Rom-Com

My Big Fat Greek Wedding – Hochzeit auf griechisch (2002)

Regie: Joel Zwick
Original-Titel: My Big Fat Greek Wedding
Erscheinungsjahr: 2002
Genre: Komödie, Rom-Com
IMDB-Link: My Big Fat Greek Wedding


Klischee olé! Doch wenn man Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Nia Vardalos Glauben schenken kann, dann ist diese Geschichte einer verliebten griechischen jungen Frau aus stockkonservativem Haus und ihrem künftigen Ehemann, der so ungriechisch ist, wie sich das der Papa in seinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen konnte, (so ähnlich) tatsächlich passiert. Die Produktionsgeschichte zu „My Big Fat Greek Wedding“ ist Stoff für Hollywood für sich: Nia Vardalos brachte ihre Liebesgeschichte als Ein-Personen-Stück ins Theater, wo es rasch zu einem Erfolg wurde und unter anderem von Rita Wilson gesehen wurde. Die zerrte ihren Gemahlen, der auf den Namen Tom Hanks hört, ins Theater, und beide waren so begeistert, dass sie daraus einen Kinofilm machten. Und da niemand besser für die Hauptrolle geeignet war als diejenige, der diese Geschichte widerfahren ist, verpflichteten sie Vardalos gleich auch für die Darstellung der aufgeweckten, leicht schusseligen Toula, die mehr mit ihrer eigenen Familie zu kämpfen hat als damit, das Herz ihres Auserwählten zu erobern. Das Ergebnis all dieser Bemühungen ist eine warmherzige und stellenweise sehr lustigen Komödie über interkulturelle Missverständnisse und das Aufeinanderprallen von Werten und Lebensarten, die auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen wollen. Natürlich ist das alles ein bisschen überspitzt dargestellt, und Bonuspunkte für die Vermeidung allzu offensichtlicher Klischeefallen gibt es definitiv keine, aber das ist fast egal, wenn die Gags richtig zünden und man mit der grundsympathischen Toula mitfiebert, ob es ihr doch noch gelingt, ihrer verbohrten Familie den ungewünschten Schwiegersohn schmackhaft zu machen.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Palm Springs (2020)

Regie: Max Barbakow
Original-Titel: Palm Springs
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Rom-Com, Fantasy
IMDB-Link: Palm Springs


Die gute alte Zeitschleifengeschichte. Zu Perfektion gebracht in Und täglich grüßt das Murmeltier, als Bill Murray als zynischer Wetterfrosch so lange den gleichen beschissenen Tag erleben musste, bis er Andie McDowells Herz gewinnen konnte. So ähnlich geht’s in „Palm Springs“ auch Nyles (Andy Samberg). An seiner Situation sind immerhin zwei Dinge positiv: 1. dass der tausendfach wiederholte Tag ausgerechnet eine Hochzeit ist, zu der er geladen ist – will heißen: gutes Essen und Alkohol bis zum Abwinken. Und 2. zieht er – eher unabsichtlich – die Brautjungfer Sarah (Cristin Milioti) in seine Zeitschleifenwelt hinein. Die ist anfangs nicht so glücklich darüber, jeden Tag den gleichen Tag aufs Neue erleben zu müssen. Aber irgendwann arrangiert man sich miteinander, denn zu zweit lässt sich die Ewigkeit immer noch leichter ertragen als allein. Doch wie schon die Fantastischen Vier philosophiert haben: Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht. Wir sind hier im Genre der fantastischen Rom-Com, also braucht es noch etliche Verwicklungen, Missverständnisse und Bekenntnisse bis zur finalen Katharsis. Der Weg dahin ist unterhaltsam und sympathisch gespielt gezeichnet. Und selbst wenn das Thema der Zeitschleifen cineastisch in der Vergangenheit schon arg ausgelutscht wurde, ist der Zugang in „Palm Springs“ immerhin erfrischend genug, um den Zuseher bei Laune zu halten. Klar, Originalitätspunkte gibt es dafür keine, aber der Film macht Spaß und ist nett anzusehen. Und: Der Film zeigt mitunter die besten Luftmatratzen der Filmgeschichte. Ich will so eine verdammte Pizzamatratze für meinen nächsten Italienurlaub haben!


