Science Fiction

Chappie (2015)

Regie: Neill Blomkamp
Original-Titel: Chappie
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Drama, Science Fiction, Action
IMDB-Link: Chappie


Mit dem oscarnominierten „District 9“ hat Neill Blomkamp einen der besten Science Fiction-Filme der letzten 15 Jahre vorgelegt. Meine Erwartungshaltung an „Chappie“ war dementsprechend positiv. Darin geht es um einen Polizeiroboter, der ein Eigenleben, eine Seele entwickelt und lernen muss, sich in einer harten, unbarmherzigen Welt zu behaupten. Ihm dabei zur Seite steht ein Verbrecherduo (Yolandi und Ninja von der südafrikanischen Elektro-Band Die Antwoord) und der Wissenschaftler Deon Wilson (Dev Patel). Die Gegenseite besteht aus Hugh Jackman, der sichtlich Freude daran hat, mal böse sein zu dürfen, und Sigourney Weaver. Das Herzstück des Films ist aber der Roboter Chappie, der tatsächlich als Projektionsfläche für allerlei Emotionen funktioniert. So geht der Film in seinen besten Momenten auch sehr an die Nieren und reißt den Zuseher mit. Allerdings hat „Chappie“ drei gewaltige Probleme: Erstens: Man hat das alles schon in den 80ern Jahren in „Nummer fünf lebt“ gesehen. „Chappie“ wirkt fast schon wie ein Remake des Kultklassikers und hat wenig eigene Ideen. Zweitens: Die beiden Nasen von Die Antwoord können einfach nicht spielen, so lustig sie auch aussehen. Aber neben ihren oscarnominierten Kollegen Weaver, Jackman und Patel (auch wenn die in diesem Film keine Glanzrollen hinlegen) gehen sie nicht nur komplett unter, vielmehr stören sie oft auch das Filmgeschehen mit ihrem unbeholfenen Spiel. Und drittens: „Chappie“ weiß nicht, ob er ein Plädoyer für Diversität und Selbstbestimmung sein möchte, oder ein harter Actionkracher. Der Versuch, beides zu sein, geht daneben, denn dadurch wird der Film unrund und anstrengend. So bleibt es bei vielen guten Ansätzen, die aber insgesamt keinen sonderlich guten Film ergeben. Sehenswert ist „Chappie“ dennoch, aber er verschenkt eben viel Potential und kommt nie auch nur ansatzweise in die Situation, am Stuhl von „District 9“ als Blomkamps Meisterwerk zu sägen.


5,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2015 CTMG, Inc. All rights reserved. Courtesy of Columbia Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

A Quiet Place 2 (2020)

Regie: John Krasinski
Original-Titel: A Quiet Place: Part II
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Horror, Thriller, Science Fiction
IMDB-Link: A Quiet Place: Part II


Wenn man in Deutschland jemand auffordern möchte, leise zu sein, tut man das in der Regel mit einem „Pssst!“. Das funktioniert in Österreich auch, aber wir Wiener haben da mal wieder kreativere Wörter und Ausdrucksweisen gefunden, die man stattdessen verwenden kann. Ein herzhaftes „Gusch, du Heisl!“ böte sich da an. Auch ein grantiges „Sei stad!“ erfüllt den Zweck. Nicht zu verwechseln übrigens mit dem Wort „hocknstad“ als Synonym für „arbeitslos“. Ja, Sprache schlägt manchmal wunderliche Kapriolen. Jedenfalls kann man das „Gusch!“ nur allen Protagonist:innen von „A Quiet Place 2“ mitgeben, aber man muss das nicht unbedingt tun, denn der Film setzt nahtlos den ersten Teil fort, und insofern wissen Emily Blunt & Co. schon Bescheid. Selbst das leiseste Geräusch kann das letzte sein, was du in dieser Welt machst. Denn die ist ziemlich entvölkert bzw. bevölkert von fiesen Außerirdischen, die zwar blind wie Maulwürfe sind, aber dafür ein besseres Gehör als meine Katzen haben, wenn ich die Lade öffne, in der sich die Leckerlis befinden. „A Quiet Place 2“ fügt der (interessanten) Ausgangsbasis des ersten Teil nicht viel Neues hinzu. Das macht aber nichts. Denn der Film funktioniert über den nervenzerfetzenden Spannungsbogen und die geniale unterlegte Geräuschkulisse. Jedes Knirschen eines Fußes auf dem Kies kann zur Todesfalle werden. Schön ist, dass die gehörlose Tochter Regan (großartig gespielt von der tatsächlich gehörlosen Millicent Simmonds) hier die Hauptlast des Handlungsstranges wuchtet, denn gerade mit ihrem Charakter fiebert man aufgrund ihres Defizits besonders mit. Dafür hätten den nervigen Sohn (Noah Jupe) gerne gleich zu Beginn die Monster holen können. Aber gut. Ein fetzendeppertes Kind braucht jeder Horrorfilm. Und natürlich ist auch dieser Film nicht frei von (teils auch gröberen) Logiklöchern – auch etwas, was fast alle Horrorfilme vereint. Ist „A Quiet Place 2′“ nun besser oder schlechter als der Vorgänger? Ich würde sagen, die beiden Filme bewegen sich auf einem sehr ähnlichen Niveau. Während der erste Teil noch mehr die Schrecken der Welt erkundet hat, handelt der zweite Film mehr von einem Zurückerobern des verlorengegangenen Lebensraums und erzählt damit die Geschichte konsequent weiter. Sauspannend sind beide Filme, also gibt es für beide auch die gleiche Wertung.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Photo Credit: Jonny Cournoyer – © 2019 Paramount Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone (2018)

