1001 Filme

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug (1980)

Regie: Jim Abrahams, David Zucker und Jerry Zucker
Original-Titel: Airplane!
Erscheinungsjahr: 1980
Genre: Komödie
IMDB-Link: Airplane!


Es gibt Filme, aus denen wächst man mit der Zeit ein wenig heraus. So ist das der Fall bei mir mit „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (im Original schlicht: „Airplane!“) von Jim Abrahams, David Zucker und Jerry Zucker. Was habe ich den Film als Kind geliebt! Ich hätte mich bei jedem „Over, Roger!“ und den in der Synchronisation auf Bayrisch parlierenden Schwarzen zerkugeln können. Viele Gags unter der Gürtellinie sind mir da sogar noch entgangen – wie etwa der aufblasbare Autopilot. Aber trotzdem – auch wenn das Buch „1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist“ diesen Film führt, und auch wenn manche Gags auch heute noch zünden – irgendwie ist die Magie futsch. Und gerade im Vergleich zur Nackten Kanone-Trilogie, die das gleiche Konzept aufzieht, nämlich die gnadenlose Parodie auf bestimmte Filmgenres, Inhalt wurscht, Hauptsache Gags, Gags, Gags, fällt die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug doch arg ab. Natürlich war das damals bahnbrechend. Ein komplett neues Filmgenre wurde damit geschaffen (das spätestens mit dem Disaster Movie wieder zu Grabe getragen wurde). Insofern hat der Film eine Aufnahme in die cineastische Hall of Fame redlich verdient. Aber was soll ich machen, wenn ich nicht mehr darüber lachen kann? Vielleicht noch eine wehmütige Träne verdrücken und mir wünschen, ich wäre wieder der Zehnjährige, der ständig vor dem Bildschirm kudert, weil er gerade den lustigsten Film aller Zeiten sieht.


5,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 1980 – Paramount Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991)

Regie: James Cameron
Original-Titel: Terminator 2: Judgment Day
Erscheinungsjahr: 1991
Genre: Action, Science Fiction, Thriller
IMDB-Link: Terminator 2: Judgment Day


Terminator aus dem Jahr 1984 war ein Überraschungserfolg und machte Arnold Schwarzenegger quasi über Nacht zum Superstar. Kein Wunder, dass eine Fortsetzung her musste. Und weil das Konzept bewährt ist, erzählt man die gleiche Geschichte noch mal, nur ein paar Jahre später und mit umgedrehten Rollen: Der Böse aus Teil 1 darf nun gut sein. Gähn. Kennt man ja alles schon, da ist den Drehbuchautoren und Produzenten mal wieder nichts Neues eingefallen, und man melkt die Kuh, bis sie tot ist. Aber hoppla – warum ist dieser Film dann plötzlich so sagenhaft gut? Wie kann es sein, dass die Effekte, die mittlerweile ja auch schon wieder fast 30 Jahre auf dem Buckel haben, immer noch so unglaublich realistisch wirken? Und ist da auf einmal so etwas wie eine Charakterentwicklung zu sehen? Und die Spannung! Die Daumenschrauben werden von der ersten bis zur letzten Minute fest angezogen, und man erwischt sich Nägel beißend in die Couch gedrückt. Herrschaftszeiten – der Film ist fast drei Jahrzehnte alt und eine verdammte Fortsetzung! Wie kann das funktionieren? Man muss einfach festhalten, dass James Cameron damit ein Meisterwerk der Filmgeschichte gedreht hat. Ein stilbildendes Werk, das neue Maßstäbe gesetzt hat, an denen sich ein guter Actionkracher auch heute noch messen lassen muss. Der Film nimmt sich da Zeit, wo er Zeit braucht, um den Zusehern die Figuren näher zu bringen. Aber ansonsten drückt er gnadenlos aufs Gaspedal – und das ohne CGI-Gewitter, sondern mit klug dosierten und exzellent umgesetzten praktischen Effekten. Fast beiläufig gelingt es Cameron auch noch, ethische Fragen über Moral und den Wert des Lebens einzubauen, und das, ohne dass der Diskurs aufgesetzt wirkt oder mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. Neben „Star Wars Episode V – Das Imperium schlägt zurück“ vielleicht die beste Fortsetzung der Filmgeschichte. Ein Film, den man gesehen haben muss.