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Wie angelt man sich einen Millionär? (1953)

Regie: Jean Negulesco
Original-Titel: How to Marry a Millionaire
Erscheinungsjahr: 1953
Genre: Rom-Com
IMDB-Link: How to Marry a Millionaire


Wie schön, dass es Karriereziele gibt. Die ambitionierte Dame von Welt kann zum Beispiel Staatsanwältin werden. Oder Chirurgin. Oder Pilotin. Vielleicht auch Staatspräsidentin oder CEO eines multinationalen Konzerns. Oder reich heiraten. In den 50ern scheint dies der einfachste Weg zur beruflichen Erfüllung gewesen zu sein, wenn man nach Regisseur Jean Negolesco bzw. Nunnally Johnson, der neben der Filmmusik auch das Drehbuch zu „Wie angelt man sich einen Millionär?“ geschrieben hat, geht. Und so werfen sich die mittellosen Fotomodelle Schatze (Lauren Bacall), Pola (Marilyn Monroe) und Loco (Betty Grable) in Schale, um betuchte Herren zu bezirzen, sie in den Stand der Ehe zu führen. Alter egal, Kontostand aber nicht. Und natürlich führen die amourösen Bemühungen zu reichlich Verwirrung und Slapstick-Komik. Neben einer kühl berechnenden Lauren Bacall gehört die Aufmerksamkeit vor allem Marilyn Monroe. Ihre Pola ist ohne Brille blind wie ein Maulwurf aber gleichzeitig zu eitel, diese in Anwesenheit potentieller Heiratskandidaten aufzusetzen. Monroe spielt dieses eitle Mädchen mit einer entzückenden Naivität und stiehlt ihren renommierten Kolleginnen und Kollegen so gut wie jede Szene. Die Story selbst nimmt ihre erwartbaren Wendungen – wirklich überrascht ist wohl nur Steinzeit Junior, wenn er nach 10.000 Jahren aus dem Eis aufgetaut wird und mit „Wie angelt man sich einen Millionär?“ zum ersten Mal in seinem Leben einen Film sieht. Aber gut, für gelungene Mindfuck-Momente sind andere Filme zuständig. In Negolescos Rom-Com geht es nur um unschuldige Unterhaltung, die kurzweilig und mit Verve vorgetragen wird. Soll nichts Schlimmeres passieren. Immerhin ist das Rollenbild der Frau ein spannendes Zeitdokument. Ob wir heutzutage wirklich entscheidend weiter sind, darüber lässt sich natürlich diskutieren.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Sechs Tage, sieben Nächte (1998)

Regie: Ivan Reitman
Original-Titel: Six Days Seven Nights
Erscheinungsjahr: 1998
Genre: Rom-Com, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Six Days Seven Nights


Die 90er. Anne Heche war die Freundin von Ellen DeGeneres, David Schwimmer versuchte, sich als Schauspieler zu profilieren, aber egal, was er machte, er war einfach nur Ross aus „Friends“, schlüpfrige Witze standen in Rom-Coms an der Tagesordnung, und Harrison Ford war alt, aber immer noch fit genug, um oberkörperfrei Actionszenen drehen zu können – ein Umstand, an dem sich in den vergangenen 20 Jahren eigentlich nichts geändert hat, außer, dass er heutzutage das Hemd lieber zugeknöpft lässt. Unter der Regie des bewährten Ivan Reitman entstand mit „Sechs Tage, sieben Nächte“ ein Film, auf den man ständig vergisst, wenn man ihn aber wieder mal durch Zufall sieht, hat man aber doch jede Menge Spaß damit und ordnet ihn unter Guilty Pleasures ein. Im Kern lässt sich das Ganze zusammenfassen als „neurotische, verlobte Großstädterin bruchlandet mit mürrischem Trunkenbold auf einsamer Insel ohne Handyempfang und verliebt sich zwangsweise in ihn, da die einzig anderen Love Interest-Optionen aus schlecht gelaunten und schwer bewaffneten Piraten bestehen“. Ach ja, und in einem Nebenstrang darf David Schwimmer als hysterischer Verlobter mit Busenfetisch beweisen, warum er immer nur Ross aus „Friends“ geblieben ist. Nein, ein Meisterwerk ist dieser Film nicht, aber dank Heche und Ford, die irgendwie eine spannende Chemie miteinander haben, und des exotischen Settings und einiger launiger Sprüche unterhält der Film auch heute noch gut. Die beste Einsame-Insel-Lovestory bleibt aber jene von Tom Hanks und Wilson.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Eine bretonische Liebe (2017)

