1906

Ein Sturz aus der fünften Etage (1906)

Regie: Georges Méliès
Original-Titel: Une chute de cinq étages
Erscheinungsjahr: 1906
Genre: Kurzfilm, Komödie
IMDB-Link: Une chute de cinq étages


Georges Méliès war einer der ersten Filmemacher, zumindest in Frankreich, dem Mutterland des Films, war er der Allererste, der sich ein professionelles Filmstudio einrichtete. Der Pionier des Films drehte hier einen Großteil seiner insgesamt etwa 500 Werke, darunter auch „Ein Sturz aus der fünften Etage“ aus dem Jahr 1906, den man als klassischen Slapstick-/Klamaukfilm bezeichnen kann. Ein vornehmes Paar kommt zu einem Fotografen in dessen Studio, um sich ablichten zu lassen, doch der schusselige Assistent löst das pure Chaos aus, im Zuge dessen der Fotograf nicht nur sein teures Equipment verliert, sondern auch noch die Straße unter dem Studio ins Desaster gestürzt wird. Die zweite Hälfe des etwa 2,5 Minuten langen Kurzfilms ist die reinste Anarchie und großes Gaudium. Man kommt nicht umhin, Vergleiche mit dem späteren Genie der Slapstick-Komödie, Charlie Chaplin, zu ziehen. Es ist durchaus möglich, ja, sogar wahrscheinlich, dass Chaplin bei den Filmen Méliès‘ gut hingeschaut hat. Noch deutlicher zeigt sich das im Film „Die Matratzen-Wollkämmerinnen“ aus dem gleichen Jahr, der hier ebenfalls noch besprochen werden wird. Jedenfalls war Méliès stilbildend für viele cineastische Elemente, die uns in den folgenden 120 Jahren so viel Freude beschert haben.


6,5 Kürbisse

Die Brandstifter (1906)

Regie: Georges Méliès
Original-Titel: Les incendiaires
Erscheinungsjahr: 1906
Genre: Kurzfilm, Krimi, Drama
IMDB-Link: Les incendiaires


Ein paar Taugenichtse zündeln herum und fackeln einen Schuppen ab. Das bringt natürlich sofort die Polizei auf dem Plan und nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd wird schließlich einer der Strolche geschnappt. Nach einer nicht so schönen Zeit im Gefängnis, in der er schon von der Guillotine fantasiert, wird ihm dann tatsächlich der Prozess gemacht. Der fulminante Höhepunkt dieses frühen Krimidramas ist die Exekution des Verbrechers durch die schon angesprochene Guillotine. Die Gerechtigkeit obsiegt, der Schurke ist einen Kopf kürzer. Filmpionier Georges Méliès bewegte sich mit „Die Brandstifter“ mal auf anderem Terrain als den üblichen fantastischen Tollereien oder spaßigen Zaubertricks. „Die Brandstifter“ ist eine durchaus ernste Angelegenheit und erzählt in etwas weniger als acht Minuten eine ganze Geschichte. Natürlich nutzt Méliès hier wieder stark seine Fähigkeiten als Magier, um mit frühen Special Effects filmische Illusionen zu erzeugen. Ich kann mir vorstellen, dass die Enthauptung des Bösewichts zu damaligen Zeiten für einigen Schrecken in den Vorführungen gesorgt hat. Abgesehen vom fehlenden Blut (das wäre wohl wirklich too much gewesen) wirkt die Darstellung der Exekution recht realistisch. „Die Brandstifter“ sind ein gutes Beispiel dafür, wie rasch sich Méliès in den wenigen Jahren, in denen er aktiv Filme dreht, weiterentwickelte und das neue Medium Film auf vielfältige Weise für sich nutzen konnte.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von A7A09064_017.JPG – © Archives du 7e Art/DR – Bild mit freundlicher Genehmigung photo12.com, Quelle http://www.imdb.com)