Eastern

Ong-Bak (2003)

Regie: Prachya Pinkaew
Original-Titel: Ong-Bak
Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Eastern, Action
IMDB-Link: Ong-Bak


Manchmal braucht es einfach den richtigen Anschub, um ein Land auf der cineastischen Weltkarte zu verankern. 2003 war für Thailand der Martial Arts-Film „Ong-Bak“ dieser Anschub. Dieser Film gilt mittlerweile als Klassiker der Haudrauf-Filme, und ganz ehrlich: Gegen Tony Jaa hätte sogar Bud Spencer (selig) seine liebe Not gehabt. Er hätte das schlaksige Springginkerl einfach nicht zwischen die Oberarme bekommen. Und im Grunde ist damit alles über den Film gesagt. Tony Jaa hüpft und läuft und springt und prügelt sich durch die Gegend. Von seinem Dorf wurde er beauftragt, den gestohlenen Kopf der heiligen Buddha-Statue des Ortes zurückzuholen aus Bangkok. Dabei helfen ihm seine Kenntnisse des Muay Thai, ein ehemaliger Dorfbewohner, der unter die Kleinkriminellen gegangen ist, sowie seine zierliche Kumpanin, die gut Motorrad fahren kann, aber ansonsten wenig zur Geschichte beiträgt. Am meisten hilft natürlich das Muay Thai. Damit machen Schurken, Drogenbosse, verrückte Amerikaner und jede Menge Tuk-Tuks unliebsame Bekanntschaft. Und die Kampfszenen und Stunts können wirklich beeindrucken. Denn hier werden keine halben Sachen gemacht: Wenn der Bösewicht eines zwischen die Rippen bekommt, hat es dem armen Kerl, der in dieses Kostüm gesteckt worden ist, mit Sicherheit weh getan. Denn hier wird tatsächlich auf den Körper gezielt und nicht einen halben Meter daneben geschlagen, sodass man noch den Luftzug hören kann. Und auch mit unsichtbaren Seilen und dergleichen ist nichts – die hüpfen tatsächlich wie Flummis durch die Gegend. Ich frage mich, was für einen Verschleiß an Schauspielern das Produktionsteam hatte. Immerhin hat Tony Jaa den ganzen Wahnsinn überlebt. Und war danach in Asien der neue Superstar. Als Fazit für den Film kann man gerne die Ärzte zitieren: „Immer mitten in die Fresse rein!“

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 36 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)


6,5
von 10 Kürbissen

Detective Dee und die Legende der vier himmlischen Könige (2018)

Regie: Tsui Hark
Original-Titel: De Renjie Zhi Sidatianwang
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Eastern, Action
IMDB-Link: De Renjie Zhi Sidatianwang


Der zweite Film des /slash Double Features aus Hongkong war der dritte Teil der Detective Dee-Filme von Tsui Hark. Ich muss gestehen, dass ich vor der Sichtung jemals weder etwas von den anderen Detective Dee-Filmen noch von Tsui Hark gehört hatte, aber wie der Kurator der Asien-Auswahl des Festivals versicherte, stehen alle Detective Dee-Filme für sich. Man kann also gut quer einsteigen. Was in der Politik geht, geht auch in der Filmkritik. Also rein ins Vergnügen, 3D-Brillen aufgesetzt und ab in den Wilden Osten, wo sich Detective Dee, der aufgrund eines früheren Abenteuers in den Besitz einer ganz besonderen Waffe gelangt ist, mit allerlei Schurkereien von Magiern herumplagen darf, die diesen McGuffin ebenfalls in ihre Hände bekommen möchten. Hinter all dem steht offenbar ausgerechnet die Kaiserin persönlich, was die Sache recht verzwickt macht. Aber Detective Dee ist ein Wunderwuzzi und durchschaut schon bald das falsche Spiel, das mit ihm gespielt wird. Der Rest ist augenzwinkernde Martial Arts-Prügelei mit teils sehr absurden Einfällen (den Magiern sei Dank), die visuell überzeugend und mit Humor in Szene gesetzt werden. Dass der Film dennoch nicht richtig zündet bei mir, ist der Tatsache geschuldet, dass auch hier wieder die Story selbst eher belanglos, vorhersehbar und teils arg unlogisch gestrickt ist. Auch sind die Charaktere und ihre Motivationen weniger zugänglich als im vor diesem Film gesehenen Sword Master, der erste Teil des Double Features. So bleibt mir nur das Standard-Fazit für derartige Martial Arts-Filme aus dem Osten: Visuell überzeugend, bunt und toll choreographiert, aber nichts, was bei mir dauerhaft im Gedächtnis bleibt – dazu ähneln sich die Filme und ihre konfusen Stories zu sehr.


5,0
von 10 Kürbissen

(Foto: /slash Filmfestival)

Sword Master (2016)

Regie: Derek Yee
Original-Titel: San Shao Ye De Jian
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Eastern, Action
IMDB-Link: San Shao Ye De Jian


Martial Arts-Filme laufen bei mir für gewöhnlich ja ein wenig unterhalb des Radars. Zum einen sind nicht allzu viel davon regelmäßig in unseren Kinos zu bewundern, zum anderen finde ich zwar die aufwendig choreographierten Kämpfe zwar sehenswert, aber die Stories reißen mich nur selten mit. Beim /slash-Filmfestival hatte ich nun Gelegenheit, gleich zwei Martial-Arts-Filme aus Hongkong in 3D zu sichten. Den Auftakt machte der 2016 erschienene Film „Sword Master“ von Derek Yee. Um es kurz zu machen: Innerhalb kurzer Zeit konnte ich wieder feststellen, dass ich wohl kein großer Martial Arts-Fan mehr werde, aber die Faszination, die viele Asien-Begeisterte für diese Art von Filmen haben, durchaus nachvollziehen kann. Denn die Optik von „Sword Master“ ist grandios. Was hier an farbenkräftigen, aufwendigen Kulissen aufgestellt wird und welche irren Kamerafahrten und atmosphärisch dichten Bilder auf der Leinwand zu sehen sind, ist schon eine Kunst für sich. Auch die Figuren sind interessant, und dem Film gelingt es tatsächlich, den Antagonisten trotz markanter Äußerlichkeiten, die ihn klar als den Bösewicht identifizieren, Sympathiepunkte beim Publikum sammeln zu lassen, sodass man sich schon fast vor der finalen Konfrontation zu fürchten beginnt. Allerdings ging es mir wieder so wie bei den meisten anderen Filmen, die ich in diesem Genre gesehen habe (und zugegeben, allzu viele waren es bislang nicht): Die Story rund um alte, zerstrittene Clans mit einem verschwundenen „Third Master“, der mit seiner Schwertkunst über die ganze Welt regieren kann und den Bündnissen, die geschlossen und wieder aufgelöst werden, konnte ich selbst nicht allzu viel anfangen. Zu konfus erscheint mir diese, und allzu oft bedient sich der Film des Deus ex machina, um bestimmte Konfrontationen und Erkenntnisse herbeizuführen. So bleibt die Geschichte einfach nur der Rahmen, innerhalb dessen sich möglichst spektakuläre Schwertkämpfe abspielen sollen, die jegliche Gesetze der Physik nicht nur ignorieren, sondern fröhlich in den Boden stampfen. Unterhaltsam ist das schon, aber auch bald wieder vergessen – jedenfalls von mir.


5,5
von 10 Kürbissen

(Foto: /slash Filmfestival)