Regie: Carine Tardieu
Original-Titel: Ôtez-moi d’un doute
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama, Liebesfilm, Rom-Com
IMDB-Link: Ôtez-moi d’un doute


Und der Rosamunde-Pilcher-Award für den schnulzigsten Filmtitel 2017 geht an … *trommelwirbel* … „Eine bretonische Liebe“ von Carine Tardieu – der im Original natürlich anders heißt, aber der deutsche Filmverleih hat mal wieder ganze Arbeit geleistet, um das Heer von 60jährigen frankophilen Kaffeekranztanten ins Kino zu locken. Der Kürbis eures Vertrauens musste den Film zuhause auf der Couch nachholen. Und ich darf gleich mal Entwarnung geben: Der Film ist nicht mal halb so schnulzig, wie es der Titel suggeriert. Denn eigentlich geht es weniger um die Liebe, auch wenn die eine Rolle spielt, sondern mehr um Familie mit und ohne Blutsverwandtschaft. Denn der stoische Bombenentschärfer Erwan (François Damiens), der kurz davor steht, Großvater zu werden, erfährt, dass sein Vater gar nicht sein leiblicher Vater ist. Also macht er sich auf die Suche. Und wie so oft findet man auf der Suche selten das, wonach man eigentlich gesucht hat, sondern alles Mögliche. „Eine bretonische Liebe“ ist ein leichtfüßiger, durch und durch französischer Film, der von guten Darstellerinnern (wie Cécile de France und Alice de Lencquesaing) und Darstellern (allen voran André Wilms und Guy Marchand als Väter) getragen wird, und der vielleicht an manchen Stellen ein bisschen gar vorhersehbar ist, aber dennoch in sich stimmig wirkt. Allein Comic Relief Didier (Estéban), der vertrottelte Assistent von Erwan, passt nicht so ganz ins Bild und verhagelt einem einige Szenen, ehe er zum Ende hin dann doch ein bisschen ernster genommen wird. Insgesamt macht der Film mehr richtig als falsch, und die schöne bretonische Landschaft als Kulisse ist auch nie verkehrt. Lange hängenbleiben wird „Eine bretonische Liebe“ aber eher nicht, dazu ist er dann doch zu leichtgewichtig.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Und täglich grüßt das Murmeltier (1993)

Regie: Harold Ramis
Original-Titel: Groundhog Day
Erscheinungsjahr: 1993
Genre: Komödie, Rom-Com
IMDB-Link: Groundhog Day


