Jennifer Yuh Nelson

Kung Fu Panda 2 (2011)

Regie: Jennifer Yuh Nelson
Original-Titel: Kung Fu Panda 2
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Animation, Komödie
IMDB-Link: Kung Fu Panda 2


Fortsetzungen sind oft ein schwieriges Unterfangen. Einerseits läuft man Gefahr, einfach „more of the same“ zu produzieren, andererseits ist das Risiko groß, die treuen Zuseher zu vergraulen, wenn man sich zu sehr vom ersten Teil entfernt. Die Quadratur des Kreises ist also gefragt. Was also tun, wenn man in Kung Fu Panda schon den Gag des dicken, fetten Pandas, der die Künste des Kung Fu zu meistern lernt, ausgereizt hat? Nun, eine gute Idee ist es zumeist, die Hintergründe zur Hauptfigur zu vertiefen und etwas mehr über die Herkunft und die Background-Story zu erzählen. In diese Schiene bewegt sich auch „Kung Fu Panda 2“. Die Realisierung der Geschichte wurde Jennifer Yuh Nelson anvertraut, die schon am ersten Teil mitwirkte und mit dem zweiten Teil ihr Regie-Debüt geben durfte. Klar ist, dass etwas faul sein dürfte, wenn sich ein Gänserich als Vater eines Pandas bezeichnet. Diese Geschichte rund um Pos Herkunft wird im zweiten Teil nun aufgerollt. Und da sie eng verknüpft ist mit einem stolzen, gekränkten Pfau, der aufgrund einer für ihn ungünstigen Prophezeiung gleich mal Genozid betreibt, gibt es natürlich auch im zweiten Teil wieder viel flauschige Kung Fu-Action zu bewundern. Gut finde ich persönlich den Handlungsrahmen rund um den Bösewicht, der einerseits so böse ist, wie Schurken in Animationsfilmen nur sein können, andererseits auch eine tragische Note aufweist. Eine solche Differenzierung ist schwierig, gelingt aber in „Kung Fu Panda 2“ gut aufgrund einer sorgfältigen Charakterzeichnung. Der Rest ist dann tatsächlich „more of the same“, aber „Kung Fu Panda 2“ ist ein Film, der seinem ersten Teil nicht weit nachsteht – und damit befindet sich der Film definitiv im kleinen, erlauchten Kreis der gelungeneren Fortsetzungen. Mit dem dritten Teil geht es dann abwärts, aber gut, vielleicht ist die Geschichte rund um den Kung Fu kämpfenden Panda einfach irgendwann auch auserzählt.


7,0
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: (c) 2011 Paramount Pictures, Quelle imdb.com)

The Darkest Minds – Die Überlebenden (2018)

Regie: Jennifer Yuh Nelson
Original-Titel: The Darkest Minds
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama
IMDB-Link: The Darkest Minds


Irgendwie blöd für die Welt, wenn plötzlich 90% der Kinder von einer seltsamen Epidemie hinweggerafft werden und die restlichen 10% ungute Fähigkeiten entwickeln, die den Erwachsenen höchst suspekt sind (wie beispielsweise Intelligenz – wie man an den letzten Wahlergebnissen weltweit sieht, wohl der schlimmste Feind der Menschheit). Ruby (Amandla Stenberg) ist eines von den übrigen Kindern. Und ihre Fähigkeit ist besonders gefürchtet – sie kann nämlich in die Köpfe der Menschen schauen und Gedanken manipulieren. Versehentlich löscht sie sich aus den Erinnerungen ihrer Eltern und wird von denen prompt den Behörden übergeben, die alle Kinder mit speziellen Fähigkeiten in eine Art KZ einsperren. So weit, so dystopisch. Aber weil wir hier im beliebten Genre der Jugend-Dystopie sind, muss man um die Protagonistin nicht groß fürchten, die auch wieder frei kommt dank der Hilfe einer Ärztin (Mandy Moore, sichtlich erwachsen geworden), als wäre das Ganze nur ein etwas nerviges Sommercamp gewesen. Auf der Flucht schließt sie sich drei weiteren Jugendlichen an, die auf der Suche nach einem sagenumwobenen Camp der Kinder sind. Und damit nimmt die Geschichte ihren routinierten Lauf. Gleich vorweg: Ich kenne die Buchvorlage zu „The Darkest Minds“ nicht und kann daher keinerlei Angaben zur Werktreue geben. Aber ein Meilenstein an Innovation und Originalität dürfte auch die Vorlage nicht gewesen sein. Denn so gut die Ausgangsidee auch ist, erst mal alle Kinder aus dem Leben rauszufegen und die wenigen Überlebenden zu kasernieren, in weiterer Folge ist genau das relativ bedeutungslos für den Fortgang der Geschichte, die sich lieber in einer platten Romanze zweier Darsteller/innen verzettelt, die keinerlei Chemie miteinander aufweisen, und dem üblichen Wir-gegen-die-Bösen-Schmarren, wobei die Ziele aller Beteiligten höchst diffus bleiben. Ein paar nette Momente hat der Film, und Stenberg als tragende Figur macht ihre Sache gut. Aber trotzdem ist alles so banal und vorhersehbar und unoriginell, dass das Ding einfach keinen Spaß macht. Ob es trotz des offenen Endes Fortsetzungen geben wird? Wenn ja, werde ich mir sie wohl nicht ansehen.


4,0
von 10 Kürbissen