1904

Die Meerjungfrau (1904)

Regie: Georges Méliès
Original-Titel: La sirène
Erscheinungsjahr: 1904
Genre: Kurzfilm, Fantasy
IMDB-Link: La sirène


Georges Méliès, der Magier unter den Filmmachern, nutzte das neue Medium, um etliche seiner Bühnentricks auf die große Leinwand zu bringen. Ein Klassiker unter den Zaubertricks ist das Kaninchen aus dem Hut. Méliès wandelt diesen Trick ein wenig ab und fischt aus seinem imposanten Zylinder ein paar kleine Fischchen, die er in ein Aquarium steckt, wo sie sich ihres Daseins freuen. Aber natürlich darf auch das Karnickel nicht fehlen. So weit, so klassisch. In der zweiten Hälfte des nicht ganz fünfminütigen Films wird es hingegen surrealer – und für die damalige Zeit auch deutlich gewagter – als eine leichtbekleidete Meerjungfrau erscheint und Kussmünder verteilt. Es ist die Assistentin des Zauberers, die zwischen Mensch und Fisch mäandert. „Die Meerjungfrau“ ist nicht viel mehr als eine kurze Sequenz, die auch gut in eine abendliche Zauberrevue passen würde. Das Medium Film wird hierbei nicht ganz ausgeschöpft. Diesbezüglich schuf Méliès im Laufe seiner kurzen, aber eindrucksvollen Karriere als Filmregisseure ganz andere Kaliber. Aber nett anzusehen ist diese kleine Zauberei dennoch, und man vertut sich angesichts der Kürze auch nicht viel Lebenszeit.


5,5 Kürbisse

Kulinarische Hexerei (1904)

Regie: Georges Méliès
Original-Titel: Sorcellerie culinaire
Erscheinungsjahr: 1904
Genre: Kurzfilm, Fantasy
IMDB-Link: Sorcellerie culinaire


Kochen ist wahre Hexerei. Jedenfalls für mich. Gut, etwas Gemüse und einen Fisch in der Pfanne anbraten, kriege ich noch hin, auch meine Thunfisch-Spaghetti würde ich mal als genießbar bezeichnen, und bei Palatschinken bin ich auch gut dabei. Aber die hohe Kunst des Kochens, wie man sie in den Haubenrestaurants dieser Welt erfahren kann? Das erscheint mir immer wie eine Mischung aus chemischer Wissenschaft, Besessenheit und einem Stück Alchemie. Georges Méliès hat sich das wohl auch gedacht, jedenfalls den Teil mit der Hexerei, und so schickt er seinen armen Koch in eine Tour de force, als drei Teufelchen in seiner Küche auftauchen und ihm mit ihren Streichen gehörig das Essen versalzen. Wild springen diese Teufel umher, sind nicht zu fassen, schlagen Purzelbäume – und wer sich eingehender mit dem Werk von Georges Méliès beschäftigt, merkt rasch, dass diese Teufelchen einen ganz besonderen Platz in seinem Schaffen finden. Teufel, die mit Purzelbäumen in oder aus Kesseln oder Kisten springen, gibt es bei ihm oft zu bewundern. Und irgendwie unterhält diese lustige Hüpferei auch heute noch. Es ist ein fröhlich unschuldiger Spaß, den sich Georges Méliès hier erlaubt, garniert mit der damals bahnbrechenden Tricktechnik, die auch heute noch zum Staunen einlädt.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)