1984

Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984)

Regie: Steven Spielberg
Original-Titel: Indiana Jones and the Temple of Doom
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Abenteuerfilm
IMDB-Link: Indiana Jones and the Temple of Doom


Der Film hat seine Fangemeinde, aber allgemein wird „Indiana Jones und der Tempel des Todes“, der zweite Teil der Indiana Jones-Filmreihe, etwas schwächer bewertet als der erste und der dritte Film. Und auch ich bin kein großer Fan des zweiten Abenteuers rund um den wagemutigen Archäologen (Harrison Ford), wenngleich mich der Film nach wie vor sehr gut unterhält. Aber woran liegt es, dass der düstere Mittelteil der Trilogie, die später um einen vierten Film ergänzt wurde, trotz etlicher legendärer Szenen (Das Dinner! Der Käfig! Die wilde Verfolgungsjagd in den Stollen!) auf hohem Niveau etwas zurückbleibt? Nun, zum Einen ist der Film deutlich düsterer als die anderen Teile der Reihe, was angeblich darauf zurückgeht, dass sowohl Steven Spielberg als auch George Lucas während der Arbeiten an dem Film privat etwas gebeutelt waren, was sich in der Grundstimmung des Films spiegelte. Zum Anderen funktioniert Kate Capshaw als Sängerin Willie, die unverhofft in das neueste Abenteuer von Indiana Jones hineingezogen wird, leider überhaupt nicht. Im Gegenteil: Die meiste Zeit über ist ihre Rolle überaus nervig. Immerhin führte ihre Beteiligung an dem Film zu einer Ehe mit Steven Spielberg – also wird sie selbst wohl ihren Frieden gefunden haben mit dem kläglichen Auftritt in diesem Film. Und auch der witzige Sidekick Short Round (Jonathan Ke Quan) bringt zwar eine nette Dynamik in das Geschehen, es wird aber nur unzureichend erklärt, warum er überhaupt an Indys Seite klebt. All diese Charaktere wirken wie notdürftig in den Film geflickt, und es liegt am Ende mal wieder an Harrison Fords Charme, um den Film zusammenzuhalten. Immerhin darf er als Indiana Jones diesmal aktiv etwas zu der Story beitragen. Und diese ist auch runder gebaut als noch im ersten Film – da sammelt der zweite Teil also Pluspunkte ein. Trotzdem: „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ ist der Film, den man sich ansieht, weil man demnächst Teil 3 sehen möchte. Was natürlich unfair ist, da der Film per se wirklich gut gelungen ist, aber gemessen an dem, was vor ihm kam, und vor allem an dem, was danach kam, fehlt halt doch das gewisse Etwas.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: © Lucasfilm Ltd. & TM, Quelle http://www.imdb.com)

Die unendliche Geschichte (1984)

Regie: Wolfgang Petersen
Original-Titel: Die unendliche Geschichte
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Fantasy
IMDB-Link: Die unendliche Geschichte


„Aber das Buch war viel besser!“ – „Aber die Spezialeffekte wirken heute nur noch lächerlich!“ – „Aber die Handlung ergibt irgendwie keinen Sinn!“ – „Aber es wird ja nur die Hälfte der Geschichte erzählt!“ Alles richtig. Wenn man die Verfilmung des grandiosen Bestsellers von Michael Ende unter der Regie von Wolfgang Petersen kritisch auseinandernehmen möchte, findet man viele Ansatzpunkte, die alle ihre Berechtigung haben. Hier schreibt aber der 8jährige Filmkürbis, dessen größter Wunsch es war, selbst einmal mit Fuchur fliegen zu dürfen, der panische Angst vor dem Gmorg hatte, der sich selbst Namen für die Kindliche Kaiserin ausgedacht hat, kurz: Hier schreibt jemand, der sich von der Magie der Geschichte und Phantásiens einfangen ließ und dabei nicht auf nur schwer bewegliche Puppen oder mäßig ausgeführte Spezialeffekte schaute. Hier schreibt jemand, der sich selbst in Koreanders Buchladen schleichen und das geheimnisvolle Buch mit dem Aurýn-Symbol mitgehen lassen wollte. Seltsamerweise habe ich das Buch erst viele Jahre später gelesen, da war ich schon in meinen Dreißigern, und welchen Eindruck der Film damals auf mich machte, lässt sich am einfachsten daraus ablesen, dass auch die Kenntnis des Buches (und ja, es ist noch so viel besser und vielschichtiger als der Film) meinen weiteren Sichtungen des Films nichts anhaben konnte. Auch heute noch, nach wer weiß wie vielen Wiederholungen, werde ich zum Achtjährigen mit leuchtenden Augen, sobald sich Bastian Balthasar Bux (Barret Oliver) auf den Schuldachboden verkriecht und Atréju (Noah Hathaway) auf seinem treuen Pferd Artax losreitet, um Phantásien vor dem Nichts zu retten. Und wenn ich selbst mal Kinder habe im passenden Alter, dann werde ich ihnen nicht nur das Buch in die Hand drücken, sondern auch gemeinsam mit ihnen den Film ansehen, und sie werden ihn verdammt noch mal mögen, denn sonst werfe ich sie dem Gmorg zum Fraß vor!