Okay. Wer kennt tatsächlich „Und täglich grüßt das Murmeltier“ von Harold Ramis nicht bzw. hat noch nicht einmal etwas von dessen Inhalt gehört? Das das kaum vorstellbar geworden ist – immerhin ist der Filmtitel sogar in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen – lasse ich diesmal die Inhaltsangabe beiseite. Wer tatsächlich nicht weiß, wovon ich ihr schreibe, sollte einfach so schnell wie möglich die Sichtung des Films nachholen, denn das ist ein gottverdammter Kult-Klassiker! Die Frage, die man sich natürlich stellen kann, ist jene nach dem Warum. Warum ist das ein heute noch verehrter Kultfilm? Zum einen natürlich, weil die Handlung selbst wohl unsere innersten Sehnsüchte anspricht. Unsterblich sein. Alles tun können, ohne Konsequenzen zu befürchten. Alles lernen können. Ein Nachteil ist es halt, wenn man eingeschneit in einem Kaff wie Punxsutawney abhängen muss. Aber trotzdem: Auch in Punxsutawney kann man Banken ausrauben, Französisch und Piano lernen und die hübsche Vorgesetzte (Andie MacDowell) anbaggern. Zum anderen trägt Bill Murray himself vermutlich sehr zum Kultfaktor bei. Der zynische, selbstverliebte Wetterfrosch ist bei ihm einfach in besten Händen. Diese Mischung aus Stoik und verbalen Spitzen, von denen selbst ein Al Bundy noch was hätte lernen können, kriegt sonst kein anderer hin. Und so ist der Film auch heute noch rasend komisch, unterhaltsam und Pflicht für jeden Filminteressierten. Und es wäre keine Strafe, müsste man sich diesen Film bis ans Ende der Zeiten jeden Tag ansehen.


9,0 Kürbisse

(Bildzitat: © Sony Pictures Home Entertainment, Quelle http://www.imdb.com)

Fast verheiratet (2012)

Regie: Nicholas Stoller
Original-Titel: The Five-Year Engagement
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Komödie, Liebesfilm, Rom-Com, Drama
IMDB-Link: The Five-Year Engagement


John Lennon in all seiner Weisheit hat die Quintessenz unserer Existenz so zusammengefasst, dass man dazu nichts mehr ergänzen kann: „Life is what happens to you while you’re busy making other plans“. Und genau das passiert auch Tom und Violet (Jason Segel und Emily Blunt). Eigentlich wäre man ja frisch verlobt und schon dabei, Hochzeitspläne zu schmieden, doch dann bekommt Violet ein berufliches Angebot aus Michigan, das so attraktiv ist, dass die Hochzeit erst mal warten muss. Kein Problem für Tom, den modernen Mann, der für seine Beziehung die Aussicht auf eine Chefkoch-Stelle ausschlägt, um seine Liebste zu unterstützen. Doch irgendwie läuft dann doch alles anders, als sich das junge Paar das im Vorfeld vorgestellt hat. „Fast verheiratet“ (im Original: „The Five-Year Engagement“) von Nicholas Stoller ist vordergründig klassisches Rom-Com-Kino, nur dass die übliche Prämisse, nämlich „Paar findet zueinander“ hier übersprungen wird und der Fokus auf den alltäglichen Schwierigkeiten liegt. Die Herausforderung hier ist nicht, in Liebe zueinander zu finden, sondern die Liebe durch alle Schwierigkeiten hindurch aufrecht zu halten. Und das macht der Film, der nicht auf die komödiantische Komponente seines Genres vergisst, auf eine wirklich herzerfrischende, ehrliche und unprätentiöse Weise. Jason Segel und Emily Blunt sind ein absolut glaubwürdiges Paar und harmonieren perfekt. Doch auch die prominent besetzten Nebenrollen (Chris Pratt, Rhys Ifans, Jacki Weaver, Alison Brie, Dakota Johnson) machen ihre Sache außerordentlich gut. Das Besondere an diesem Film ist, dass er seine Figuren ernst nimmt und nie der Lächerlichkeit preis gibt, so lustig und absurd manche Szenen auch sind. Das ist ein Qualitätsmerkmal herausragender Komödien: Diese beziehen ihren Humor aus der Geschichte und nicht aus billig eingestreuten Gags. Und so ist „Fast verheiratet“ für mich ein überraschender Beitrag zu seinem Genre, der damit gleich mal einen ernsthaften Angriff auf die Spitze fährt. Ein echter Geheimtipp.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2012 – Universal Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Alles eine Frage der Zeit (2013)

Regie: Richard Curtis
Original-Titel: About Time
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Fantasy, Komödie, Drama, Rom-Com
IMDB-Link: About Time


