2013

No Turning Back (2013)

Regie: Steven Knight
Original-Titel: Locke
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Drama, Roadmovie
IMDB-Link: Locke


Tom Hardy fährt als Bauleiter Ivan Locke am Vorabend eines wichtigen Betongusses in seinem BMW von Birmingham nach London und telefoniert – verkehrssicherheitstechnisch vorbildlich – per Freisprechanlage mit verschiedenen Leuten. Das ist dann auch schon die ganze Handlung des Films „No Turning Back“ (im Original: „Locke“) von Steven Knight, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Dass die ganze Sache dennoch interessant ist, liegt an zwei Dingen: Tom Hardy selbst, der mit minimalen Mitteln des Ausdrucks einen vielschichten und komplexen Charakter zum Leben erweckt, und dem schon angesprochenen Drehbuch. Denn Ivan Locke hat einen guten Grund, sich ins Auto zu setzen und den vielleicht wichtigsten Job seiner Karriere aufs Spiel zu setzen: Er wird Vater. Dummerweise ist nicht seine Ehefrau die Mutter. Und nun hat er alle Hände voll zu tun (das natürlich nur metaphorisch gemeint, denn die Flossen behält er anständig am Steuer), ausschließlich per Telefon seine Karriere, den gigantischen Betonguss am nächsten Morgen und seine Ehe zu retten, während er, selbst ein uneheliches und vom Vater nicht anerkanntes Kind, versucht, das Richtige zu tun, indem er bei der Geburt dabei ist. Anhand der Telefonate mit seinem Angestellten, seiner Ehefrau, der hysterischen Affäre im Krankenhaus, seinen Söhnen, seinem Chef, die im Übrigen allesamt nur mit ihrer Stimme in Erscheinung treten, entwickelt sich ein spannungsgeladener Wettlauf gegen die Zeit, der aus dem Drama fast einen Thriller werden lässt. Die anderen Schauspielerinnen und Schauspieler am Telefon hatten hörbar Spaß dabei, einmal ausschließlich mit ihren Stimmen zu arbeiten. Und dafür hat man auch einige Kapazunder begeistern können: Olivia Colman als schwangere Affäre, Tom Holland als verunsicherter Sohn, Ruth Wilson als betrogene Ehefrau und der heimliche Star des Films: Andrew Scott, bekannt vor allem für seinen Moriarty in der BBC-Serie „Sherlock“, dessen Angestellter Donal für die besten Momente des Films sorgt. „No Turning Back“ zeigt eines: Dass man nicht viele Mittel braucht, um einen spannenden und guten Film zu machen. Manchmal genügen einfach ein Auto und ein verdammt guter Schauspieler.


8,0
von 10 Kürbissen

Talea (2013)

Regie: Katharina Mückstein
Original-Titel: Talea
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Drama
IMDB-Link: Talea