8,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 1984 Warner Bros. Ent., Quelle http://www.imdb.com)

Gremlins – Kleine Monster (1984)

Regie: Joe Dante
Original-Titel: Gremlins
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Komödie, Horror, Weihnachtsfilm
IMDB-Link: Gremlins


Ich denke, diese goldenen Regeln sind allseits: „Setze sie niemals dem Licht aus! Bringe sie nie mit Wasser in Berührung! Und vor allem – die wichtigste Regel: Füttere sie nie nach Mitternacht“. Die Rede ist natürlich von meiner Katze Clarisse. Zufälligerweise passen diese drei Regeln auch sehr gut auf die putzigen Mogwais, die bei Nichtbeachtung zu weniger putzigen Gremlins mutieren. Das muss auch bald Billy (Zach Galligan) erfahren. Der hat von seinem Vater den kleinen Gizmo geschenkt bekommen, aber weil man halt verantwortungsvolle Aufgaben auch verantwortungsvollen Leuten übertragen sollte, ploppen nur wenige Tage nach dem Bonding zwischen Gizmo und Billy garstige Gremlins aus dem wuscheligen Kerlchen hervor, die fortan danach streben, möglichst viel Chaos zu verbreiten und die Kleinstadt, in der Billy lebt, in Schutt und Asche zu legen. Die Art und Weise, wie sie an diese große Aufgabe herangehen, ist auch heute noch wahnsinnig komisch. Klar, der Film ist veraltet, die Special Effects rufen bei allen Filmfans, die im neuen Jahrtausend geboren wurde, bestenfalls ein Stirnrunzeln hervor, und der beste Schauspieler der ganzen Truppe ist Hund Mushroom, aber dennoch versprüht „Gremlins – Kleine Monster“ von Joe Dante auch heute noch unglaublich viel Charme und unterhält bestens. Als Zuseher hat man mindestens genauso viel Spaß wie die Gremlins bei ihrer Tour der Verwüstung. Fast ist es schade, wenn diese am Ende ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.


7,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Terminator (1984)

Regie: James Cameron
Original-Titel: The Terminator
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Action, Science Fiction, Thriller
IMDB-Link: The Terminator