Regie: Wes Ball
Original-Titel: Maze Runner: The Death Cure
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Science Fiction, Action, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Maze Runner: The Death Cure


Teil 2 der „Maze Runner“-Trilogie war eine ziemliche Zumutung, und man sollte meinen, dass es danach nur bergauf gehen könne. Aber falsch gedacht. Das Chaos, das Wes Ball im zweiten Teil im Kopf der Zuseher gestiftet hat, findet in Teil 3 seine konsequente Fortsetzung, und schnell wird klar, dass die eigentlich interessante Eingangsprämisse aus Teil 1 vollends gekübelt wird zu Gunsten eines Actionfeuerwerks, das wirklich niemand gebraucht hat. Beim Zusehen beschleicht einen das Gefühl: Die Produzenten haben das Ding zu Ende gebracht, weil es immer noch ein bisschen Geld einspielt und der harte Kern der Fanbase, der tatsächlich bis zum Schluss durchgehalten ist, sonst nervös wird. Story? Brauchen wir nicht. Es reicht, wenn es fetzt und kracht und am Ende Häuser einstürzen und die hölzernen Protagonistinnen und Protagonisten bedeutungsvoll ins Leere blicken können. Emotionen hätten dem Film wohl gut getan, doch soweit kommt es an keiner Stelle, wurscht, wer gerade ins Gras beißt. Selbst das dramatische Finale löst bestenfalls Schulterzucken aus – zu egal ist einem das ganze Tschimmbumm geworden. Da kann sich das Drehbuch noch so sehr bemühen, Kapriolen zu drehen und Twists wie Maschinengewehrsalven rauszuschießen – man ist dessen irgendwo zwischen Teil 1 und Teil 2 einfach müde geworden. Und ganz ehrlich: Ein Drehbuch, das versucht, nur über möglichst unvorhersehbare Twists zu punkten, die sich auch noch gegenseitig ständig übertrumpfen müssen, kaschiert damit mehr schlecht als recht nur die eigene Leere. Wes Ball hat mich mit seiner Trilogie jedenfalls nur von einem überzeugen können: Keinen Wes Ball-Film mehr in absehbarer Zukunft sehen zu wollen. Operation gelungen, Patient tot.


3,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Photo Credit: Courtesy Twentieth – © TM & © 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. Quelle http://www.imdb.com)

Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (2015)

Regie: Wes Ball
Original-Titel: Maze Runner: The Scorch Trials
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Science Fiction, Action, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Maze Runner: The Scorch Trials


