Franklin J. Schaffner

Planet der Affen (1968)

Regie: Franklin J. Schaffner
Original-Titel: Planet of the Apes
Erscheinungsjahr: 1968
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: Planet of the Apes


Charlton Heston war unzufrieden. Er warf sich auf die Knie, trommelte mit den Fäusten in den Sand und verfluchte die Menschheit. Anschließend fuhr er nach Hause, kaufte sich ein Gewehr und wurde Präsident der National Rifle Association, um sich die Mitbürger, die unseren Planeten so in den Ruin getrieben haben, dauerhaft vom Leib zu halten. Man müsse ihm die Puffen schon aus den „cold, dead hands“ reißen, so Jahrzehnte später ein immer noch grantiger Heston. Ich versteh’s ja. Da kommst du als Astronaut auf einen recht hübschen Planeten und wirst von Affen (!) gefangengenommen, die hier das Sagen haben. Deine Kollegen werden lobotomiert oder gleich erschossen, das hübsche Mädel aus dem Nachbarkäfig (Linda Harrison) spricht kein Wort, und am Ende stellst du fest, dass die Menschheit, diese Krone der Schöpfung, selbst dieses Schicksal herausgefordert hat. Ich wäre da auch schlecht gelaunt, keine Frage. Da hilft auch kein haariges Affenbussi von der gebildeten Schimpansin Dr. Zira (Kim Hunter) am Ende. Das ist alles einfach echt blöd gelaufen. „Planet der Affen“ ist heute noch ein Lehrstück satirischen Darwinismus, und die Grundanlage des Films ist so simpel wie effektiv und dient dazu, mal kräftig über religiösem Fanatismus, soziale Strukturen und die Selbstverständlichkeit des Menschen, sich die Erde untertan zu machen, herzuziehen. Wenn man bedenkt, dass der Film nun schon über 50 Jahre alt ist, können auch noch die Kostüme und Masken überzeugen. Lediglich bei den Effekten, dem Macho-Gehabe, das Charlton Heston an den Tag legt, und vor allem den lachhaften Dialogen muss man Abstriche machen. Die haben den Test der Zeit nicht gut bestanden. Dennoch ist „Planet der Affen“ ein Sci-Fi-Klassiker, den man als Filminteressierter kennen sollte bzw. der einen solch tiefen popkulturellen Fußabdruck hinterlassen hat, dass man eigentlich ohnehin fast nicht um ihn herumkommt. Über Charlton Hestons Karriere in der NRA hingegen breiten wir lieber den Mantel des Schweigens.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Papillon (1973)

Regie: Franklin J. Schaffner
Original-Titel: Papillon
Erscheinungsjahr: 1973
Genre: Drama, Biopic
IMDB-Link: Papillon


Müsste man „Papillon“, der Verfilmung von Henri Charrières autobiographischem Roman, ein Motto voranstellen, so könnte dieses lauten: Schlimmer geht’s immer. Denn die Versetzung von Henri Charrière (Steve McQueen) und Louis Dega (Dustin Hoffman) auf die Teufelsinsel, einer Strafkolonie vor der Küste von Französisch-Guyana, ist erst der Beginn einer jahrelangen Marter. Hitze, korrupte und sadistische Aufseher, Mangelernährung, Isolationshaft und schließlich Einkerkerung bei Dunkelheit brechen die Häftlinge physisch wie psychisch. Dass der „Papillon“ (deutsch: Schmetterling) genannte Charrière das alles durchhält, ist nur einem eisernen Überlebens- und Freiheitswillen zu verdanken. Steve McQueen spielt diesen Besessenen mit allem, was er hat. Ständig bewegt sich Charrière am Rande des Wahnsinns und manchmal auch einen Schritt darüber hinaus, aber immer wieder findet er zu sich zurück und zur Motivation, weiterzumachen mit der Hoffnung auf Freiheit, irgendwann und irgendwie – sei es auf einem Seesack durchs offene Meer schwimmend. Eine grandiose Leistung von McQueen, deren man sich nicht entziehen kann. Auch Dustin Hoffman als nerdiger Sidekick überzeugt. Die beiden Männer tragen den Film auch über die opulente Spieldauer von fast 2,5 Stunden. Diese scheint allerdings nicht zur Gänze nötig zu sein, denn der Film krankt ein wenig an einem Problem, zu dem viele autobiographische Erzählungen neigen: Redundanzen und Leerstellen. Das echte Leben ist eben (auch) geprägt von Wiederholungen und Momenten, die dramaturgisch einfach in der Luft hängen. Selbst jene, die an Gott und die göttliche Vorhersehung glauben, tun sich etwas schwer damit, sich den Rauschebart dort oben a la Dalton Trumbo, der das Drehbuch für „Papillon“ geschrieben hat, mit Zigarre im Mundwinkel und Schreibmaschine auf einem Brett in einer Wolkenbadewanne vorzustellen, wie er das Leben von uns Erdwürmlingen in die Erstfassung seines Manuskripts tackert. Was ich damit sagen will: Das Leben kann halt manchmal fad sein. Und vor solchen Momenten ist auch „Papillon“ nicht gefeit, auch wenn er zurecht als Film-Klassiker gilt und über den Großteil seiner Laufzeit wirklich grandios ist. Kürzen hätte man ihn dennoch können.

 


7,5
von 10 Kürbissen