17 Sätze bzw. etwa 70 Wörter für die Ewigkeit. Darunter Platz 37 der berühmtesten Filmzitate aller Zeiten laut American Film Institute: „I’ll be back!“ Mehr braucht es nicht für künftigen Ruhm und eine Karriere, die bis zum Posten des Gouverneurs von Kalifornien reicht. Arnold Schwarzenegger hat ja einige denkwürdige (und etliche vergessenswerte) Filme gedreht und auch sonst große Fußstapfen in vielen anderen Bereichen hinterlassen, aber wenn man alles, was er jemals getan hat, auf eine Sache herunterdampfen möchte, dann ist es der Film „Terminator“ von James Cameron. Eine Rolle – so ikonisch, dass Hermann Maier zum „Herminator“ wurde, Dominic Thiem zum „Dominator“, und ja, liebe deutschsprachigen Mitleserinnen außerhalb Österreichs, wir haben definitiv hierzulande ein Problem mit Personenkult. (Ich bin ja froh, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, unseren Bundeskanzler als „Shortinator“ zu bezeichnen.) Wenn man nun den verklärten Blick auf einen sicherlich prägenden Film der Filmgeschichte beiseite lässt und das mit mäßigem Budget gedrehte B-Movie mal nüchtern betrachtet, dann lässt sich sagen: Aus heutiger Sicht führen die Effekte, so kreativ sie auch umgesetzt sind, sicherlich zu einem leichten Schmunzeln. Und warum Arnie nie in die Nähe eines Schauspiel-Oscars gekommen ist, lässt sich anhand dieses Films auch leicht beantworten. Aber: Diese unheimliche Präsenz, die er als eiskalte Killermaschine auf der Leinwand zeigt, muss man auch erst einmal zusammenbringen. Und die Effekte mögen vielleicht auch im Vergleich mit anderen Produktionen der 80er nicht 100%ig überzeugend sein, aber sie tragen die Geschichte dennoch und passen in ihrer dreckigen Hemdsärmeligkeit auch verdammt gut zum Rest des Films, der rau und böse und gnadenlos spannend ist. Mit „Terminator“ wurde nicht nur ein Film für die Ewigkeit gedreht, sondern auch ein ganzes Universum erschaffen, das in einem endlosen Kreislauf in sich selbst gefangen ist und durch faszinierende Hoffnungslosigkeit besticht. Und niemand Anderer als Arnie hätte das so brutal stoisch verkörpern können, davon bin ich überzeugt. Steirerblut ist schließlich kein Himbeersaft.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle imdb.com)

Ghostbusters – Die Geisterjäger (1984)

Regie: Ivan Reitman
Original-Titel: Ghostbusters
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Komödie, Fantasy
IMDB-Link: Ghostbusters


Es gibt Filme, über die man eigentlich gar nicht viel schreiben muss, denn es ist schlicht unmöglich, als halbwegs Filminteressierter bis heute daran vorbeigekommen zu sein. „Ghostbusters“ von Ivan Reitman aus dem Jahr 1984 ist so ein Fall. Daher gibt’s im Zuge dieses Beitrags nicht die übliche Verlinkung auf den Filmtrailer oder eine Szene aus dem Film, sondern eines meiner absoluten Lieblings-Youtube-Videos – Carl Davis dirigiert das Czech National Symphony Orchestra zur Titelmusik von „Ghostbusters“ und hat jede Menge Spaß dabei. Und damit ist die Grundstimmung des Films auch schon umrissen. „Ghostbusters“ ist einfach ein großes Vergnügen. Vier erwachsene Typen schmeißen sich in Raumanzüge und jagen mit Protonen-Packs Ektoplasma. Bill Murray ist dabei der Chauvinist mit den sarkastischen Sprüchen, Dan Aykroyd der schusselige Naivling, Harold Ramis der humorlose Wissenschaftler und der spät hinzugestoßene Ernie Hudson der Typ, der einfach zu schlecht bezahlt wird für diesen Job. Allein schon die Dynamik dieser vier Gestalten ist ungemein unterhaltsam. Dazu kommen noch Sigourney Weaver, Annie Potts und der leider viel zu früh in Schauspielpension gegangene Rick Moranis, die alle ihre großartigen Momente haben. Mehr braucht es dann auch nicht für einen gelungenen Filmabend. Die Beteiligten hatten sichtbar Spaß an dem Film, und das überträgt sich auf den Zuseher. Dabei ist der Film weniger klamaukig, als man vermuten möchte. Der Humor ist teils so trocken, dass man während des Films nicht rauchen darf. Und der Höhepunkt, wenn sich Gozer the Destroyer manifestiert, um New York in Schutt und Asche zu legen, ist ohnehin ein Meilenstein der absurden Unterhaltung. Wenn es also da draußen noch tatsächlich arme Seelen gibt, die diesen Film nicht kennen: Tut etwas für eure Gesundheit und schaut „Ghostbusters“.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © Sony Pictures Home Entertainment, Quelle: imdb.com)

Amor Maldito (1984)

Regie: Adélia Sampaio
Original-Titel: Amor Maldito
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Drama, Liebesfilm, Krimi, Erotik
IMDB-Link: Amor Maldito


