2008

Happy-Go-Lucky (2008)

Regie: Mike Leigh
Original-Titel: Happy-Go-Lucky
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Komödie
IMDB-Link: Happy-Go-Lucky


Wozu braucht man eine Geschichte, eine sich aufbauende Handlung, wenn man eine Sally Hawkins hat? Das dachte sich wohl Mike Leigh, als er sie für die Hauptrolle von „Happy-Go-Lucky“ besetzte. Und wisst ihr was? Er hatte absolut recht! Denn Sally Hawkins spielt nicht nur die stets gut gelaunte, vielleicht etwas naive, aber unglaublich großherzige Lehrerin Poppy – sie ist Poppy. Und das reicht aus für einen warmherzigen Film, der einfach jedem gute Laune bringt, ohne dass die Schwierigkeiten des Lebens negiert werden. Im Gegenteil. Gerade dadurch, dass Poppy so ein positiver, glücklicher Mensch ist, werden die Nöte der Menschen in ihrem Umfeld noch mal deutlich sichtbarer. Da gibt es den griesgrämigen Fahrlehrer Scott (ein großartiger Eddie Marsan), der komplett missverstanden wird, da gibt es die Flamenco-Lehrerin, die mitten in der Stunde einen emotionalen Meltdown erleidet, da gibt es Poppys Schwester Helen, die alles unter Kontrolle haben möchte, und viele mehr. Diese Begegnungen mit der fröhlichen Poppy machen den Film aus. Und Mike Leigh erreicht damit viel mehr als er es wohl mit jedem schwermütigem, episch angelegten Drama könnte: Er lässt uns über unseren eigenen Zugang zu den kleinen und größeren Tragödien in unserem Leben nachdenken – ohne uns allerdings mehr mitzugeben als eben diesen einen Satz „Denk mal darüber nach, wie relevant dein Problem gerade wirklich ist.“ Schlüsselstelle des Films ist für mich die Begegnung Poppys mit dem der Realität entrückten Obdachlosen. Das ist wirklich großes Kino. Poppy tänzelt mit einem breiten Lächeln völlig unverkrampft in unser Gedächtnis, wo sie auch lange bleiben wird.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2008 – Miramax, Quelle http://www.imdb.com)

James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008)

Regie: Marc Forster
Original-Titel: Quantum of Solace
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Action, Thriller
IMDB-Link: Quantum of Solace


Die Erinnerung ist ein Hund. Da habe ich gedanklich „Ein Quantum Trost“, das zweite Abenteuer von Daniel Craig als James Bond, als total verhunzte Gurke abgespeichert und stelle nach neuerlicher Sichtung fest: Der ist eigentlich ganz gut. James Bond als Amok laufender Racheengel an der Seite von Olga Kurylenko, die eine ähnliche Agenda verfolgt, ist flott geschnitten und mit einer ökonomischen Laufzeit von ca. 1,5 Stunden auch recht kurzweilig. Mathieu Amalric als Nachfolger des Superschurken Mads Mikkelsen kann man auch keinen Vorwurf machen – der macht seine Sache schon ordentlich in dem Bewusstsein, dass du als Schauspieler immer abstinkst, wenn du an Mikkelsen gemessen wirst. Allein Gemma Arterton als Gspusi für zwischendurch ist komplett verschenkt. Aber gut, die stand auch noch ziemlich am Anfang ihrer Karriere, die dann trotz der Minirolle gehörig Fahrt aufnahm. Für die ging ihr kurzer Auftritt runter wie Öl (pun intended). Alles in allem ist dieses Abenteuer, das direkt an die Ereignisse von „Casino Royale“ anschließt und damit direkt in die etwas unorthodoxe Trauerbewältigung eines hochgezüchteten Geheimagenten mit der Lizenz zu töten einsteigt, gut gelungen, ohne jedoch auch nur annähernd das Niveau des Vorgängers zu erreichen. Dazu ist der Film zu actionlastig – das typische Bond-Feeling von früher stellt sich hier nicht mehr ein. Auch ist die Action zu hektisch geschnitten, da verliert man gerne auch mal den Überblick – ein handwerkliches Manko, das in dieser Oberliga der Hollywood-Unterhaltung eher ungut auffällt. Aber als Zwischengang zwischen „Casino Royale“ und dem ebenfalls exzellenten „Skyfall“ ist der Film schon in Ordnung.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Wanted (2008)

Regie: Timur Bekmambetow
Original-Titel: Wanted
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Action, Thriller
IMDB-Link: Wanted