Die 13jährige introvertierte Jasmin (Sophie Stockinger) lebt bei einer Pflegefamilie. Ihre leibliche Mutter Eva (Nina Proll) ist gerade erst aus einem längeren Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen zurück. Was genau sie getan hat, bleibt offen – aber es wird wohl schon mehr gewesen sein als die Portion Köttbullar bei IKEA nicht bezahlt zu haben. Dementsprechend verhärmt ist die nunmehrige Gärtnereibedienstete. Der Wunsch, ihre Tochter zu sehen, ist vorhanden, aber dennoch weist sie Jasmin immer wieder die Tür. Die Scham spielt dabei sicherlich eine Rolle, auch wenn sie sich nach außen hin tough gibt. Und dann steht eines Tages Jasmin vor ihrer Tür mit der Nachricht, dass die Pflegefamilie in den Italienurlaub gefahren und sie allein zurückgeblieben wäre. Also gibt’s nun Ferien bei Mama. Die lässt sich etwas widerwillig, aber doch darauf ein, und bei einem Ausflug aufs Land zum ehemaligen Haus der Großeltern finden Mutter und Tochter in vorsichtigen Gesten allmählich wieder zueinander. Doch zwei Faktoren stören die Idylle: Erstens das Interesse des Dorfwirten Stefan (Philipp Hochmair) an Eva, zweitens die Tatsache, dass die Geschichte mit dem Italienurlaub nur die halbe Wahrheit ist. Denn Jasmin ist nach einem Streit schlicht ausgebüxt und wird nun landesweit gesucht. „Talea“ von Katharina Mückstein, die mich mit L’Animale restlos überzeugen konnte, ist ein stilles Mutter-Tochter-Drama, das ähnlich wie L’Animale einen Blick auf die Seelenstürme der Adoleszenz wirft und von zaghaften Annäherungen erzählt. Die beiden Hauptdarstellerinnen können überzeugen und bringen ihre jeweilige innere Zerrissenheit glaubhaft rüber. Bei aller Liebe zum Realismus fehlt mir bei „Talea“ allerdings ein wenig die Würze. Andererseits kann man auch konstatieren, dass Katharina Mückstein innerhalb weniger Jahre eine grandiose Entwicklung genommen hat, denn alles, was in „Talea“ schon angelegt ist, die künstlerische Idee, der Fokus auf die kleinen Verschiebungen im Alltag, wird in „L’Animale“ noch mal viel stringenter und letztendlich überzeugender erzählt.


5,5
von 10 Kürbissen

Only Lovers Left Alive (2013)

Regie: Jim Jarmusch
Original-Titel: Only Lovers Left Alive
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Drama, Liebesfilm, Fantasy, Musikfilm
IMDB-Link: Only Lovers Left Alive


Wenn man unsterblich ist, kann einem die Zeit ganz schön lang werden. Das hat Jim Jarmusch erkannt, der seine beiden Vampirlover Adam (Tom Hiddleston) und Eve (Tilda Swinton) zwischen Lethargie und Nihilismus sowie zwischen Tanger und Detroit pendeln lässt. Wenn man alle Zeit der Welt hat, muss man nicht jeden Tag aufeinander picken. Aber manchmal ist es doch schön, sich auf der Couch zusammenzukuscheln und gemeinsam Musik zu hören. Diesen Frieden stört eigentlich nur Eves jüngere Schwester Ava (Mia Wasikowska), die zwar auch schon ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel hat, aber noch naiv und energetisch wirkt im Vergleich zu den beiden Älteren, die schon alles gesehen haben. Und natürlich, so ein Wirbelwind, der nach 87 Jahren Abwesenheit unvermutet mal wieder auf der Matte steht, bringt die gewohnten Abläufe ordentlich durcheinander – vor allem, wenn dieser versehentlich Adams besten Kumpel aussaugt. Denn eigentlich gehört sich das nicht, finden Adam und Eve. Sie trinken ihr Blut lieber aus der Konserve. Nein, viel passiert nicht in „Only Lovers Left Alive“. Wer sich actiongetriebenen Vampirhorror erhofft, wird von diesem Film bitter enttäuscht. Warum der Film aber dennoch in meinem persönlichen Olymp der Lieblingsfilme aufgestiegen ist, ist leicht erklärt: Ich kenne nur wenige andere Filme, die mit jeder Einstellung, mit jeder Szene eine so unglaublich dichte Atmosphäre schaffen. Unendliche Liebe, dieses viel besungene Klischee, wird hier spürbar gemacht – im Positiven wie im Negativen. Sie verdichtet sich zu Musik, zu gelbem Laternenlicht, zu halbverfallenen Gebäuden in den menschenleeren Straßen von Detroit, zu nächtlichem Philosophieren, zu dem Bewusstsein, dass man selbst noch da sein wird, wenn alles Andere bereits vergangen ist. Welche Rollen spielen dann schon Tage oder Nächte? Und warum zwischenmenschliche Kontakte knüpfen, wenn diese nicht lange halten? Tilda Swinton und Tom Hiddleston spielen dieses Paar, das in sich und in der Zeit gefangen ist, sich aber mit dem Schicksal abgefunden hat, wirklich grandios. Es geht von beiden sowohl Wärme als auch Gefahr aus. Wärme füreinander, Gefahr für jene, die nicht zu ihnen gehören. Für mich ist „Only Lovers Left Alive“ ein ganz großer Wurf, der mich nun schon seit vielen Jahren begleitet und zu dem ich gedanklich immer wieder zurückkehre.