Adélia Sampaio ist eine Filmpionierin. Bis heute ist sie die einzige schwarze Frau, die in Brasilien jemals einen Film gedreht hat. Um die Mittel dafür zu bekommen, musste sie in die Trickkiste greifen und den Geldgebern vorgaukeln, sie würde einen Porno drehen. Und so weist der Film „Amor Maldito“, eine Liebesgeschichte über die Liebe zweier Frauen, das zu einem Gerichtsdrama wird, in der Ästhetik phasenweise eine weichgezeichnete Ästhetik von 80er-Jahre-Pornos auf. Auch Brüste dürfen nicht fehlen. Diese Ästhetik in Kombination mit dem grandios überdramatischem Schauspiel (das zu Pornos gehört wie der Leopard zu Locarno) führt immer wieder zu vergnügtem Schmunzeln. Eines ist klar: Sampaio wusste, was sie tat. Wenn man dieses Täuschungsmanöver aber durchschaut, entfaltet sich eine recht tragische Geschichte von Moral und Doppelmoral. Denn schlimm genug, dass Fernanda (Monique Lafond) den Verlust ihrer Geliebten Suely (Wilma Dias), die aus einem Fenster in Fernandas Haus gestürzt ist, ertragen muss, doch findet sie sich schon bald im Gerichtssaal als Angeklagte wieder. Ermordet soll sie Suely haben, zumindest durch ihre perverse und obszöne Lebensweise in den Freitod gezwungen haben, so der Gift und Galle spuckende Staatsanwalt. Die Verführung eines unschuldigen Mädchens durch eine Ausgeburt der Hölle ohne Moral und Anstand – so der Grundtenor. Die Verteidigung bemüht sich nach Kräften, diesem Zeigefinger der Scheinmoral etwas entgegenzusetzen – nämlich das Selbstverständnis der Liebe. Allerdings ist unklar, in welche Richtung das Pendel ausschwingen wird, denn zu fest scheinen kirchliche Moralvorstellungen in diesem brasilianischen Gerichtssaal der 80er Jahre zu sitzen. „Amor Maldito“ ist aus den eingangs erwähnten Gründen beileibe kein guter Film. Er ist sogar ziemlich schlecht – wobei man das den Umständen seiner Entstehung zuschreiben muss. Aber dennoch unterhält er recht gut und lässt den Zuseher einen spannenden Blick auf gesellschaftliche Moralvorstellungen seiner Zeit werfen. Und, wenn man ehrlich ist, hat sich bis heute eigentlich nicht genug daran geändert.


5,0
von 10 Kürbissen

Karate Kid (1984)

Regie: John G. Avildsen
Original-Titel: The Karate Kid
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Action, Sportfilm
IMDB-Link: The Karate Kid


Wenn dich die Jungs an der neuen Schule ärgern, such dir einen väterlichen japanischen Freund, lass dir von ihm bei Hausarbeiten Karate beibringen, und dann vermöbele die bösen Jungs im Wettkampf. Damit sind alle Probleme gelöst. Dir gehört dann der neue Wagen, das hübsche Mädchen, der Respekt der Gegner und ein Bonsai-Baum. So jedenfalls wird es in „Karate Kid“ erzählt, ein Kultfilm der 80er, der – das muss man ihm anrechnen – mit einer recht sympathischen Besetzung (Ralph Macchio als Teenager Daniel, Pat Morita, für diese Rolle mit einer Oscarnominierung geehrt, als Mr. Miyagi) eine simple Geschichte erzählt. Im Gegensatz zu anderen Kampfsportfilmen (mir fallen hierzu spontan „Bloodsport“ oder „Mortal Combat“ ein) geht es nicht um den Kampf ums nackte Überleben und/oder gegen das ultimativ Böse, sondern einfach darum, in einer amerikanischen Highschool einigermaßen über die Runden zu kommen. Im Grunde ist „Karate Kid“ ein typischer Vertreter der Coming of Age-Filme. Familientauglich sind damit auch die Kampfszenen, die nie brutal wirken. Dennoch war ich nicht wirklich zufrieden mit der Umsetzung. Denn so sympathisch vor allem Pat Morita in der Rolle des ausgeglichenen Karatemeisters wirkt, so zweifelhaft ist dennoch die Botschaft, die der Film stellenweise vermittelt. Zwar wird „Gewalt ist vielleicht doch eine Lösung“ immer wieder relativiert, wenn beispielsweise betont wird, dass man Karate lernt, um eben nicht kämpfen zu müssen, aber irgendwie läuft es dann doch darauf hinaus, dass glücklicher ist, wer sich körperlich zur Wehr setzen kann. Und ja, ich weiß, das ist ein Film über Karate, ein Kampfsportfilm, aber ein bisschen mehrdimensionaler hätte man dennoch herangehen können. Zudem ist der Film die meiste Zeit über zwar ganz nett anzusehen, reißt aber kaum mit – und das Ende wirkt dann plötzlich extrem gehetzt. „Karate Kid“ hat ein massives Problem mit dem Timing. Warum sich dieser Film zum Kultfilm entwickelt konnte, erschließt sich mir nicht ganz – aber für einen netten Fernsehabend taugt er trotzdem.