9,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle imdb.com)

Terminator (1984)

Regie: James Cameron
Original-Titel: The Terminator
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Action, Science Fiction, Thriller
IMDB-Link: The Terminator


17 Sätze bzw. etwa 70 Wörter für die Ewigkeit. Darunter Platz 37 der berühmtesten Filmzitate aller Zeiten laut American Film Institute: „I’ll be back!“ Mehr braucht es nicht für künftigen Ruhm und eine Karriere, die bis zum Posten des Gouverneurs von Kalifornien reicht. Arnold Schwarzenegger hat ja einige denkwürdige (und etliche vergessenswerte) Filme gedreht und auch sonst große Fußstapfen in vielen anderen Bereichen hinterlassen, aber wenn man alles, was er jemals getan hat, auf eine Sache herunterdampfen möchte, dann ist es der Film „Terminator“ von James Cameron. Eine Rolle – so ikonisch, dass Hermann Maier zum „Herminator“ wurde, Dominic Thiem zum „Dominator“, und ja, liebe deutschsprachigen Mitleserinnen außerhalb Österreichs, wir haben definitiv hierzulande ein Problem mit Personenkult. (Ich bin ja froh, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, unseren Bundeskanzler als „Shortinator“ zu bezeichnen.) Wenn man nun den verklärten Blick auf einen sicherlich prägenden Film der Filmgeschichte beiseite lässt und das mit mäßigem Budget gedrehte B-Movie mal nüchtern betrachtet, dann lässt sich sagen: Aus heutiger Sicht führen die Effekte, so kreativ sie auch umgesetzt sind, sicherlich zu einem leichten Schmunzeln. Und warum Arnie nie in die Nähe eines Schauspiel-Oscars gekommen ist, lässt sich anhand dieses Films auch leicht beantworten. Aber: Diese unheimliche Präsenz, die er als eiskalte Killermaschine auf der Leinwand zeigt, muss man auch erst einmal zusammenbringen. Und die Effekte mögen vielleicht auch im Vergleich mit anderen Produktionen der 80er nicht 100%ig überzeugend sein, aber sie tragen die Geschichte dennoch und passen in ihrer dreckigen Hemdsärmeligkeit auch verdammt gut zum Rest des Films, der rau und böse und gnadenlos spannend ist. Mit „Terminator“ wurde nicht nur ein Film für die Ewigkeit gedreht, sondern auch ein ganzes Universum erschaffen, das in einem endlosen Kreislauf in sich selbst gefangen ist und durch faszinierende Hoffnungslosigkeit besticht. Und niemand Anderer als Arnie hätte das so brutal stoisch verkörpern können, davon bin ich überzeugt. Steirerblut ist schließlich kein Himbeersaft.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle imdb.com)

Ghostbusters – Die Geisterjäger (1984)

Regie: Ivan Reitman
Original-Titel: Ghostbusters
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Komödie, Fantasy
IMDB-Link: Ghostbusters