Während der erste Teil der Maze Runner-Trilogie noch ganz gut vom Mysterium, das das Labyrinth, in dem Thomas (Dylan O’Brien) und seine Gefährten eingesperrt waren, lebte, versinkt die Geschichte ab Teil 2 in völliger Konfusion. Science Fiction-Dystopie meets Zombie-Horror meets Rebellensaga meets Action-Film mit Möchtegern-Mad Max-Ambiente meets Kriegsfilm meets was weiß ich noch was. Den Inhalt auch nur ansatzweise nachzuerzählen, sprengt jeglichen Rahmen. Die Autoren auf Wikipedia brauchten nicht weniger als 1.300 Wörter, um das alles zusammenzufassen. Ich habe schon Erzählungen geschrieben, die kürzer waren, und ich neige prinzipiell zum Schwafeln. Aber grob zusammengefasst: Alles rennet, rettet, flüchtet. Wer wem nachläuft oder vor wem davonläuft, ist ab einem bestimmten Punkt des Films eh schon egal, da gefühlt nicht einmal die Drehbuchautoren selbst den Überblick behalten konnten. Die Wendungen, die überraschen und Spannung aufbauen sollen, geraten ins Lächerliche. Der Film hat alle Probleme, die Filme haben, die ganz einfach zu viel wollen. Das olympische Motto „Höher. Schneller. Weiter.“ ist halt nicht auf alles gleichermaßen anzuwenden. Und so stellt sich bald gepflegte Langeweile ein. Für die einzigen Unterhaltungsmomente sorgen absurde und unfreiwillig komische Handlungsstränge oder Szenen, die einfach keinen Sinn machen oder völlig over the top sind. Der zweite Teil der Trilogie ist der beste Beweis, wie man möglichst schnell eine an sich interessante Ausgangsidee komplett gegen die Wand fahren kann. Und Spoiler: Der dritte Teil kriegt die Kurve dann auch nicht mehr – im Gegenteil.


3,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)

Regie: Wes Ball
Original-Titel: The Maze Runner
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Science Fiction, Action, Abenteuerfilm
IMDB-Link: The Maze Runner


„The Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ von Wes Ball, Auftakt zu einer dystopischen Trilogie, hat eine sehr interessante Prämisse: Verwirrter Jugendlicher (und ausnahmsweise sind’s mal nicht die Hormone) wacht in einer Art Park auf, der von einem gewaltigen Labyrinth umschlossen ist. In diesem Park lebt eine Gemeinschaft von Jungs, die natürlich gleich mal wissen möchte, wie der Neuankömmling heißt. Und da haben wir schon das erste Problem: Der Bursche (gespielt von Dylan O’Brien) weiß erst einmal gar nichts, nicht einmal seinen Namen. Und warum er hier ist und was das alles überhaupt soll, das weiß er noch weniger. Aber zumindest gibt es ein paar erfahrene Survival-Experten hier (u.a. Thomas Brodie-Sangster und Will Poulter), die dem Neuling mal die ersten Tipps mitgeben. Warum das Labyrinth existiert, versteht hier keiner – außer, dass es gefährlich ist und noch nie jemand lebend den Ausgang gefunden hat. Als dann schließlich noch Teresa (Kaya Scodelario) in die Menge der Burschen geworfen wird, ist die Verwirrung komplett. So weit, so gut. Das Problem des Films ist nur: Je mehr man von den Hintergründen erfährt, desto fader wird die Geschichte. Auch sind die Darsteller/innen nicht charismatisch genug, um die Schwächen der Story zu übertünchen. Und so ist „The Maze Runner“ eine x-beliebige Jugend-Dystopie ohne besonderen Reiz. Zwar gut gemacht und durch die Ausgangslage interessant genug, sodass man bis zum Schluss dabei bleibt und dabei unterhalten wird, aber eben nichts Außergewöhnliches. Immerhin allerdings mit Abstand der stärkste Film der Trilogie – und das will was heißen. Also – prepare yourself. Die nächsten Beiträge dieses Blogs werden schirch.


5,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2014 – Twentieth Century Fox Film Corporation, Quelle http://www.imdb.com)

I Am Legend (2007)

Regie: Francis Lawrence
Original-Titel: I Am Legend
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Drama, Thriller, Horror, Science Fiction
IMDB-Link: I Am Legend


Es ist irgendwie deppert, wenn man der einzige Überlebende in New York ist, das ansonsten nur von ungustiösen Zombies bevölkert wird. Und es noch depperter, wenn man es als Wissenschaftler in der Hand gehabt hätte, das Schlamassel zu verhindern, aber daran gescheitert ist. Und noch dazu die ganze Familie verloren hat. Nur noch die treue Schäferhündin Samantha hält die Stellung in Robert Nevilles Kampf gegen die Dämonen – die eigenen und die da draußen. Will Smith spielt diesen zerrissenen Survival-Experten gewohnt charismatisch, auch wenn ihm der Schäferhund immer wieder die Show stiehlt. Aber so ist das eben mit Hunden am Set, dagegen hast du selbst als Superstar keine Chance. „I Am Legend“ ist dennoch lange Zeit eine Will Smith-Soloshow, ehe der Film gegen Ende hin ein paar nötige Kapriolen schlägt, um die Geschichte vorwärts und zu einem Ende zu bringen. Über dieses lässt sich dann trefflich streiten, aber der Weg dahin ist spannend inszeniert. Insgesamt zementiert „I Am Legend“ den Legendenstatus von Will Smith wohl weniger, als er das im Sinn gehabt hätte, aber als spannender Unterhaltungsfilm ist er schon in Ordnung. Und das verwahrloste New York, das von Hirschen und anderen Wildtieren zurückerobert wird, ist ein Hingucker und atmosphärisch dicht umgesetzt. Allein dafür lohnt sich die Sichtung schon mal.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Sunshine (2007)

