Bora Dagtekin

Fack ju Göhte (2013)

Regie: Bora Dagtekin
Original-Titel: Fack ju Göhte
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Komödie, Rom-Com
IMDB-Link: Fack ju Göhte


Heute handele ich mir mal wieder Schelte ein. Ich bin auf Krawall gebürstet und im Begriff, einen viel geliebten Film in der Luft zu zerreißen. Ich bin ja froh, dass meine Zukünftige schon Ja gesagt hat, denn sie mag den Film wirklich sehr, aber als Kürbis muss man unbestechlich sein, auch wenn dann der Haussegen ein wenig schief hängt. (An dieser Stelle: Schatz, hüstel, ich liebe dich, ich mach’s wieder gut – was hältst du von einer Bestellung von asiatischem Essen heute Abend?) „Fack ju Göhte“ vereint jedenfalls alles, was ich an modernen deutschen Komödien nicht mag: Anzügliche und schlüpfrige Witzchen, die dann doch wiederum nur unterstreichen, wie erzkonservativ man in der Bundesrepublik zuweilen ist, wenn man es als lustig und erfrischend empfindet, wenn die brave Lehrerin in ihrem Cocktail eine Banane in Penisform vorfindet, dazu kommen noch schlechtes Schauspiel durch die Bank, unglaubwürdig und übertrieben agierende Charaktere, ein Frauenbild, das ich lieber komplett unkommentiert lasse (Wer hat das Drehbuch geschrieben? Friedrich Merz?) und Gags, die man in den 60er Jahren in den Filmen von Peter Alexander schon lustiger gesehen hat, und der konnte auch noch singen. Die Story: Ein Ex-Knacki (Elyas M’Barek) versucht, an eine unter der neuen Turnhalle seiner alten Schule vergrabene Beute heranzukommen und gibt sich zu diesem Zweck als Lehrer aus, woraufhin er prompt die am schlimmsten verrufene Klasse der ganzen Schule zugeteilt bekommt. Damit erregt er das Interesse einer verklemmten Lehrerin (Karoline Herfurth), die jedoch von seinen pädagogischen Methoden wenig überzeugt ist und ihn zu einem besseren Lehrer machen möchte. Das Ganze wird dann überraschungsfrei und mit den schon erwähnten anzüglichen Gags abgespult. M’Barek und Herfurth wirken immerhin noch sympathisch, aber definitiv fehlbesetzt in ihren Rollen. Aber fangen wir lieber erst gar nicht an von Fehlbesetzungen, denn sonst müsste ich jetzt die ganze Besetzungsliste runterrattern. Ich bleibe bei meinem Fazit: Ich und die moderne deutsche Komödie? Das geht einfach nicht zusammen. „Fack ju Göhte“ ändert daran leider nichts. Dann lieber die xte Wiederholung von „Hurra, die Schule brennt“.

Bleibt nur noch: Was darf ich dir denn bestellen, mein Schatz? Wieder die guten Shrimps? Und ja, die Couch ist wirklich sehr gemütlich, ich habe kein Problem damit, heute darauf zu schlafen …


3,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: © 2013 – Constantin Film, Quelle http://www.imdb.com)