Alexandra Makarová

Zerschlag mein Herz (2018)

Regie: Alexandra Makarová
Original-Titel: Zerschlag mein Herz
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama, Liebesfilm
IMDB-Link: Zerschlag mein Herz


Endlich mal wieder was Erbauliches im Kino. Leichte Kost, bevor auf der Viennale in zwei Wochen wieder die schwer verdaulichen Filme präsentiert werden. „Zerschlag mein Herz“ (nicht vom Titel täuschen lassen!) ist eine bittersüße, federleichte Liebesgeschichte zwischen zwei jugendlichen Romas, die in Wien leben. Natürlich: Das Leben ist nicht leicht. Man muss betteln und das erbettelte Geld dem Onkel abgeben, der als Familienoberhaupt die bunte Truppe zusammenhält. Aber zwischendurch wird gesungen und getanzt, und man geht schwimmen an den Fluss. Fast, als hätte sich Bollywood nach Wien verirrt. Pepe, einer der beiden Lovebirds, bringt seiner Marcela das Fahrradfahren bei. Junges Glück, wie sehr wünscht man sich, an der Stelle der beiden Turteltäubchen zu sein. Na gut, ab und zu verpasst einem der finstere, die mehrere Zeit über besoffene Onkel, der seine Damen gerne mal zur Prostitution oder unter Gewaltandrohung zu einer Hochzeit zwingt, die eine oder andere gebrochene Rippe, und beim Baden ersäuft der Jüngste – aber sonst ist alles happypeppy! Es macht auch fast gar nichts aus, dass dieser schlagkräftige Kleinkriminelle selbst ein Auge auf Marcela geworfen hat. Und es ist auch kaum der Rede wert, dass Pepe ihm heillos ausgeliefert ist, weil sonst der nette Onkel Pepes minderjährige Schwestern in Wien antanzen lässt, um sie auf den Strich zu schicken. Hach, Banalitäten, die das junge Glück kaum trüben können. Oder so. „Zerschlag mein Herz“ ist brutal wie ein Autobusunfall. Österreichisches Feelbad-Kino per definitionem. Leider dreht der Film dabei ein bisschen zu sehr auf und kleistert die ohnehin schon dramatische, tragische Geschichte mit Klischees und trauriger Musik zu. Wenn es die Mission war, einen ganzen Kinosaal depressiv nach dem nächsten Laternenmast suchen zu lassen: Mission accomplished. Insofern eigentlich eh gut gemacht, aber eben ein bisschen too much. Ja, wir Österreicher wissen, dass das Leben scheiße ist – das steckt uns in den Genen. Und darauf kann man uns auch subtiler hinweisen.


5,5
von 10 Kürbissen