Regie: Danny Boyle
Original-Titel: Sunshine
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Science Fiction, Thriller
IMDB-Link: Sunshine


Was macht man, wenn die Sonne zu erlöschen und alles Leben auf der Erde zu vernichten droht? Ganz klar: Man wirft eine Atombombe auf das Scheißding. Die menschliche Lösung für fast alle Probleme. Immerhin hat Bruce Willis auf diese Weise schon Armageddon verhindert. In Danny Boyles Science Fiction-Thriller „Sunshine“ geht man das Ganze aber etwas profunder an. Hier ist die Bombe sozusagen das Starterkabel, das den stotternden Motor der Sonne wieder anspringen lassen soll. Zu diesem Zweck reist eine Crew von Spezialisten (darunter Cillian Murphy, Rose Byrne, Chris Evans, Michelle Yeoh und Benedict Wong) mit dem Raumschiff Icarus II Richtung Sonne. Unterwegs nehmen sie aber ein seltsames Notsignal auf – von der verschwunden geglaubten Icarus I, die auf der gleichen Mission unterwegs war, von der man aber nie wieder etwas gehört hat. „Sunshine“ ist ein echter Nägelbeißer und dabei stilistisch so atemberaubend schön umgesetzt, wie es nur Danny Boyle kann. Der finale Showdown ist ein flirrender Fiebertraum aus Farben und Formen und wird vom Zuseher mehr erfühlt als gesehen. Das ist mutiges und originelles Kino, wie man es viel öfter sehen möchte. Die Logik der Handlung ist hier weniger wichtig als das visuelle Erleben, als der Bilderrausch. Überwältigungskino im besten Sinne.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Love and Monsters (2020)

Regie: Michael Matthews
Original-Titel: Love and Monsters
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Abenteuerfilm, Komödie, Action, Science Fiction
IMDB-Link: Love and Monsters


Manchmal ist es bei Filmtitel sehr simpel: You get what you see. „Snakes on a Plane“ ist so ein Beispiel. „Love and Monsters“ von Michael Matthews ein anderes. Es geht um die Liebe. Und um Monster. Und wie man Letztere überwindet, um Ersteres zu bekommen. So einfach ist das. Also geht es im Film nur darum, dass der eher patscherte Joel (Dylan O’Brien) nach der Apokalypse 80 Meilen durch monsterverseuchtes Land latscht, um seine Jugendliebe Aimee (Jessica Henwick) wiederzufinden. Ihm zur Seite stehen dabei ein oscarverdächtig aufspielender Hund und zeitweise der mürrische Survivalexperte Clyde (Michael Rooker) sowie das junge Mädel Minnow (Ariana Greenblatt). Wer da an „Zombieland“ denkt, hat jedenfalls die gleichen Assoziationen wie ich. Überhaupt ist der Film – böse gesagt – ein Rip-Off des saukomischen Zombie-Krachers von Ruben Fleischer. Originelle eigene Ideen sucht man hier vergebens. Am ehesten macht der Film noch eine überraschende Schleife im letzten Drittel, aber auch diese Entwicklungen reißen den routinierten Filmschauer nicht aus dem Sofa. Was aber dann doch für „Love and Monsters“ spricht, ist der Unterhaltungswert. Er ist flott inszeniert, wird von Dylan O’Brien in der Hauptrolle gut getragen und das Monster-Design ist liebevoll und eher zum Schmunzeln als zum Fürchten anregend umgesetzt. Im Vergleich zu „Zombieland“, und ja, wie schon gesagt, diesen Vergleich muss sich „Love und Monsters“ jedenfalls gefallen lassen, kommt der Humor aber etwas zu kurz, und auch die Charaktere sind in „Zombieland“ denkwürdiger. Aber gut, Woody Harrelson ist nun mal Woody Harrelson – ein Michael Rooker kann da beim besten Willen nicht mithalten. Unterm Strich bleibt also „Love and Monsters“ aufgrund fehlender Originalität und nur sparsam eingesetztem Humor doch unter seinen Möglichkeiten, aber für einen unterhaltsamen Filmabend reicht es allemal. (Im Bild oben ist übrigens keines der angesprochenen Monster zu sehen – nur zur Klarstellung.)