Zeitreisegeschichten. Immer ein gutes Thema. Und von Hollywood schon auf solch vielfältige Weise verarbeitet – als Sci-Fi-Epen, als finsteren Dystopien, als Horrorgeschichten, als absurde Komödien – aber es brauchte jemanden mit Eiern wie Richard Curtis, um eine Zeitreise in einen romantischen Liebesfilm zu packen und daraus eine alltägliche Geschichte über die Liebe, das Familienleben, das Älterwerden und die kleinen Entscheidungen im Leben zu machen. Die Prämisse ist wunderbar einfach und wird auch herrlich unprätentiös ohne großes Brimborium vorgestellt: In Tims Familie können alle Männer in die Vergangenheit reisen. Sie müssen sich dafür nur an einen dunklen Ort begeben, die Hände zu Fäusten ballen und an den Moment denken, zu dem sie zurückkehren möchten. Tim, eher der Typ „einsamer Nerd“, nutzt diese Fähigkeit, um nach der Liebe zu suchen. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten findet er sie in der Gestalt von Mary. Es braucht etliche Versuche, um ihr Herz zu gewinnen, aber wenn man theoretisch unendlich viele Möglichkeiten dafür hat, gelingt das auch schüchternen und unsicheren Kerlen wie eben Tim. Der Weg zu seinem Glück ist schon mal entzückend anzusehen – und Domhnall Gleeson und Rachel McAdams haben eine gute Chemie miteinander. Aber damit gibt sich Richard Curtis nicht zufrieden, was den Film in weiterer Folge weit über durchschnittliche Rom-Com-Kost hinaushebt. Denn der Film endet nicht damit, wie die beiden zueinanderfinden. Vielmehr ist das nur eine Zwischenstation auf Tims Weg. In seinem klugen, tiefgründigen Skript, das vielleicht die eine oder andere Länge hat, aber dann doch auch wieder in sich stimmig ist, arbeitet sich Curtis weiter ab an den vielen kleinen Lebensentscheidungen, um der Frage nachzugehen, was am Ende wirklich zählt und was unser Leben kostbar und lebenswert macht. Das Ende ist eines der schönsten, bittersten und wahrhaftigsten Filmenden, die ich seit langem gesehen habe, und – bei allem Respekt vor den vielen weiteren großartigen Momenten, die Richard Curtis in seiner Filmographie geschaffen hat – in meinen Augen sein persönlicher Höhepunkt. Um noch einmal die Zeit ins Spiel zu bringen: Ein Film für die Ewigkeit.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Murray Close – © 2013 – Universal Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Nie wieder Sex mit der Ex (2008)

Regie: Nicholas Stoller
Original-Titel: Forgetting Sarah Marshall
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Rom-Com
IMDB-Link: Forgetting Sarah Marshall


Ja, ich weiß, ich wiederhole mich, diesen Kritikpunkt habe ich schon öfter geäußert, aber was raus muss, muss raus: Deutsche Titel für englischsprachige Filme sind manchmal so unglaublich daneben, dass einem glatt ein guter Film entgehen könnte, wenn man ihn nur nach der verhatschten Übersetzung einordnen würde. „Nie wieder Sex mit der Ex“, im englischsprachigen Original einfach „Forgetting Sarah Marshall“, ist so ein Fall. Ein grundsympathischer, witziger Film mit einer charmanten Besetzung (Jason Segel und Mila Kunis und in Nebenrollen u.a. Kristen Bell, Russell Brand, Bill Hader, Jonah Hill und Paul Rudd), einer Story, die zwar ein exotisches Setting (Hawaii) ermöglicht, das das mitteleuropäische Publikum im Lockdown träumen lässt, aber dennoch so geerdet ist, dass jedermann und jederfrau mitfühlen kann – und am Ende noch eine der besten Musical-Einlagen aller Zeiten. Und warum habe ich den Film erst jetzt gesehen im biblischen Alter von 38 Jahren? Eben wegen des verhatschten Titels, der mich eher an halbgare Schmuddelklamotten a la „Eis am Stil“ denken hat lassen. Aber wenn man sich darauf einlässt und vom Titel nicht abschrecken lässt, erhält man einen wirklich unterhaltsamen Film über das Verarbeiten einer gescheiterten Beziehung, was umso schwerer fällt, wenn die Angebetete a) eine erfolgreiche Schauspielerin und dementsprechend häufig im Fernsehen ist und man b) seinen Schmerz ausgerechnet in jenem Urlaubsressort zu verarbeiten gedenkt, in dem sich die Ex mit ihrem neuen Lover vergnügt. Da braucht es dann schon ein Kaliber a la Mila Kunis, um wieder auf andere Gedanken zu kommen. Ja, der Film ist recht formelhaft gehalten, er erfindet das Genre keineswegs neu, aber das muss er auch nicht. Er passt schon so, wie er ist. Und jetzt will ich nach Hawaii.


