenen Film den Raum zu geben, welchen dieser benötigt.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von Warner Bros. – © 2010 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. HARRY POTTER PUBLISHING RIGHTS (C) J.K.R., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Halbblutprinz (2009)

Regie: David Yates
Original-Titel: Harry Potter and the Half-Blood Prince
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Half-Blood Prince


Es spitzt sich zu. Während Lord Voldemort allerlei sinistere Pläne schmiedet, startet Dumbledore seine Gegenoffensive. Und die beinhaltet einmal mehr Harry Potter, der sich diesmal an Voldemorts ehemaligen Lehrer Horace Slughorn (Jim Broadbent) heranmachen soll. Denn dieser kennt ein Geheimnis, in dem vielleicht der Schlüssel zu Voldemorts Fall liegen könnte. Beim sechsten Teil von Film- und Buchreihe geht es mir genau gegenteilig zu Teil 4, „Harry Potter und der Feuerkelch“. Letzterer ist wohl mein Lieblingsband der ganzen Buchreihe, aber die Verfilmung funktioniert für mich nur so mäßig. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ bleibt für mich als Buch doch hinter den anderen Bänden zurück, doch ist der Film dank einer sehr konzentrierten Regie von David Yates und der Fokussierung auf die richtigen Momente gut gelungen. Nach einer noch eher unspektakulären ersten Hälfte dreht der Film gegen Ende hin so richtig auf. Die Atmosphäre ist dicht, und der letzte Teil des Films weist deutliche Horrorelemente auf. Mit diesem Zeitpunkt ist die Harry Potter-Filmreihe erwachsen geworden. Auch Michael Gambon liefert als Dumbledore seine persönliche Bestleistung innerhalb der Reihe ab. Bei diesem Film stimmt einfach vieles, was in Band/Film 4 (noch) nicht funktioniert hat. Übertroffen wird der „Halbblutprinz“ meiner Meinung nach nur von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ und dem ersten Teil der „Heiligtümer des Todes“, zu dem ich morgen kommen werde. Als Vorbereitung auf das große Finale ist dieser Film perfekt.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2009 Warner Bros. Ent./JKR., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007)

Regie: David Yates
Original-Titel: Harry Potter and the Order of the Phoenix
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Order of the Phoenix


Man kann es fast schon als Tradition bezeichnen, dass der Regie-Staffelstab für die Verfilmungen der Harry Potter-Romane von einem Regisseur zum nächsten weitergegeben wurde – bis zu David Yates, der das Stöckerl mit Film 5 begeistert aufnahm und für den Rest der Reihe nicht mehr aus der Hand gab – inklusive der neuen Fantastic Beasts-Filme. Man kann also gut und gerne sagen: David Yates ist der Harry Potter-Regisseur. Sein erster Regiebeitrag, nämlich „Harry Potter und der Orden des Phönix“, ist gleich mal eine grundsolide Arbeit, an der es wenig auszusetzen gibt. Auch hier haben wir wieder das alte Problem, dass die Buchvorlage viel zu umfangreich ist, als dass sie in einem Film adäquat in allen Details erzählt werden könnte, doch im Gegensatz zum gehetzten vierten Teil, „Harry Potter und der Feuerkelch“, wirkt der fünfte Teil konzentrierter und organischer. Dass hier eine der legendärsten Schurkinnen der Literatur- und Filmgeschichte eingeführt wird, die von Imelda Staunton herausragend gespielte Dolores Umbridge, schadet dem Film natürlich auch nicht. Es braucht schon eine Darstellerin von ihrem Format, um die regelversessene, sadistische Opportunistin nicht zu einer Karikatur verkommen zu lassen. Und auch die komplexe Geschichte selbst wird zügig, aber eben ohne solch brachialen Sprüngen wie im Vorgängerfilm, erzählt. Natürlich, es fehlt so vieles aus den Büchern, das von Fans auf der ganzen Welt schmerzlich vermisst wird, das ist eben das Kreuz, das wie sein Vorgänger Mike Newell auch David Yates zu tragen hat, aber er macht gefühlt noch das Beste daraus. Es ist keine große Überraschung, dass er den Regiesessel nach diesem Film nicht räumen musste, sondern die Geschichte bis zum Ende erzählen durfte.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2007 Warner Bros. Entertainment Inc. – Harry Potter Publishing RightsJ.K.R., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Feuerkelch (2005)

Regie: Mike Newell
Original-Titel: Harry Potter and the Goblet of Fire
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Goblet of Fire