5,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Planet der Affen (2001)

Regie: Tim Burton
Original-Titel: Planet of the Apes
Erscheinungsjahr: 2001
Genre: Abenteuerfilm, Science Fiction, Action
IMDB-Link: Planet of the Apes


Da ich vor einiger Zeit die originale Planet der Affen-Filmreihe hier rezensiert habe und die neue Origin-Trilogie ohnehin schon vor einiger Zeit auf diesem Blog besprochen wurde (sehr wohlwollend im Übrigen), heißt es nun, die Hosen runterzulassen und zu zeigen, wie weit die Affenliebe geht. Denn Tim Burtons Versuch zu Beginn des neuen Jahrtausends, die Filmreihe wiederzubeleben, ist cineastisch harte Kost. Ein im Grunde ziemlich sinnloser Film mit sinnloser Handlung, der lediglich mit den für damaligen Verhältnissen sehenswerten Costume Designs und Masken punkten kann. Aber diesem zeitlichen Zwischending zwischen alter Filmreihe und neuer Trilogie fehlt der Charme und der gesellschaftssatirische Ansatz der ersten Filme wie auch das kohärente Storytelling und die Ernsthaftigkeit der neuen Trilogie. Man könnte sagen: Tim Burtons Film vereint von beiden Welten das Schlechteste. Dass dann auch noch Mark Wahlberg, der in seiner Karriere mit „The Departed“ nur einen wirklich herausragenden Moment hatte, die Last der Hauptrolle stemmen muss, ist der letzte Gnadenschuss, den der Film noch braucht, um endgültig in der Versenkung zu verschwinden. Als Gegenspieler macht Tim Roth seine Sache gut, an seiner eiskalt-dämonischen Darstellung liegt es nicht, dass der Film so missglückt ist, wie er ist, aber ein Affe allein macht eben auch noch keine Herde. Und so bleiben am Ende ein paar gelungene Schauwerte in Sachen äffischer Mimik, stellenweise recht gelungene Action und eben Tim Roth, die dafür sorgen, dass man – wenn man konsequent für zwei Stunden das Hirn ausschalten kann – dann doch bis zum Ende durchhält. Klappe zu, Affe tot.


3,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Die Schlacht um den Planet der Affen (1973)

Regie: J. Lee Thompson
Original-Titel: Battle for the Planet of the Apes
Erscheinungsjahr: 1973
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: Battle for the Planet of the Apes


Nach dem vierzigsten Messerstich röchelte Caesar mit letzter Kraft: „Mein letzter Wille – benennt einen Salat nach mir!“ Und so ward es geschehen. Der Caesar Salad steht heute für zwei Dinge: Ein schmackhaftes Salatgericht mit einem eigens kreierten Dressing, Croutons und Parmesan einerseits, und für den unglaublichen Salat, den der Hauptaffe in der Planet der Affen-Reihe durch seine unmotivierte Expedition in die verbotene Stadt, die Welt der Menschen angerichtet hat. Wäre er hübsch zuhause geblieben, aber nein, der angeblich so kluge Primat möchte sich ein paar Home Videos seiner Eltern Zira und Cornelius ansehen – als hätte er nicht genug damit zu tun, seine Affenbande zusammenzuhalten und sie davon abzuhalten, den Menschen, die seit der Eroberung vom Planet des Affen versklavt wurden, den Knüppel zu geben. Dazu macht der eigene Sohn gerade eine pubertäre Phase durch. Wie gesagt: Wäre er einfach zuhause geblieben, dann wären die Menschen nicht in ihren Schulbussen ausgerückt, um den Affen den Garaus zu machen. Und dann hätten wir alle nicht diese fürchterlich lahmen Kampfszenen sehen müssen, die jene aus dem Vorgängerfilm noch mal dramatisch unterbieten. Wer hier konzentriert bei der Stange bleibt, ist cineastisch hartgesotten. Mir ist es nicht gelungen. Zu fad, zu banal, zu vorhersehbar und zu lahm ist das Geschehen auf dem Schirm. Und wirklich alle Charaktere sind so eindimensional und langweilig und ja, auch unsympathisch, dass man am Ende einfach hofft, dass dann doch irgendeiner noch einen auf Charlton Heston macht, auf einen roten Knopf drückt und Primaten wie Homo Sapiens gleichermaßen in die ewige Verdammnis schießt. Es ist nämlich wirklich wurscht, wer die Keilerei gewinnt. Hauptsache, der Film ist aus.


2,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)