Es gibt Filme, über die man eigentlich gar nicht viel schreiben muss, denn es ist schlicht unmöglich, als halbwegs Filminteressierter bis heute daran vorbeigekommen zu sein. „Ghostbusters“ von Ivan Reitman aus dem Jahr 1984 ist so ein Fall. Daher gibt’s im Zuge dieses Beitrags nicht die übliche Verlinkung auf den Filmtrailer oder eine Szene aus dem Film, sondern eines meiner absoluten Lieblings-Youtube-Videos – Carl Davis dirigiert das Czech National Symphony Orchestra zur Titelmusik von „Ghostbusters“ und hat jede Menge Spaß dabei. Und damit ist die Grundstimmung des Films auch schon umrissen. „Ghostbusters“ ist einfach ein großes Vergnügen. Vier erwachsene Typen schmeißen sich in Raumanzüge und jagen mit Protonen-Packs Ektoplasma. Bill Murray ist dabei der Chauvinist mit den sarkastischen Sprüchen, Dan Aykroyd der schusselige Naivling, Harold Ramis der humorlose Wissenschaftler und der spät hinzugestoßene Ernie Hudson der Typ, der einfach zu schlecht bezahlt wird für diesen Job. Allein schon die Dynamik dieser vier Gestalten ist ungemein unterhaltsam. Dazu kommen noch Sigourney Weaver, Annie Potts und der leider viel zu früh in Schauspielpension gegangene Rick Moranis, die alle ihre großartigen Momente haben. Mehr braucht es dann auch nicht für einen gelungenen Filmabend. Die Beteiligten hatten sichtbar Spaß an dem Film, und das überträgt sich auf den Zuseher. Dabei ist der Film weniger klamaukig, als man vermuten möchte. Der Humor ist teils so trocken, dass man während des Films nicht rauchen darf. Und der Höhepunkt, wenn sich Gozer the Destroyer manifestiert, um New York in Schutt und Asche zu legen, ist ohnehin ein Meilenstein der absurden Unterhaltung. Wenn es also da draußen noch tatsächlich arme Seelen gibt, die diesen Film nicht kennen: Tut etwas für eure Gesundheit und schaut „Ghostbusters“.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © Sony Pictures Home Entertainment, Quelle: imdb.com)

Im Schatten des Zweifels (1943)

Regie: Alfred Hitchcock
Original-Titel: Shadow of a Doubt
Erscheinungsjahr: 1943
Genre: Krimi, Thriller
IMDB-Link: Shadow of a Doubt


Gemäß des alten Spruchs „Besuch bereitet immer Freude – entweder beim Kommen oder beim Gehen“ wird das Kleinstadtleben der Familie Newton in Santa Rosa, Kalifornien, gründlich auf den Kopf gestellt, als sich der Bruder der Mutter, Charlie (Joseph Cotten), zu einem überraschenden Besuch einfindet. Dieser lebt eigentlich in New York, aber da ihm zwei finstere Gestalten auf den Fersen sind, richtet er es sich erst einmal bei seiner Schwester ein – sehr zur Freude der nach dem Onkel benannten ältesten Tochter (Teresa Wright). Die hat nämlich das Kleinstadtleben satt – und wenn dann so ein waschechter und manierlicher New Yorker Onkel vorbeischaut, tut sich endlich mal was. Aber sein nervöses und teils abweisendes Verhalten lässt bald erste Zweifel aufkochen. Was, wenn der nette Onkel ein paar Probleme von der Ostküste mitgebracht hat? „Im Schatten des Zweifels“ ist ein grundsolider Thriller, der davon lebt, wie Kleinstadtidylle und großstädtische Kriminalität aufeinanderprallen. Die heile Welt wird von Alfred Hitchcock nach und nach genüsslich demontiert, was der Zuseher durch die Augen der unglaublich naiven Charlie verfolgen kann. Dabei gibt es – wie für Hitchcock üblich – einige herausragende Kamerafahrten zu bewundern, vor allem gleich zu Beginn, als Charlie in New York vor seinen beiden Verfolgern flüchtet. Aus heutiger Sicht mag der Plot nicht mehr ganz so taufrisch wirken, da haben sich andere Klassiker von Hitchcock aus meiner Sicht besser gehalten, aber dennoch versteht es der Meister des Suspense, das Interesse am Film aufrecht zu halten. Ein Großteil der Ehre gebührt dabei auch Teresa Wright, deren Charisma jeden Film sehenswert machen kann. Wie gut für uns alle, dass sie in die Zeitmaschine gestiegen ist, um 1985 in „Zurück in die Zukunft“ Martys Mutter zu spielen.