„Harry Potter und der Feuerkelch“, der vierte Teil der Reihe, kann als Musterbeispiel dafür gelten, warum die Medien Buch und Film so unterschiedlich funktionieren und es immer wieder zu Schwierigkeiten kommt, das eine in das andere zu übersetzen. Das, was John Huston angeblich zu Ray Bradbury, dem Drehbuchautor von „Moby Dick“ auf dessen Frage, wie er das Drehbuch zu verfilmen gedenke, geantwortet haben soll, nämlich, dass er die Seiten aus dem Buch reißen und die Kamera stopfen wolle, funktioniert halt nicht immer und überall. Vor allem, wenn die Buchvorlage ein etwa tausendseitiger Wälzer ist mit unglaublich vielen Handlungssträngen, die allesamt für die Geschichte relevant sind. Wenn man so etwas in einen Film packen möchte, gibt es keine andere Möglichkeit, als sich so ökonomisch wie möglich auf die Essenz der Geschichte zu konzentrieren und diese mehr oder weniger flott abzuarbeiten. Da bleibt natürlich vieles auf der Strecke. Zum Beispiel gerade die dichte Atmosphäre und der sich im Buch langsam aufbauende Spannungsbogen bis zum großen, epischen Finale, das einen Wendepunkt in der Harry Potter-Saga bedeutet. Die Bedrohung, die sich bislang in den Schatten verborgen hielt, tritt nun hervor und zeigt ihr Gesicht. Ein großartiger Moment in Film und Buch. Doch der Weg dahin ist eben sehr unterschiedlich zu bewerten. Wo das Buch eine packende Spannung aufbaut, hetzt der Film von Action zu Action. Das ist jetzt nicht schlecht, keinesfalls, der Film hat seine Momente, aber eben nicht die Größe der Buchvorlage, und er erreicht auch nicht ganz die Qualität der weiteren Harry Potter-Verfilmungen. Ein hibbeliger Dumbledore (komplett missverstanden von Michael Gambon, der erst ab dem sechsten Film ein Verständnis für den Charakter seiner Figur zeigt) tut sein Übriges, dass ausgerechnet das wohl beste Buch der Reihe von der schlechtesten Verfilmung begleitet wird.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2005 Warner Bros. Entertainment Inc. – Harry Potter Publishing RightsJ.K.R., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004)

Regie: Alfonso Cuarón
Original-Titel: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Erscheinungsjahr: 2004
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban


Warum ist „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, der dritte Teil von Filmreihe, so gelungen? Ganz einfach, weil sich hier die Genialität von Joanne K. Rowling, der Autorin der Harry Potter-Buchreihe, erstmals so richtig entfaltet. Boten die ersten beiden Teile schon spannende und komplexe Geschichten, die über sich selbst hinaus auf ein noch größeres Ganzes verwiesen, zeigt sich im dritten Teil nun so richtig, mit wieviel Sorgfalt diese hochkomplexe Story gewebt wurde. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, und das auf mehreren Ebenen – auf der Ebene der grundliegenden Geschichte rund um den Tod von Harrys Eltern durch Lord Voldemort, aber auch auf der Ebene der Geschichte rund um den Gefangenen von Askaban selbst – mit viel Verve verkörpert von Gary Oldman. Dieser kommt erst sehr spät zu seinem (denkwürdigen) Einsatz – davor gehört die Bühne vor allem Remus Lupin (David Thewlis), der als neuer Defense against the Dark Arts-Lehrer Harry Potter beibringen muss, wie man sich vor Angriffen finsterer Dementoren schützen muss. Diese Furcht einflößenden Wächter des Gefängnisses Askaban werden nämlich nach Hogwarts abkommandiert, als der irre Mörder Sirius Black aus dem Gefängnis entflieht und man vermutet, dass er nach dem Leben von Harry Potter trachtet. Doch das größere Problem sind erst einmal die Dementoren selbst, die Harry mehr zusetzen als es sein Erzfeind an der Schule, Draco Malfoy, jemals könnte. In „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ zeigt sich Alfonso Cuaróns Handschrift, der die Regie von Chris Columbus übernahm. Der dritte Teil der Filmreihe wirkt düsterer, bedrohlicher, erwachsener. Die Dementoren hätten Platz in jedem Horrorfilm, und auch die Geschichte selbst ist noch mal komplexer und erfordert vollste Aufmerksamkeit. Ein Highlight der Filmreihe.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2004 Warner Bros. Ent. Harry Potter Publishing RightsJ.K.R., Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002)

Regie: Chris Columbus
Original-Titel: Harry Potter and the Chamber of Secrets
Erscheinungsjahr: 2002
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Chamber of Secrets