Timur Bekmambetow. Wir erinnern uns. Das ist der Typ, der die atemberaubende Karriere von Abraham Lincoln als Vampirjäger verfilmt hat. In „Wanted“ zeigt er uns ebenfalls etwas Neues, was wir bislang noch nicht wussten: Nämlich, dass Kugeln um die Ecke fliegen können. Physik ist, was man daraus macht. Und ganz eigene Physik ist für einen Actionfilm ja nicht unbedingt ein Knockout-Kriterium in Sachen Qualität – wenn der Film fetzt, dann verzeiht man ihm auch einen eher unwissenschaftlichen Zugang. Das ist ja okay. Aber, wie gesagt, dann muss der Film eben auch liefern – mit einer spannenden Story, guten Actionsequenzen und interessanten Figuren. Zumindest den Part mit den interessanten Figuren macht „Wanted“ zu Beginn auch erst mal richtig. Der ängstliche Buchhalter Wesley Gibson ist schon mal ein ambivalenter Charakter, den man gut nachvollziehen kann. So gehört die erste halbe Stunde von „Wanted“ auch einem groß aufspielenden, sympathischen James McAvoy, und auch wenn hier schon alles überzeichnet ist (der Film basiert schließlich auch auf einem Comic), so macht es Spaß, dabei zuzusehen, wie sich der junge Mann nach einer bleihaltigen Begegnung mit einer seltsamen Amazone (Angelina Jolie, die wieder mal sehr erfolgreich Angelina Jolie spielt) allmählich emanzipiert und die Zügel seines Lebens selbst in die Hand nimmt. Aber ab da geht’s rasant bergab. Denn die Story wird immer dünner und dümmer, und auch die Action ist einfach so dermaßen over the top, dass es auch nichts mehr nützt, bei der Physik alle Augen inklusive Hühneraugen zuzudrücken. Das wird mit der Zeit alles so fad und repetitiv, dass auch Morgan Freeman schließlich jegliche Ambition ablegt und mit einem dermaßen faden Auge durch den Film schleicht, dass man fast schon Mitleid mit ihm hat. Allein James McAvoy bleibt konzentriert bei der Sache und rettet, was zu retten ist. Wunder bewirken kann er aber trotzdem nicht, selbst wenn Kugeln um die Ecke fliegen.


4,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2008 – Universal Studios, Quelle http://www.imdb.com)

Die Herzogin (2008)

Regie: Saul Dibb
Original-Titel: The Duchess
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Historienfilm, Biopic, Drama
IMDB-Link: The Duchess


Die zehn Gebote sind soweit allgemein bekannt. Weniger bekannt ist das elfte Gebot für Filmschaffende: „Du sollst Keira Knightley in historischen Kostümdramen besetzen.“ Und da Gebote ernst zu nehmen sind, spielt Keira Knightley in Saul Dibbs Historiendrama die titelgebende Herzogin Georgina Cavendish of Devonshire, Mode-Ikone ihrer Zeit und Gebärmaschine für den Duke (Ralph Fiennes, der in Historienfilmen auch nie fehlplatziert wirkt), der sich nichts sehnlicher wünscht als einen männlichen Erben – und den Beischlaf mit allen Damen in seinem Einflussbereich, die bei drei nicht auf den Bäumen sind. Letzteres hat er ja selbst in der Hand, für Ersteres ist das Mitwirken der Angetrauten hingegen unerlässlich. Und so sehr sich diese auch abmüht mit der Aufgabe, es kommen halt nur Mädels aus ihr heraus, was der Göttergatte mit der Zeit persönlich nimmt. „Die Herzogin“ ist ein langsam aufgebautes, eher subtil gespieltes Drama rund um familiäre Probleme, Erwartungshaltungen, Eifersucht und Leidenschaft, das hintersinnig aber die Rolle der Frau zur damaligen Zeit auf eine Weise beleuchtet, dass man ohne große Anstrengung diese in die heutige Zeit transferieren kann. Auch wenn sich natürlich seit damals viel geändert hat, diese patriarchalischen Strukturen, die der Film offenlegt, kann man auch heutzutage vielerorts noch nachzeichnen. So behandelt der Film (leider) immer noch recht aktuelle Themen, ohne diese aber dem Publikum direkt ins Gesicht zu watschen. Allerdings schlägt das gemäßigte Tempo an manchen Stellen in Langeweile um. Man muss schon konzentriert bei der Sache bleiben, um dem Film die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die er verdient.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2008 Paramount, Quelle http://www.imdb.com)

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008)

Regie: Steven Spielberg
Original-Titel: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Abenteuerfilm
IMDB-Link: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull