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 35 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)


5,5
von 10 Kürbissen

Der Wüstenplanet (1984)

Regie: David Lynch
Original-Titel: Dune
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Science Fiction, Fantasy
IMDB-Link: Dune


Hm … das ist jetzt schwierig. Ich mag David Lynch und seine seltsamen Filme (so weit ich sie bislang kenne). Ich mag visionäre Science Fiction. Und ich mag Sean Young, die Anfang der 80er einfach heiß war. Also beste Voraussetzungen für den Science Fiction-Klassiker „Dune“ von David Lynch. Das Paket hat aber dann doch nicht gezündet. Denn die bizarre Geschichte rund um den Krieg um eine bewusstseinserweiternde Droge und einen Messias, der den Bösen dann ordentlich was auf die Mütze geben kann (dabei hat er natürlich eine persönliche Agenda), ist inhaltlich dann doch etwas einfach gestrickt und visuell ist das 1984 erschienene Werk uneinheitlich. Geniale Sequenzen, die voller Fantasie und Originalität und auch drastischer Gewalt stecken, wechseln sich ab mit wirklich lachhaften Effekten. Wenn ich mir da die visionären Bilder des zwei Jahre älteren „Blade Runner“ ansehe, dann überkommt mich ein leises Bedauern. Gut, dieser Vergleich ist vielleicht ein bisschen unfair, denn „Blade Runner“ war seiner Zeit weit voraus, und doch haben andere Science Fiction-Klassiker wie die Star Wars-Reihe, „Alien“ oder „Die Klapperschlange“ schon durchaus Eindrucksvolleres gezeigt. Apropos eindrucksvoll: Das ist Kyle MacLachlan in der Hauptrolle leider nicht. Es ist durchaus nachvollziehbar, warum er mit dem Film nicht zum Star seiner Generation aufstieg, sondern sich fortan eher mit kleineren Brötchen (Nebenrollen und Fernsehen) begnügen musste – wo er es dann zu einer respektablen Karriere gebracht hat, keine Frage, aber als erste Rolle überhaupt die Hauptrolle in einem David Lynch’schen Sci-Fi-Spektakel abzustauben sollte eigentlich mehr Türen öffnen können. Ein einziger Gesichtsausdruck ist aber halt ein bisschen wenig, um einen ganzen Film zu tragen. Was bleibt also zu sagen als Fazit? „Dune“ ist leider nicht gut gealtert. Stellenweise ist der Film immer noch großartig (Kenneth McMillan als böser Baron spielt sich die Seele aus dem Leib) und visuell drastisch, auch Patrick Stewart wirkt in seinen jüngeren Jahren mit (das heißt, er sieht wie 60 aus), aber die Teile greifen für mich nicht so ganz ineinander, und die Story ist irgendwie belanglos. Ach ja, Sting ist auch dabei – wobei bis zum Schluss nicht klar wird, warum. (Vielleicht wurde er ja durch sein Mitwirken zu seinem späteren Song „Desert Rose“ inspiriert – dann war die Mühe ja nicht ganz umsonst.)

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 24 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)


5,0
von 10 Kürbissen