Dean DeBlois

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014)

Regie: Dean DeBlois
Original-Titel: How to Train Your Dragon 2
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Animation
IMDB-Link: How to Train Your Dragon 2


Nach den Ereignissen aus Drachenzähmen leicht gemacht leben nun Wikinger und Drachen friedvoll zusammen und haben sogar Quidditch aus Harry Potter abgekupfert, nur dass in der Wikingerversion Schafe als Spielbälle herhalten müssen. Hiccup und Toothless sind nach wie vor ein gutes Gespann, und alles scheint wunderbar zu laufen, bis die Helden eines Tages auf Drachenfänger stoßen, die im Auftrag eines geheimnisvollen Schurken handeln. Allein schon die Erwähnung von Drago löst bei Hiccups Vater, dem Häuptling, Panikreaktionen aus. Hiccup, immer noch nicht viel weiser geworden, aber mit dem Herz am rechten Fleck, rückt also aus, um die Vergangenheit geradezurücken und dem Schurken ins Gebet zu reden. Dass das vielleicht nicht die beste Idee der Filmgeschichte ist, wird jedem versierten Filmliebhaber recht schnell klar, und bald haben der junge Häuptlingssohn und sein Lieblingsdrache echte Probleme. Da geraten alte Familiengeschichten, die unverhofft wieder aufgetaut werden, fast schon zum Beiwerk, auch wenn sie das emotionale Zentrum des Films darstellen sollen. „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ ist eine sehr solide und kurzweilige Fortsetzung, die vielleicht nicht an die liebevolle Kreativität des ersten Teils heranreicht, aber die Abenteuer von Hiccup und Toothless auf die nächste Ebene hieven. War Teil 1 eher noch eine recht klassische Coming of Age-Geschichte, wird es in Teil 2 nun epischer und abenteuerlicher. Das kann man mögen, und der Film ist auch sehr gut gemacht, aber für mich versprüht er nicht ganz den Zauber des ersten Teils. Dazu ist er doch etwas zu actionlastig geraten. Trotzdem: Eine gelungene Fortsetzung, die bei jeder Sichtung Spaß macht.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Drachenzähmen leicht gemacht (2010)

Regie: Dean DeBlois und Chris Sanders
Original-Titel: How to Train Your Dragon
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Animation
IMDB-Link: How to Train Your Dragon


Vorhang auf für einen meiner liebsten Animationsfilme. Zugegeben, der Titel ist etwas dämlich, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Denn „Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein wirklich entzückender Film über Toleranz, Verständnis füreinander und ungewöhnliche Freundschaften. In dieser Dreamworks-Produktion unter der Regie von Dean DeBlois und Chris Sanders hat ein Wikingerdorf Probleme mit Drachen, die regelmäßig ihr Vieh stehlen. Das Töten von Drachen gehört demnach zum Selbstverständnis eines jeden Wikingers. Auch der Sohn des Häuptlings, Hicks (im Original: Hiccup) wäre gerne einer dieser Drachentöter, doch er ist klein und schmächtig und eher tollpatschig – sehr zum Missfallen seines stattlichen Vaters. Als er eines Nachts eher durch Zufall den sagenumwobenen Nachtschatten, den noch nie jemand gesehen hat, mit seiner Schleuder trifft und verletzt, entsteht daraus eine sehr ungewöhnliche Beziehung – denn Hicks bringt es nicht übers Herz, den Drachen zu töten. Stattdessen päppelt er ihn wieder auf und baut sogar eine Prothese für den verletzten Flügel des Drachen. Und er lernt so einiges über die Drachen, was er im Training zuhause anwenden kann. Sein Bild der Drachen wandelt sich völlig – doch gelingt es ihm, auch das Dorf von der Harmlosigkeit der Drachen zu überzeugen? „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat einfach alles, was ein guter Animationsfilm braucht: das Herz am rechten Fleck, entzückende Animationen (so haben sich die Macher bei der Gestaltung des Nachtschattens Ohnezahn durch das Verhalten ihrer Katzen inspirieren lassen) und einen wunderschönen Soundtrack, zu dem auch Sigur Rós beigetragen haben. Auch weicht der Film vom üblichen Happy End-Muster ab und zeigt, dass auch Verletzungen zum Leben gehören, man sich dadurch aber nicht unterkriegen lassen darf. Wie gesagt, ein rundum schöner Film, der einen festen Platz in meinem Herzen hat.


8,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (2019)

Regie: Dean DeBlois
Original-Titel: How to Train Your Dragon: The Hidden World
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Animation, Fantasy
IMDB-Link: How to Train Your Dragon: The Hidden World


Mit der Liebe ist es so eine Sache. Da glaubt man, der letzte seiner Art zu sein und bis zum Sankt Nimmerleinstag übrig zu bleiben, und plötzlich blickt man tief in die Augen einer holden Schönen und weiß nicht, wie einem geschieht. Kein Wunder, dass man sich da nicht so gut auf andere Dinge konzentrieren kann. Diese allzu menschliche Erfahrung macht im dritten Teil der „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe der putzige Drache Toothless (dt. Ohnezahn), der immer noch mehr an eine Katze erinnert als an einen Drachen. Er stolpert über ein weißes Weibchen, das deutlich besser in der Luft zurecht kommt als er selbst und sich zudem überaus unbeeindruckt zeigt von seinen patscherten Balzversuchen. Da kann auch Hiccup, sein menschlicher Freund, nur bedingt weiterhelfen. Der hat schließlich auch eigene Sorgen: Mit dem finsteren Drachentöter Grimmel an seinen Fersen stellt sich schon die Frage, ob man nicht die alte Heimat aufgeben sollte, um nach der sagenumwobenen geheimen Welt zu suchen, von der die Drachen stammen. Denn dort könnten Menschen und Drachen in friedlicher Eintracht zusammenleben. Dem Dorf schmeckt das Ansinnen des jungen Häuptlings weniger, aber wenn es denn sein muss, schwingt man sich halt auf den Rücken der Drachen in die Lüfte und zieht los. Doch Grimmel ist ihnen auf den Fersen. „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“ ist more of the same. Wieder ist Hiccup unentschlossen und zögerlich, wächst aber über sich hinaus. Wieder ist das Wikingerdorf in Gefahr. Wieder sind die liebevoll animierten Drachen die klaren Stars des Ensembles. Aber auch beim dritten Aufguss macht die familientaugliche Geschichte noch viel Spaß, und was die Qualität der Animation betrifft, so ist das neue Abenteuer auf einem noch höheren Level als die beiden Teile davor. So sieht man dann auch gerne über gröbere Storyschwächen und die Tatsache, dass man all das schon mal gesehen hat, hinweg. Immerhin das Ende ist konsequent und kann überzeugen – hier findet die Reihe einen  würdigen Abschluss.


6,5
von 10 Kürbissen