Altersmilde oder gar Altersweisheit stehen Indiana Jones nicht sonderlich gut. Da hilft es auch nicht, wenn plötzlich so ein pomadisierter Teenager (Shia LaBeouf) vor der Tür steht und sich als Abenteurer Jr. vorstellt. Zieht man halt gemeinsam ins nächste Abenteuer, wobei der Junior vom Senior so einiges lernen kann. Klar, wer sich mit Nazis um die Bundeslade und den Heiligen Gral gestritten hat und im indischen Todestempel beinahe sein Herz verloren hat (wortwörtlich), der ist mit allen Wassern gewaschen. Wenn’s ums Überleben geht, kann man nicht genug Erfahrung aufweisen. Und all seine Erfahrung braucht Indiana Jones in seinem neuen Abenteuer. Denn in diesem Fall darf er sich mit russischem Militär angeführt von einer eisigen Cate Blanchett herumprügeln und muss dabei zeitgleich noch eine Verflossene und einen alten Freund befreien. Keine Zeit für Ruhestand, auch wenn die Knochen manchmal schon weh tun. Und so muss ein Indiana Jones eben tun, was ein Indiana Jones so tun muss. Das vierte Abenteuer rund um den rastlosen Archäologen mit den unkonventionellen Problemlösungen bietet more of the same. Dschungel. Lianen, wilde Prügeleien und Verfolgungsjagden und übernatürliche McGuffins. Das alles hat man in den ersten drei Teilen schon zur Genüge und auch in Perfektion gesehen. Das Rad neu zu erfinden, das traut sich in diesem Falle eines weltweiten Kulturgutes nicht einmal Steven Spielberg selbst. Was nun tatsächlich nach all den Jahren zu einer gewissen Ermüdung führt. Andererseits spielt Spielberg routiniert seine Stärken aus, da muss er gar nicht erst groß ins Risiko gehen. Hat die Welt diese Fortsetzung gebraucht? Das wahrscheinlich nicht. Aber unterhaltsam ist der Film dennoch.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Nie wieder Sex mit der Ex (2008)

Regie: Nicholas Stoller
Original-Titel: Forgetting Sarah Marshall
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Rom-Com
IMDB-Link: Forgetting Sarah Marshall


Ja, ich weiß, ich wiederhole mich, diesen Kritikpunkt habe ich schon öfter geäußert, aber was raus muss, muss raus: Deutsche Titel für englischsprachige Filme sind manchmal so unglaublich daneben, dass einem glatt ein guter Film entgehen könnte, wenn man ihn nur nach der verhatschten Übersetzung einordnen würde. „Nie wieder Sex mit der Ex“, im englischsprachigen Original einfach „Forgetting Sarah Marshall“, ist so ein Fall. Ein grundsympathischer, witziger Film mit einer charmanten Besetzung (Jason Segel und Mila Kunis und in Nebenrollen u.a. Kristen Bell, Russell Brand, Bill Hader, Jonah Hill und Paul Rudd), einer Story, die zwar ein exotisches Setting (Hawaii) ermöglicht, das das mitteleuropäische Publikum im Lockdown träumen lässt, aber dennoch so geerdet ist, dass jedermann und jederfrau mitfühlen kann – und am Ende noch eine der besten Musical-Einlagen aller Zeiten. Und warum habe ich den Film erst jetzt gesehen im biblischen Alter von 38 Jahren? Eben wegen des verhatschten Titels, der mich eher an halbgare Schmuddelklamotten a la „Eis am Stil“ denken hat lassen. Aber wenn man sich darauf einlässt und vom Titel nicht abschrecken lässt, erhält man einen wirklich unterhaltsamen Film über das Verarbeiten einer gescheiterten Beziehung, was umso schwerer fällt, wenn die Angebetete a) eine erfolgreiche Schauspielerin und dementsprechend häufig im Fernsehen ist und man b) seinen Schmerz ausgerechnet in jenem Urlaubsressort zu verarbeiten gedenkt, in dem sich die Ex mit ihrem neuen Lover vergnügt. Da braucht es dann schon ein Kaliber a la Mila Kunis, um wieder auf andere Gedanken zu kommen. Ja, der Film ist recht formelhaft gehalten, er erfindet das Genre keineswegs neu, aber das muss er auch nicht. Er passt schon so, wie er ist. Und jetzt will ich nach Hawaii.