10
von 10 Kürbissen

May und die Liebe (2013)

Regie: Cherien Dabis
Original-Titel: May in the Summer
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Liebesfilm, Rom-Com
IMDB-Link: May in the Summer


Cherien Dabis hat eine durchaus interessante Biographie. Die palästinisch-amerikanische Regisseurin lebt im konservativen Omaha, Nebraska, ist offen bisexuell und dreht Filme, die im Nahen Osten spielen und sich auf humorvolle Weise mit Fragen der Identität und Religion auseinandersetzen. Ein kleiner Geist wie jener von Trump beispielsweise würde angesichts dieses Lebens vor lauter Widersprüchen vermutlich so schnell rotieren, dass man mit der dabei ausgestoßenen Reibungsenergie sämtliche Swimmingpools Nebraskas beheizen könnte. In „May in the Summer“ (ich halte mich dabei lieber an den charmanteren Originaltitel als an den dümmlich-einfallslosen deutschen Verleihtitel) geht es um die von Dabris selbst gespielte Schriftstellerin May, die von New York in ihre alte Heimat nach Jordanien kommt, um dort gemeinsam mit ihren beiden Schwestern die Hochzeit mit ihrem Verlobten Ziad zu organisieren. Und wie so oft in romantischen Komödien entwachsen die größten Probleme aus dem Kreis der eigenen Familie. Ihre nach wie vor in Jordanien lebende Mutter ist nämlich streng christlich und will daher die Hochzeit mit dem Moslem Ziad daher nicht gut heißen. Das geht so weit, dass sie der Hochzeit fernbleiben möchte. Dem Vater (Bill Pullman) geht es indessen nicht so gut. Er erholt sich gerade in den Händen seiner zweiten Frau, der blutjungen Anu aus Indien, von den Strapazen eines Herzinfarktes und möchte wieder Kontakt zu seinen Töchtern aufnehmen, die jedoch verständlicherweise nicht allzu gut auf ihn zu sprechen sind. Mays Schwestern schließlich haben selbst ihre eigenen Identitätskrisen zu bewältigen. Und in all das Chaos schleicht sich noch auf leisen Sohlen der charmante Touristenführer Karim, der Mays angespanntes Nervenkostüm mit unerwarteten weiteren Fragen, die sie sich nun stellen muss, strapaziert. Was nach einer leichten, luftigen und relativ belanglosen Feelgood-Komödie klingt, wird in den Händen von Cherien Dabis, die auch das Drehbuch geschrieben hat, zu einer zwar einfach zu konsumierenden, aber doch hintergründigen Angelegenheit, die nicht zwanghaft auf ein Happy End zusteuert, sondern mehr an der Entwicklung der Figuren selbst interessiert ist. Auch der Humor wird nicht mit dem Holzhammer eingeprügelt. Dieser Film will nicht dick auftragen, und das ist gut. Zwar ist das Ergebnis nicht bahnbrechend originell und immer noch eine Rom-Com, in der viele Dinge und Konflikte genregetreu stark vereinfacht ablaufen, aber der Film kann gut auf einem soliden Niveau unterhalten.