6,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 2008 – Universal Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Fack ju Göhte (2013)

Regie: Bora Dagtekin
Original-Titel: Fack ju Göhte
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Komödie, Rom-Com
IMDB-Link: Fack ju Göhte


Heute handele ich mir mal wieder Schelte ein. Ich bin auf Krawall gebürstet und im Begriff, einen viel geliebten Film in der Luft zu zerreißen. Ich bin ja froh, dass meine Zukünftige schon Ja gesagt hat, denn sie mag den Film wirklich sehr, aber als Kürbis muss man unbestechlich sein, auch wenn dann der Haussegen ein wenig schief hängt. (An dieser Stelle: Schatz, hüstel, ich liebe dich, ich mach’s wieder gut – was hältst du von einer Bestellung von asiatischem Essen heute Abend?) „Fack ju Göhte“ vereint jedenfalls alles, was ich an modernen deutschen Komödien nicht mag: Anzügliche und schlüpfrige Witzchen, die dann doch wiederum nur unterstreichen, wie erzkonservativ man in der Bundesrepublik zuweilen ist, wenn man es als lustig und erfrischend empfindet, wenn die brave Lehrerin in ihrem Cocktail eine Banane in Penisform vorfindet, dazu kommen noch schlechtes Schauspiel durch die Bank, unglaubwürdig und übertrieben agierende Charaktere, ein Frauenbild, das ich lieber komplett unkommentiert lasse (Wer hat das Drehbuch geschrieben? Friedrich Merz?) und Gags, die man in den 60er Jahren in den Filmen von Peter Alexander schon lustiger gesehen hat, und der konnte auch noch singen. Die Story: Ein Ex-Knacki (Elyas M’Barek) versucht, an eine unter der neuen Turnhalle seiner alten Schule vergrabene Beute heranzukommen und gibt sich zu diesem Zweck als Lehrer aus, woraufhin er prompt die am schlimmsten verrufene Klasse der ganzen Schule zugeteilt bekommt. Damit erregt er das Interesse einer verklemmten Lehrerin (Karoline Herfurth), die jedoch von seinen pädagogischen Methoden wenig überzeugt ist und ihn zu einem besseren Lehrer machen möchte. Das Ganze wird dann überraschungsfrei und mit den schon erwähnten anzüglichen Gags abgespult. M’Barek und Herfurth wirken immerhin noch sympathisch, aber definitiv fehlbesetzt in ihren Rollen. Aber fangen wir lieber erst gar nicht an von Fehlbesetzungen, denn sonst müsste ich jetzt die ganze Besetzungsliste runterrattern. Ich bleibe bei meinem Fazit: Ich und die moderne deutsche Komödie? Das geht einfach nicht zusammen. „Fack ju Göhte“ ändert daran leider nichts. Dann lieber die xte Wiederholung von „Hurra, die Schule brennt“.

Bleibt nur noch: Was darf ich dir denn bestellen, mein Schatz? Wieder die guten Shrimps? Und ja, die Couch ist wirklich sehr gemütlich, ich habe kein Problem damit, heute darauf zu schlafen …


3,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 2013 – Constantin Film, Quelle http://www.imdb.com)