Andrei Petrowitsch Swjaginzew

Loveless (2017)

Regie: Andrei Petrowitsch Swjaginzew
Original-Titel: Nelyubov
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama
IMDB-Link: Nelyubov


Vor zwei Jahren konnte mich Andrei Petrowitsch Swjaginzew mit seinem Film „Leviathan“ begeistern. Sein nächstes Werk „Nelyubov“ (englischer Verleihtitel auf diversen Festivals: „Loveless“) konnte ich nun im Rahmen der Viennale sichten – und ich wurde nicht enttäuscht. Swjaginzew erzählt die Geschichte einer Scheidung. Mann und Frau haben sich nicht nur einander entfremdet (und sind mittlerweile in neuen Beziehungen), sondern haben auch einen tiefen Hass aufeinander entwickelt. Ausbaden muss das der zwölfjährige Sohn Aljoscha, der eines Abends unfreiwillig Ohrenzeuge davon wird, wie die Eltern davon reden, ihn in ein Internat zu stecken, da keiner der beiden das Sorgerecht übernehmen möchte bzw. jeder den Anderen dafür in der Pflicht sieht. Am Tag darauf ist Aljoscha weg – was allerdings erst noch einen Tag später auffällt, da sowohl die Mutter als auch der Vater bei ihren neuen Geliebten waren. Anfangs wird der Fall des Ausreißers noch von den Behörden belächelt, doch als sich auch mehrere Tage später keine Spur von Aljoscha finden lässt, wird schließlich eine groß angelegte Suchaktion eingeleitet. Der Film konzentriert sich zum größten Teil auf diese Suchaktion und wie sich diese auf das Leben der beiden Eltern auswirkt, die zunächst gleichgültig wirken, dann panisch, und dann tauchen allmählich die Schuldgefühle auf. „Nelyubov“ erzählt seine Geschichte von Lieblosigkeit und Kaltherzigkeit sehr indirekt, aber nichtsdestotrotz packend und verstörend. Eine Familie geht zugrunde, doch die blutenden Wunden fühlen weniger die Figuren als der Zuseher selbst.


7,5
von 10 Kürbissen