6,0
von 10 Kürbissen

Die 727 Tage ohne Karamo (2013)

Regie: Anja Salomonowitz
Original-Titel: Die 727 Tage ohne Karamo
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Dokumentation
IMDB-Link: Die 727 Tage ohne Karamo


Liebe kennt keine Nationalitäten. Und wenn sich ein Afghane in eine Österreicherin, eine Ägypterin in einen US-Amerikaner, ein Ghanaer in einen Australier, eine Türkin in eine Brasilianerin verliebt – wer soll da etwas dagegen sagen? Okay. Der österreichische Staat mit seinem Fremdenrecht. Der sagt etwas dagegen. Wenn nämlich der Aufenthalt eines Partner gekoppelt ist an Auflagen, Formulare, Deutschkurse und Mindestverdienste. Und das kann nicht nur furchtbar nerven, sondern auch das Familienglück vollends zerstören. Dem geht Anja Salomonowitz in ihrer Dokumentation „Die 727 Tage ohne Karamo“ nach, wenn sie Betroffene erzählen lässt von ihrem Irrlauf durch die österreichischen Behörden. Man fühlt sich teils ein wenig an die berühmte Szene in „Asterix erobert Rom“ erinnert, als Asterix und Obelix im Irrenhaus versuchen, den Passierschein A-38 zu bekommen. Und das lässt den Zuseher durchaus nachdenklich zurück, denn, wie gesagt, hier steht das Glück von Menschen auf dem Spiel, die sich nach bestem Wissen und Gewissen bemühen, den Vorschriften zu entsprechen – und dennoch daran scheitern. Natürlich, Rechtsnormen sind wichtig, und solche Regelungen braucht jeder Staat. Doch sind es dann die Härtefälle, die betroffen machen. Ohne jetzt eine Diskussion anzetteln zu wollen über das Spannungsfeld zwischen notwendiger Rechtssicherheit und Mitmenschlichkeit, die leider immer wieder im Widerspruch zueinander stehen, aber man wird dann doch traurig darüber, dass Nationalitäten und Grenzen unser Leben dermaßen diktieren können. Allerdings ist, das muss man auch sagen, „Die 737 Tage ohne Karamo“ zwar ein interessanter, aber nicht unbedingt besonders gelungener Film. Denn Salomonowitz hat es wohl ein bisschen zu gut gemeint, indem sie möglichst viele Stimmen einfangen wollte. So wird aus der Dokumentation eine Art Collage, in der die Hintergründe zu den einzelnen Geschichten größtenteils im Dunkeln bleiben. Doch gerade die hätten mich besonders interessiert. So werden die tragischen Geschichten aber austauschbar – vielleicht gerade ein Effekt, den Salomonowitz beabsichtigt hat, der mich jedoch nicht überzeugen kann.


5,0
von 10 Kürbissen

(Foto: Filmladen)

Blackfish (2013)

Regie: Gabriela Cowperthwaite
Original-Titel: Blackfish
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Dokumentation
IMDB-Link: Blackfish