Das erste Schuljahr war für Harry Potter bekanntlich kein Zuckerschlecken, aber statt sich im zweiten Schuljahr endlich ordentlich akklimatisieren zu können, fangen die Probleme für den Zauberschüler jetzt erst so richtig an. Es beginnt mit einem unerwarteten Besuch eines Hauselfen, der ihn davon abhalten möchte, wieder nach Hogwarts zurückzukehren, und zieht sich über einen recht turbulenten Autoflug hin zu seltsamen Stimmen in seinem Kopf. Noch dazu scheint etwas Grauenvolles in der Zauberschule umzugehen – immer mehr Schülerinnen und Schüler (sowie eine Katze und ein Hausgeist) werden paralysiert vorgefunden. Gut, dass Harry Potter mit Gilderoy Lockhart (Kenneth Branagh) einen solch kompetenten Defense against the Dark Arts-Lehrer zur Seite hat. Und außerdem wäre da noch dieses spannende Tagebuch, das bereitwillig alle Fragen beantwortet. Was soll da also schiefgehen? „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ ist einer meiner Lieblingsteile der Buchserie. Die Zweifel Harrys, ob er nicht allmählich dem Wahnsinn verfällt, seine Abkanzelung von den restlichen Schülern, das alles wird im Buch sauber auserzählt. Der Film hingegen leidet ein bisschen unter harten Sprüngen in der Handlung und der fehlenden Zeit, eben diese schlüssig aufzubauen (ein Faktum, das sich über die meisten der Harry Potter-Filme hinzieht). Chris Columbus konzentriert sich in seiner Verfilmung mehr auf die actionlastigen Szenen – für die innere Zerrissenheit Harrys bleibt da wenig Raum. Dennoch bietet auch der zweite Teil der Harry Potter-Filmreihe ein gut gemachtes Fantasy-Abenteuer, wenn auch mit weniger Tiefgang als die Buchvorlage.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2002 Warner Bros. All Rights Reserved. Harry Potter Publishing Rights/J.K.R, Quelle http://www.imdb.com)

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001)

Regie: Chris Columbus
Original-Titel: Harry Potter and the Philosopher’s Stone
Erscheinungsjahr: 2001
Genre: Fantasy, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Harry Potter and the Philosopher’s Stone


Harry Potter ist unbestritten eines der ganz großen Fantasywerke der Literaturgeschichte. Kein Wunder, dass sich Hollywood schon bald des Themas annahm und das weltweite Phänomen mit einer achtteiligen Filmserie begleitete. Eines kann ich nun, da ich vor einem Jahr endlich auch mal die Bücher gelesen habe, vorweg nehmen: An die Tiefe und die Epik der Bücher kommen die Filme allesamt nicht heran – das wäre auch zu viel verlangt gewesen. Aber sie sind auf ihre Weise durchaus gelungen und jederzeit einen Rewatch wert. Das dachte sich auch euer Kürbis des Vertrauens und so starten wir in eine Harry Potter-Woche beim Filmkürbis – von Montag bis Montag wird je ein weiterer Harry Potter-Teil hier besprochen. Zu Beginn werden wir auf eine sehr kindgerechte Weise (ein Merkmal von Büchern und Film: sie wachsen mit ihrem Publikum mit) in die magische Welt von Hogwarts eingeführt. Als Regisseur konnte man Chris Columbus gewinnen, der seit den Kevin-Filmen weiß, wie man mit Kindern am Set umgeht. Womit wir gleich mal bei der Besetzung wären: Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint sind grandios besetzt und mittlerweile zu absoluten Ikonen aufgestiegen. Es ist unmöglich, sich jemand Anderen für die Rollen von Harry Potter, Hermione Granger und Ron Weasley vorzustellen. Aber auch der Rest des Casts ist brillant ausgewählt – ob Richard Harris als Albus Dumbledore (und ja, er war der einzig richtige Dumbledore, Michael Gambon konnte nach dessen Tod die großen Fußstapfen nur bedingt ausfüllen), Maggie Smith als Minerva McGonagall, Robbie Coltrane als Rubeus Hagrid oder der fantastische Alan Rickman als Severus Snape, der bei allen herausragenden Filmrollen, die er in seiner langen Karriere spielte, mit seiner Darstellung des undurchschaubaren, finsteren Professors zur Legende für Generationen wurde. Sie alle sind perfekt besetzt, und allein das reicht schon aus, um dem 2,5stündigen Geschehen gebannt zu folgen. Aber auch die Kulissen, die Kostüme und der Soundtrack sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und heben den ersten Harry Potter-Film weit über den Durchschnitt der üblichen Fantasykost hinweg. Allerdings zeigt sich schon im ersten Harry Potter-Film, wie auch in allen anderen, die Schwierigkeit, ein so umfangreiches und vor allem auch detailreiches Werk adäquat auf die Leinwand zu bringen. So wirken manche Handlungsstränge etwas gehetzt, und auch die Zeitsprünge, die im Buch eleganter vollzogen werden, kommen im Film manchmal recht abrupt. Dennoch ist „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ein äußerst gelungener Auftakt der Filmreihe und der perfekte Einstieg in die wundersame magische Welt, die Joanne K. Rowling geschaffen hat.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)