6,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 2008 – Universal Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

WALL-E: Der Letzte räumt die Erde auf (2008)

Regie: Andrew Stanton
Original-Titel: WALL-E
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Animation
IMDB-Link: WALL-E


Vorweg eine Warnung: Diesen einleitenden Zeilen folgt keine Filmkritik, sondern eine Liebeserklärung. „WALL-E: Der Letzte räumt die Erde auf“ von Andrew Stanton ist einer der ganz großen Animationsfilme der Geschichte. Man kann sich noch immer darüber wundern, dass er keine Oscarnominierung als bester Film bekommen hat, sondern „nur“ als bester Animationsfilm ausgezeichnet wurde. Denn „WALL-E“ ist extrem mutiges, optimistisches wie mahnendes, sensibel erzähltes wie relevantes Kino. Die Geschichte des auf der Erde zurückgelassenen Aufräum-Roboters WALL-E, der eine eigene Persönlichkeit entwickelt hat, sich verliebt und seiner Liebe in den Weltraum folgt, ist einerseits bittersüß und bietet andererseits eine von Stanton gut genutzte Gelegenheit, ein paar wichtige Ansagen zur Conditio humana loszuwerden. Denn WALL-E gibt es nur deshalb, weil die Menschheit den Planeten Erde so nachhaltig abgefuckt hat, dass organisches Leben darauf nicht mehr möglich ist. Die Überreste der Menschheit vegetieren in gigantischen Raumschiffen als fettleibige Freizeitparkbesucher vor sich hin – und WALL-E scheint zu Beginn mehr Persönlichkeit zu haben als alle überlebenden Menschen zusammen. Es braucht dann eben einen kleinen, tapferen Roboter, um die Menschheit aus ihrer Lethargie erwachen zu lassen. Und das Schöne an der ganzen Sache ist: WALL-E hat keine Agenda, er ist nicht der moralindurchtränkte mahnende Zeigefinger, der die Menschen aufrütteln will. WALL-E ist einfach nur verliebt. Und die Liebe ist verdammt noch mal die stärkste Triebfeder für unser Handeln, die es gibt, liebe Leute. Also, nehmt euch ein Beispiel an WALL-E, seid lieb zueinander und passt gut auf diesen Planeten auf. 


9,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © Disney/PIXAR. Quelle http://www.imdb.com)

Sunshine Cleaning (2008)

Regie: Christine Jeffs
Original-Titel: Sunshine Cleaning
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Komödie, Drama
IMDB-Link: Sunshine Cleaning


Manchmal verteilt das Leben die Karten höchst ungerecht. Davon kann die alleinerziehende Rose (Amy Adams) ein Lied singen. Eigentlich möchte sie Immobilienmaklerin werden, aber die finanziellen Engpässe verdammen sie dazu, als Putzkraft ihr Leben zu bestreiten. Ihre jüngere Schwester Norah (Emily Blunt) ist auch mehr ein Klotz am Bein. Und ihr Vater Joe (Alan Arkin) fällt mit dubiosen Geschäftsideen, unter anderem einen Shrimps-Großhandel, auch immer wieder auf die Nase. Roses Affäre Mac (Steve Zahn), ein verheirateter Polizist, bringt sie schließlich auf die Idee, sich als Tatort-Reinigerin selbständig zu machen. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten stellt sich bald heraus, dass diese spezielle Nische vielleicht nicht reich macht, aber mehr Geld einbringt als die üblichen Putz-Jobs. Und auch die angespannte Beziehung zu ihrer Schwester, die sie mit ins Boot holt, verbessert sich allmählich. „Sunshine Cleaning“ ist eine Tragikomödie, bei der trotz des launigen Themas die stillen, dramatischen Momente die Oberhand haben. Man sollte sich nicht vom Titel oder Werbetexten in die Irre führen lassen – „Sunshine Cleaning“ ist kein Feelgood-Movie a la „Little Miss Sunshine“, mit dem immerhin eine Ähnlichkeit im Titel besteht. Stattdessen hat Christine Jeffs den Fokus klar auf die Widrigkeiten des Lebens, die einer alleinerziehenden Working Mom so widerfahren, gerichtet, auf die zerplatzten Träume und auf fragile Familiengebilde. Solche stillen, kleinen Filme, in denen nicht viel passiert außer dem Leben selbst, muss man mögen. Aber auch wenn „Sunshine Cleaning“ mögliche Erwartungen unterläuft und stellenweise auch etwas mehr Tempo vertragen hätte, so ist die Geschichte klug erzählt und von überragenden Schauspielleistungen von Amy Adams und Emily Blunt getragen. Lediglich Alan Arkin hat es sich ein wenig zu einfach gemacht, in dem er seine Oscar-gewinnende Rolle aus „Little Miss Sunshine“ schlicht wiederholt hat. So gibt es dann doch noch eine weitere Parallele dieser beiden Filme abseits des Titels.


