Lieblingsfilme

12 Monkeys (1995)

Regie: Terry Gilliam
Original-Titel: Twelve Monkeys
Erscheinungsjahr: 1995
Genre: Science Fiction
IMDB-Link: Twelve Monkeys


And now for something completely different. 1995 legte der Monty Python-Mitbegründer mit „12 Monkeys“ ein Werk vor, das dem anarchischem Humor von Monty Python kaum weiter entfernt sein könnte – und sich trotzdem, bei näherer Betrachtung, in diese Richtung hin verbeugt. Denn der beißende Sarkasmus, der schon zu Meisterwerken wie „Das Leben des Brian“ geführt hat, ist auch bei „12 Monkeys“ ein wenig im Hintergrund zu spüren, wenn James Cole (herausragend stoisch gespielt von Bruce Willis), der nach einer die Weltbevölkerung fast völlig auslöschenden Seuche in die Vergangenheit geschickt wurde, versehentlich im Irrenhaus landet und dort den antikapitalistischen Tiraden des charismatischen, aber komplett übergeschnappten Jeffrey Goines (Brad Pitt mit der besten Leistung seiner gesamten Karriere) lauschen muss. Manchmal hat man einfach Pech – und dann glauben, wenn’s blöd läuft, auch mal ein paar Milliarden Menschen drauf. Und wenn man selbst zu den Verrückten gezählt wird und die Realität völlig irre klingt, ist man dann nicht vielleicht tatsächlich verrückt? Das Geniale an „12 Monkeys“ ist das Spiel mit den verschiedenen Betrachtungsweisen und den falschen Fährten, die immer und überall gelegt werden. Bis zum Ende des Films hat man eigentlich keine Ahnung, was nun Wirklichkeit ist, was Einbildung, was geschehen ist und was geschehen wird – und auch das Ende selbst legt in einem finalen Twist noch mal eine weitere Fährte, über die man sich auch lange nach dem Filmende den Kopf zerbrechen kann. „12 Monkeys“ ist ein filmischer Tour de Force-Ritt durch die Abgründe der menschlichen Wahrnehmung, ein Spiel mit Zerrspiegeln an allen Ecken des Hinterstübchens – grandios gespielt (gesondert zu erwähnen ist auch noch die wunderbare Madeleine Stowe, die dem Zuseher zunächst als Anker dient, bevor auch ihre Figur nach und nach vor den Augen des Publikums zerbröselt), noch besser geschrieben und mit Bildern, die einem lange nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ein Lieblingsfilm.


10
von 10 Kürbissen