Barry Cook

Arthur Weihnachtsmann (2011)

Regie: Barry Cook und Sarah Smith
Original-Titel: Arthur Christmas
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Animation, Weihnachtsfilm, Komödie
IMDB-Link: Arthur Christmas


Ho Ho Ho. Nächste Woche ist der erste Advent, und allmählich muss man sich vorbereiten auf das große Fest. Sprich: Ab sofort wird jede Woche mindestens ein Weihnachtsfilm geschaut, besser noch zwei oder drei. Nicht, dass dann Weihnachten vor der Tür steht und vor lauter Lockdowns hat man es gar verpasst, in die richtige Stimmung zu kommen. Hier nun also ein Blick auf den vor zehn Jahre erschienenen Animationsfilm „Arthur Christmas“. Die Grundidee ist wunderbar simpel, sodass auch die Kleinsten mitkommen: In all der Hektik der fast schon generalstabsmäßig durchgeplanten Geschenkeauslieferung in der Weihnachtsnacht ist dem Weihnachtsmann doch glatt ein Fauxpas unterlaufen: Ein Geschenk ist zurückgeblieben, ein Kind wird also in wenigen Stunden erwachen und nichts unter dem Christbaum finden. Das geht Arthur, dem tollpatschigen Sohn von Santa Claus, gehörig gegen den Strich, und weil sich weder Paps noch sein Bruder Steve, der die Operation Weihnachten leitet, um das Problem kümmern wollen, rückt er mit Großvater Santa aus, um rechtzeitig vor dem Morgengrauen das fehlende Geschenk auszuliefern. Dass dabei alles schief geht, was schief gehen kann, versteht sich von selbst. „Arthur Christmas“ ist ein kindlicher Animationsfilm, nicht zu vergleichen mit der Vielschichtigkeit und auch Ernsthaftigkeit der Pixar-Filme oder des vielleicht besten Weihnachts-Animationsfilms überhaupt, der grandiose Klaus, aber das heißt nicht, dass Erwachsene keinen Spaß dabei haben können. Im Gegenteil. Der Film ist herrlich überdreht, fast alle Gags zünden, und das Tempo stimmt. „Arthur Christmas“ ist Weihnachten auf Speed. Und das ist ja nicht unbedingt etwas Schlechtes, denn er ist genau der richtige Film, um einfach mal 1,5 Stunden abzuschalten und Spaß zu haben.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 2011 CTMG, Inc, Quelle http://www.imdb.com)

Mulan (1998)

Regie: Tony Bancroft und Barry Cook
Original-Titel: Mulan
Erscheinungsjahr: 1998
Genre: Animation
IMDB-Link: Mulan


Der neueste Schmäh von Disney ist es ja, alte Zeichentrick-Klassiker im Realverfilmungs-Gewand zu recyclen. Das kann man durchaus kritisch betrachten, denn in punkto Kreativität ist das kein Ruhmesblatt. Man kann aber auch das Positive daran hervorheben und sich der zumeist gelungenen Tricktechnik erfreuen, wie sie zuletzt Der König der Löwen zelebriert hat. Für die Neuverfilmung von „Mulan“ geht man hingegen einen neuen Weg, wie es der Trailer vermuten lässt, und erzählt die Geschichte nicht mit dem gleichen Niedlichkeitsfaktor 1:1 nach, sondern wechselt gleich das ganze Genre – zum asiatischen Martial Arts-Film. Und das könnte ganz gut passen. Ein Urteil darüber dann später, wenn der Film bei uns in den Kinos angelaufen ist. Einstweilen ist aber noch genug Zeit, die Vorlage aus dem Jahr 1998 zu sichten. Denn die passt sehr gut in die heutige Zeit, war Mulan doch eine sehr emanzipierte Disney-Heldin. Anstelle des gebrechlichen Vaters zieht sie in den Krieg gegen die Hunnen – verkleidet als Mann und wissend, dass das ihren Tod bedeutet, wenn sie auffliegt. Nicht allzu gut beraten vom Familiendrachen Mushu, der eine Möglichkeit sieht, wieder aufgenommen zu werden in die Hall of Fame der Dynastie, wenn er Mulan beschützt, mischt sie sich unter die Soldaten und macht sich dort gleich einmal so richtig unbeliebt. Denn männliche Verhaltensweisen sind oft erratisch, infantil und schwer zu imitieren. Dass sie am Ende dann doch zur großen Heldin wird, ist angesichts der Produktionsfirma und der Bekanntheit des Films nun kein großer Spoiler. Der Weg dahin ist aber amüsant und mit Tempo erzählt. Und seltener hat man finstere Bösewichte in einem Disney-Zeichentrickfilm gesehen als die Hunnen. Da muss sich sogar Schneewittchens Schwiegermutter hinten anstellen. Braucht es nun eine Realverfilmung dieses Klassikers? Wahrscheinlich nicht, denn das Original ist auch heute noch sehenswert – auch wenn sich die Gags eher an ein jüngeres Zielpublikum richten, da bin ich persönlich schon ein bisschen herausgewachsen. Aber spannend wird es dennoch zu sehen sein, wie man die Brücke vom kindlichen Animations-Abenteuer zum spektakulären Martial Arts-Film schlagen möchte.


6,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 1998 – Walt Disney Studios., Quelle: imdb.com)