1961

Frühstück bei Tiffany (1961)

Regie: Blake Edwards
Original-Titel: Breakfast at Tiffany’s
Erscheinungsjahr: 1961
Genre: Drama, Komödie, Liebesfilm
IMDB-Link: Breakfast at Tiffany’s


„Breakfast at Tiffany’s“ von Blake Edwards nach einem Roman von Truman Capote ist die herzzerreißende Geschichte eines hübschen Katers (Orangey), der nach wilden Party-Exzessen von seinem Lebensmenschen bei strömendem Regen in der Gosse ausgesetzt wird. Kein Wunder, dass dieser Film auch heute noch als Klassiker gilt. Für Katzenfreunde ist diese tragische Geschichte schwer zu packen, aber – Spoiler! – anders als in Truman Capotes Buch gibt es im Film dann doch ein Happy End. Der Kater wird doch noch gefunden, erhält viel Liebe und schaut grimmig, aber doch mit Hoffnung in den Augen in die Zukunft. Das ist aber auch gleichzeitig der größte Kritikpunkt am Film. Auch Capote selbst war nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie sein Stoff massentauglich bearbeitet wurde. Für den Kinozuseher der 60er-Jahre war aber eine größere Tragik, wie sie im Roman vorgesehen war, scheinbar nicht zumutbar. Trotzdem funktioniert der Film auch heute noch, was nicht zuletzt an der Besetzung liegt. Orangey spielt grandios und erhielt völlig zurecht für seine Rolle seinen insgesamt zweiten PATSY Award. Auch in den noch so kleinsten Nebenrollen findet sich Prominenz: George Peppard als mittelloser Schriftsteller Paul Varjak. Die damals gar nicht so unbekannte Audrey Hepburn als Partygirl Holly Golightly. Patricia Neal als Geliebte von Paul Varjak. Sie alle spielen dem Kater mit Leib und Seele zu, der so unterstützt sein ganzes Talent zur Entfaltung bringen kann. Allein über Mickey Rooney als Mr. Yunioshi müssen wir reden. Seine Darstellung ist grauenhaft und versaut fast den ganzen Film. Lieber also auf den Kater konzentrieren. Dann passt alles.


7,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: (c) Paramount 1961, Quelle imdb.com)

Eins, Zwei, Drei (1961)

Regie: Billy Wilder
Original-Titel: One, Two, Three
Erscheinungsjahr: 1961
Genre: Komödie, Satire
IMDB-Link: One, Two, Three


Was für ein Rundumschlag! In „One, Two, Three“ aus dem Jahr 1961 zog Billy Wilder so ziemlich alles durch den Kakao, was ihm zur Nachkriegszeit eingefallen ist. Vordergründig geht es in dieser Screwball-Komödie um den Geschäftsführer eines Coca Cola-Werks in West-Berlin, der die umtriebige Tochter des ganz hohen Bosses aufgehalst bekommt, die sich prompt in den Osten schleicht und dort einen glühenden Kommunisten heiratet. Als der Chef der Chefs sein Kommen ankündigt, herrscht natürlich erst einmal Panik – die Anlass gibt für rasend komische Verwicklungen und dramaturgische Pirouetten. Was den Film aber so besonders macht, ist eben, dass Billy Wilder in alle Richtungen austeilt. Kapitalisten, Kommunisten, ehemalige Faschisten, die das Hacken zusammenschlagen und blinden Gehorsam noch verdammt drauf haben und nun gewinnbringend einsetzen können, opportunistische Überläufer, eine sarkastische Ehefrau, die ihren untreuen Ehemann mit „mein Führer“ anspricht – nichts ist hier heilig. Keine einzige Figur scheint in diesem Treiben moralisch integer zu sein. Vorgetragen wird das alles in einem rasanten Tempo, das keine leisen Töne erlaubt. Hier wird geschrien und gefuchtelt und gegrölt. So etwas kann natürlich auch fürchterlich nerven, aber weil Billy Wilder alles unter Kontrolle hat und hinter jeder Ecke ein weiterer subversiver Witz lauert (bei den besten bleibt einem das Lachen im Hals stecken), hat man einfach einen Riesenspaß. Ein Film mit dem Energielevel eines hyperaktiven Kaninchens auf Ecstasy, das versehentlich zehn Liter Coca Cola getrunken hat.


8,5
von 10 Kürbissen