6,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle: imdb.com)

Jurassic Park (1993)

Regie: Steven Spielberg
Original-Titel: Jurassic Park
Erscheinungsjahr: 1993
Genre: Abenteuerfilm, Horror, Science Fiction
IMDB-Link: Jurassic Park


Als Kind ging ich oft mit meinem Opa ins Haus der Natur, eine meiner schönsten und nachhaltigsten Erinnerungen. Was mich dort nach dem Reptilienzoo am meisten begeisterte, war der Raum, der den Dinosauriern und der Urzeit gewidmet war. Mich beeindruckten dort vor allem die lebensgroßen Nachbildungen von Skeletten und Dinosaurier-Modellen (das Allosaurus-Modell konnte sogar den Kopf bewegen und brüllen – damals eine echte Sensation). Und am Ende des Museumsbesuchs durfte ich mir immer im Shop einen Plastikdinosaurier aussuchen, zu besonderen Anlässen einen großen, ansonsten einen der kleineren. Im Laufe der Zeit sammelten sich so ein Diplodocus, ein Tyrannosaurus Rex, ein Brachiosaurus, ein Triceratops, ein Stegosaurus und ein Paracephalus an, und allein die Tatsache, dass ich das heute, dreißig Jahre später, immer noch so genau weiß, ist schon ein gutes Indiz für meine Vernarrtheit in die prähistorischen Tiere. Dass ich im zarten Alter von 11 Jahren Steven Spielbergs Schocker „Jurassic Park“ nicht sehen durfte, gehört zu den großen Niederlagen meiner frühen Jahre. Nachgeholt habe ich den Film dann später – und Mann, habe ich mir vor Angst in die Hosen geschissen, als der T-Rex das Klo abgedeckt und den darin kauernden Versicherungsvertreter gefressen hat oder die Velociraptoren in der Küche Jagd auf die Kinder gemacht haben. Natürlich, Jugendliche sind leicht zu beeindrucken, die lebhafte Fantasie überdeckt gern manchen schlechten Special Effect. Aber wenn ich den Film heute mit den Augen eines Erwachsenen sehe, der in Zeiten von CGI schon alles und das dreimal gesehen hat, bin ich nach wie vor beeindruckt von den bahnbrechenden Effekten, die Kino auf ein neues Niveau gehoben haben. „Jurassic Park“ gilt heute zurecht als Klassiker. Alles, was danach an Fortsetzungen kam, war ebenfalls unterhaltsam und gut gemacht, konnte aber die Magie des ersten Films, als plötzlich alles möglich schien, nicht mehr erreichen. Einer der bedeutenden Wegpunkte des modernen Kinos.


9,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 2012 – Universal Pictures, Quelle: imdb.com)

Psycho (1960)

Regie: Alfred Hitchcock
Original-Titel: Psycho
Erscheinungsjahr: 1960
Genre: Thriller, Krimi
IMDB-Link: Psycho


Junger Motel-Besitzer mit guten Manieren stoppt eiskalte Verbrecherin auf der Flucht. Doch leider erfährt dieser nicht die verdiente Anerkennung, sondern wird aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände in einen Strudel sich gegenseitig misstrauender Hobby-Ermittlungen hineingezogen und verliert dabei nicht nur seine geliebte Mama, sondern auch den Verstand. Klar, Alfred Hitchcocks Thriller-Klassiker „Psycho“ ist inhaltlich gut bekannt. Und so ziemlich jeder Mensch auf dieser Erde, ganz gleich, ob er den Film jemals gesehen hat oder nicht, kennt die berühmte Dusch-Szene, in der Janet Leigh den bislang von Fay Wray in „King Kong und die weiße Frau“ gehaltenen Dezibel-Rekord für Filmschreie eindrucksvoll pulverisiert. Aber kann der Film darüber hinaus auch heute noch spannende Unterhaltung bieten? Die klare Antwort lautet: Ja! Es ist wenig verwunderlich, dass Hitchcock als Meister des Suspense gefeiert wurde, denn auf diesem Gebiet war er seiner Zeit ganz einfach weit voraus. Mit seinem Gespür für Spannungsbögen und Dramaturgie und seinem Auge für interessante Settings (das Herrenhaus hinter dem Bates-Motel gehört zu den gruseligsten Häusern der Filmgeschichte) und von inneren Dämonen gequälten Charakteren hat er zeitlose Meisterwerke geschaffen, die auch heute noch für kurzweilige Filmabende sorgen. Für mich kommt „Psycho“ nicht ganz an andere seiner Meisterwerke, allen voran „Das Fenster zum Hof“, heran, dazu ist mir die Hauptfigur Marion Crane schlicht zu unsympathisch, und ich gebe der im Biopic „Hitchcock“ von Helen Mirren gespielten Ehefrau Alma Recht, als sie Hitchcocks Zweifel, ob er seine Hauptfigur nach der Hälfte des Films einfach sterben lassen könne, mit einem trockenen „Kill the bitch earlier“ ausräumte. Aber sei’s drum, der Rest – und vor allem Anthony Perkins‘ grandiose Darstellung als Norman Bates – ist gemacht für die Ewigkeit.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle: imdb.com)

Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

Regie: John Carpenter
Original-Titel: The Thing
Erscheinungsjahr: 1982
Genre: Science Fiction, Horror
IMDB-Link: The Thing


Zefix, ihr Nasen – habt ihr das noch immer nicht begriffen? Man lässt gefälligst die Griffel von seltsamen Zeug aus dem All. Oder hat etwa die Crew auf der Forschungsstation in der Antarktis den Film Das Ding aus einer anderen Welt nicht gesehen? Jedenfalls steht diese, angeführt vom Helikopter-Piloten MacReady (Kurt Russell) bald vor einem gewaltigen Problem. Die Kollegen von der norwegischen Forschungsstation sind offenbar durchgeknallt und ballern aus einem Hubschrauber heraus auf einen armen Huskey. Beim Versuch, diesem bei der Station der Amerikaner endgültig den Garaus zu machen, geht der Hubschrauber in Flammen auf, und alle Norweger sterben. Die Amis sind da erst einmal verwirrt, was ihnen keiner verübeln kann. Und ohne es zu bemerken, holen sie sich bei der Durchsuchung der norwegischen Station einen ungebetenen Gast ins Haus. Dieser hat die dumme Angewohnheit, formzuwandeln, sprich: jedes Lebewesen imitieren zu können (nachdem es dieses getötet hat), und sich wie ein Virus zu verbreiten in der unheiligen Mission, die Menschheit auszurotten – beginnend mit der Antarktis (man muss sich ja bei solchen großen Projekten Schritt für Schritt vorwagen und erst mal ein geeignetes Testfeld finden). Der Transformationsprozess dieses Dings aus dem All sieht spektakulär aus. Die Effekte sind zum Staunen, wunderschön eklig und gewitzt inszeniert. Der dumpf-bedrohliche Soundtrack von Meister Ennio Morricone verstärkt das Gruseln und schafft mit den eisigen Bildern eine Stimmung permanenter, aber nicht greifbarer Bedrohung. In diesem Film muss nicht hinter jeder Ecke ein Monster hervorspringen – im Gegenteil: Die Stärke des Films ist, dass das Monster eben nicht so leicht zu finden ist. Ein Muss für jeden Filmfan! Aber eine Warnung sei dennoch ausgesprochen: Man sollte keinen allzu empfindlichen Magen haben, denn sonst wird’s mühsam.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle: imdb.com)

Good Bye, Lenin! (2003)

Regie: Wolfgang Becker
Original-Titel: Good Bye, Lenin!
Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Drama, Komödie, Politfilm
IMDB-Link: Good Bye, Lenin!