Am 24. Februar 2010 starb die erfahrene SeaWorld-Tiertrainerin Dawn Brancheau nach einer Attacke des Orcas Tilikum. Dieser Vorfall – und der mediale Umgang SeaWorlds damit – gab den Anlass für Gabriela Cowperthwaites Dokumentation „Blackfish“. Im Gespräch mit ehemaligen SeaWorld-Trainern und anderen involvierten Personen und mit altem Archivmaterial ausgestattet geht sie der Frage auf den Grund, wie es zu diesem tragischen Unglück kommen konnte – und warum Dawn Brancheau bereits die dritte Person war, die nach einem Vorfall mit Tilikum ihr Leben lassen musste. Tilikum steht dabei stellvertretend für alle in Gefangenschaft gehaltenen Orcas. Sein Lebenslauf steht exemplarisch für ein ganzes System, das seinen Beginn in den 70er Jahren genommen hat. Damals wurden die ersten Jungtiere gefangen, um sie in Aquarien wie SeaWorld zur Schau zu stellen. Die Sequenz, in denen mit Tränen in den Augen ein ehemaliger Mitarbeiter von den Fangmethoden erzählt und die Archivaufnahmen von damals zeigen, wie die Familie der Jungtiere bei den Booten bleiben und nach dem Jungen rufen, ist erschütternd und aufwühlend. Und man beginnt zu begreifen, wie grausam das System ist, das diese intelligenten, sozialen Tiere zu unserer Belustigung aus ihren sozialen Verbänden reißt. Interessant ist der Blick der Tiertrainer, die zwar selbst Teil des Systems sind (und das auch begreifen), gleichzeitig aber in ihrer Naivität und von SeaWorld gesteuerten Uninformiertheit auch Opfer dieses Systems sind. Unfälle werden totgeschwiegen, und wenn es gar nicht mehr anders geht und doch wieder etwas an die Oberfläche sickert, dann schiebt man den Trainern, die angeblich Fehler gemacht haben, die Schuld in die Schuhe. Die Wahrheit ist allerdings viel komplexer, und auch wenn „Blackfish“ den Fokus eher auf den Umgang mit den Tieren in diesen Aquarien legt und weniger auf das Sozialleben und die Intelligenz der Orcas, so wird doch deutlich, wie sehr die Tiere in Gefangenschaft leiden. Sie sind keine kaltblütigen Killer, sie sind intelligente, friedliche, soziale Tiere, die die meiste Zeit über auch eine Bindung zu ihren Trainern und Menschen aufbauen. Gleichzeitig aber entwickeln sie Neurosen und Psychosen, da alles, was sie erleben (müssen), wider ihre Natur geht. Sie leiden unter der Isolation, in der sie leben, unter der Enge, ihren fehlenden Familien. „Blackfish“ macht das deutlich, bewahrt dabei aber einen ausgewogenen Blick. Weder werden die Tiere verherrlicht oder gar vermenschlicht, noch werden die Trainer, die von der Arbeit mit den Orcas erzählen, vorgeführt. Als Zuseher beginnt man zu begreifen, dass ein Teil des Problems darin liegt, dass wir noch so wenig verstehen von der Welt, in der wir leben, und wir dann auch oft den Blick abwenden vor dem Unrecht, das sich hinter unserem Unverständnis verbergen könnte. „Blackfish“ ist nicht nur ein wichtiger, sondern auch ein sehr gut gemachter Film. Nach dem Abspann bleibt man noch lange nachdenklich sitzen.


8,0
von 10 Kürbissen

The Bling Ring (2013)

Regie: Sofia Coppola
Original-Titel: The Bling Ring
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Satire, Komödie
IMDB-Link: The Bling Ring


Mit „Lost in Translation“ hat Sofia Coppola einen meiner Lieblingsfilme gedreht. „The Bling Ring“ kommt leider an die Qualität dieses Films nicht heran. Die Prämisse wäre eigentlich recht vielversprechend: Ein paar jugendliche Fashion-Victims brechen in die Häuser ihrer Idole wie Paris Hilton oder Lindsay Lohan ein und fladern, was in die Louis Vuitton-Tasche passt. Angelegt ist „The Bling Ring“ als satirischer Blick auf die Oberflächlichkeit, die der Jugend von heute durch ihre Role Models vermittelt wird. Alles, was zählt, sind die richtigen Markennamen und deren Darstellung auf Social Media-Accounts. Allerdings zündet der Film für mich nicht wirklich. Im Gegenteil – das wiederholte Zeigen der Einbrüche, und wie hier noch ein Kleid und dort noch eine Halskette anprobiert wird, nützt sich rasch ab und wird langweilig. Klar, man könnte nun behaupten, dass das Zeigen dieser Redundanzen als stilistisches Mittel verstanden werden kann – die Oberflächlichkeit der Handlungen spiegelt sich auf diese Weise filmisch wider. Allerdings hätte ich mir dann ein zumindest bissiges Ende gewünscht. Und ja, die Intention eines solchen ist durchaus spürbar, nur scheut Coppola dann doch davor zurück, so richtig den Hebel umzulegen. Und so bleibt diese Satire leider ein wenig zahnlos.


4,0
von 10 Kürbissen