6,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Brügge sehen… und sterben? (2008)

Regie: Martin McDonagh
Original-Titel: In Bruges
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Drama
IMDB-Link: In Bruges


Colin Farrell kann großartig sein, wenn man ihm die richtigen Rollen gibt. Wenn man das nicht tut, kommt so etwas wie „Alexander“ heraus, aber Schwamm drüber, das ist auch schon wieder 16 Jahre her. Bei Brendan Gleeson muss man sich hingegen im Vorfeld kaum Gedanken machen, ob das passen könnte. Es passt einfach immer. Und da Colin Farrell in Martin McDonaghs Slow-Motion-Thriller „In Bruges“ ebenfalls passt, und zudem auch noch Ralph Fiennes, Clémence Poésy und Peter Dinklage-Lookalike Jordan Prentice den Cast veredeln und ihre Sache gut machen, kann man sich getrost zurücklehnen und es genießen, zwei leicht depressiven Auftragskillern auf einer Sightseeing-Tour durch Brügge zuzusehen, während sie auf den Anruf ihres Bosses warten. Tempo und Handlung sind in diesem Film sehr gedrosselt. Man muss sich auf diese sperrige Erzählweise auch einlassen können. Aber dann liest man recht schnell zwischen den Zeilen die großen existentialistischen Fragen heraus: Wer bin ich? Was ist mein Leben wert? Was ist ein Leben im Generellen wert? Wie begleiche ich vergangene Schuld? Ist das überhaupt möglich? Und wie lebe ich mit meiner Schuld weiter? Colin Farrells von Gewissensbissen geplagter und etwas einfältiger Auftragskiller Ray ist hierbei das emotionale Zentrum des Geschehens, Brendon Gleesons Ken so etwas wie sein Anker, der ihn im Leben hält. Als Thriller mag der Film für viele nur mäßig funktionieren, dazu ist sein Tempo zu stark gedrosselt, aber wenn man sich auf die dramatischen Aspekte und den gelegentlichen schwarzen Humor konzentriert, gehört „In Bruges“ zu den besten Filmen, die Colin Farrell jemals gedreht hat.


8,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Kung Fu Panda (2008)

Regie: Mark Osborne und John Stevenson
Original-Titel: Kung Fu Panda
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Animation, Komödie
IMDB-Link: Kung Fu Panda


Was braucht man für einen gelungenen Kung Fu-Abend? Also erst mal Kung Fu … äh … Kung Pao Shrimps vom Lieferservice des Vertrauens. Dazu einen Kung Fu Girl Riesling von Charles Smith. Und schließlich einen ordentlichen Kung Fu-Film, also „Kung Fu Panda“. Der sollte mittlerweile ja weitgehend bekannt sein, folgten auf dessen Erfolg ja bereits zwei Kinofilm-Fortsetzungen und eine Serie. Die Grundidee ist dabei watscheneinfach: Man kombiniere den Inbegriff eines dicken, flauschigen, knuffigen Tieres, nämlich einen Panda, mit wildem Martial Arts. Mehr braucht es dann auch nicht für einen gelungenen Film. Es reicht aus, dem süßen Panda Po dabei zuzusehen, wie er dank einer Verkettung unglücklicher Umstände plötzlich zum auserwählten Drachenkrieger des Kung Fu wird, dessen Erscheinen vor 1.000 Jahren prophezeit wurde – und der allein in der Lage sein soll, den bösen Tiger Tai Lung aufzuhalten. Dabei wollte der flauschige Kung Fu-Fanboy ja nur zusehen, wie seine Helden, die Furiosen Fünf, an der Zeremonie teilnehmen, in der der Drachenkrieger bestimmt werden soll. Das Entsetzen ist auf allen Seiten groß, als Meister Oogway den dicken, fetten Panda auserwählt. Vor allem Meister Shifu, der Ausbilder der Furiosen Fünf, kann es nicht glauben, dass er sich nun mit einem solchen Flauschtier abgeben soll. Der Rest des Films sind entzückende Animationen, viel kindlicher Humor, der aber auch für Erwachsene funktioniert, und gegen Ende hin einige spannende, im großen Finale dann unglaublich witzige Kampfszenen. Denn ein Panda ist nun mal ein Panda, daran gibt es nichts zu rütteln. „Kung Fu Panda“ ist ein Animationsfilm, den ich nach wie vor jederzeit gerne sehe – einfach ein sympathischer und humorvoller Film, der kurz und knackig erzählt wird und Jung wie Alt bestens unterhält.


7,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: (c) 2008 DreamWorks Animation, Quelle imdb.com)