Die Leute, die vor zwei Monaten ins Koma gefallen sind und in den nächsten Wochen daraus erwachen, werden sich erst mal ziemlich wundern. So ähnlich ergeht es auch Alex‘ Mutter, die aufgrund eines Herzinfarktes, verursacht durch einen schweren Schock, an dem der Filius nicht unbeteiligt ist, die Wende und den Siegeszug des Kapitalismus durch die DDR verschläft. Als Muttern unverhofft nach Monaten wieder erwacht, ist die Freude zunächst groß bei ihrer Familie. Doch die Botschaft des Arztes lässt gleich wieder dunkle Wolken heranziehen: Jeglicher Schock ist zu vermeiden, denn einen zweiten Herzinfarkt würde die gerade Genesene nicht überleben. Doch was tun, wenn die Mutter glühende Kommunistin ist? Also muss die DDR nur wenige Monate nach ihrem Ende in einer kleinen Wohnung ist Ost-Berlin wieder auferstehen. Und schon beginnen die Schwierigkeiten. Wie die Coca-Cola-Reklame fernhalten, die gerade großflächig vom Haus gegenüber ausgerollt wird? Und wo kriegt man noch Spreewald-Gurken her, wenn die neuen Gurkerl allesamt aus Holland kommen? Und überhaupt: Was, wenn die im Moment noch ans Bett Gefesselte wieder teilnehmen möchte am Leben da draußen, auch wenn es vorerst nur durchs tägliche Schauen der Nachrichten im Fernsehen ist? Da sind gewitzte Ideen gefragt. Und Alex (Daniel Brühl) hat alle Hände voll zu tun, um die Illusion zu bewahren. Zu allererst ist „Good Bye, Lenin!“ natürlich mal eine politische Komödie über die Wende und gleichzeitig Seitenhieb auf den Kommunismus wie auf den Kapitalismus (und überhaupt jeden -Ismus, der vorstellbar ist). Allerdings versinkt der Film glücklicherweise nicht in Klamauk, sondern versteht es vor allem, die leisen Zwischentöne zu inszenieren. So ist der Film überraschend melancholisch – was ich so nicht erwartet hätte.


7,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Photo by Conny Klein – © 2003 Sony Pictures Classics, Quelle: imdb.com)

Hannah und ihre Schwestern (1986)

Regie: Woody Allen
Original-Titel: Hannah and Her Sisters
Erscheinungsjahr: 1986
Genre: Komödie, Rom-Com
IMDB-Link: Hannah and Her Sisters


Irgendwie fühlen sich alle Woody Allen ja ziemlich gleich an. Das Grundrezept besteht aus Jazz, Spaziergängen und neurotischen Menschen. „Hannah und ihre Schwestern“ aus dem Jahr 1986, dreifach Oscar-geadelt (Dianne Wiest, Michael Caine und Woody Allen für das beste Script) ist hierbei keine Ausnahme. In der Tonalität ist der Film allerdings ein wenig gesetzter, nicht direkt melancholisch, aber mit leiseren Zwischentönen, die der Geschichte rund um der farblosen Hannah (Mia Farrow), die es allen Recht machen möchte und dabei übersieht, dass ihr Umfeld aus den Fugen gerät, und ihrer beiden Schwestern Holly (Dianne Wiest) und Lee (Barbara Hershey), gut tun. Hannah scheint zunächst jene Schwester zu sein, die ihr Leben noch am besten in den Griff bekommen hat. Allerdings fängt ihr Mann (Michael Caine) eine Affäre mit ihrer eigenen Schwester Lee an. Und auch der Ex-Mann (Woody Allen) ist keine Stütze – der nervöse Hypochonder sieht sich schon mit einem Gehirntumor konfrontiert, der ihn in eine tiefe Sinnkrise stürzt. Und Hannahs Schwester Holly hat mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen – mit Zurückweisungen, die sie als angehende Schauspielerin erfährt, und der Tatsache, dass ihre beste Freundin April (Carrie Fisher), mit der sie zudem einen Catering-Service betreibt, bei den interessanten Männern besser ankommt. Eigentlich fällt es schwer, in Woody Allens Film einen roten Faden zu finden, denn jede Figur hat so ihre Probleme und jede bekommt genügend Screentime, um diese auch vor den Zusehern auszubreiten. Das alles ist allerdings charmant von tollen Schauspielern und einem Script, das dennoch eine gewisse Grundordnung bewahrt, zusammengehalten und ist kurzweilig anzusehen. Am Ende sind – wie bei vielen Woody Allen-Filmen – die Figuren nur unmerklich von ihrer Ausgangsposition zu Beginn des Films entfernt, aber das kleine Stück Weg, das sie dank ihrer Erkenntnisse zurückgelegt haben, kann eine ganz neue Welt bedeuten.


7,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc., Quelle: imdb.com)