John Krasinski

A Quiet Place 2 (2020)

Regie: John Krasinski
Original-Titel: A Quiet Place: Part II
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Horror, Thriller, Science Fiction
IMDB-Link: A Quiet Place: Part II


Wenn man in Deutschland jemand auffordern möchte, leise zu sein, tut man das in der Regel mit einem „Pssst!“. Das funktioniert in Österreich auch, aber wir Wiener haben da mal wieder kreativere Wörter und Ausdrucksweisen gefunden, die man stattdessen verwenden kann. Ein herzhaftes „Gusch, du Heisl!“ böte sich da an. Auch ein grantiges „Sei stad!“ erfüllt den Zweck. Nicht zu verwechseln übrigens mit dem Wort „hocknstad“ als Synonym für „arbeitslos“. Ja, Sprache schlägt manchmal wunderliche Kapriolen. Jedenfalls kann man das „Gusch!“ nur allen Protagonist:innen von „A Quiet Place 2“ mitgeben, aber man muss das nicht unbedingt tun, denn der Film setzt nahtlos den ersten Teil fort, und insofern wissen Emily Blunt & Co. schon Bescheid. Selbst das leiseste Geräusch kann das letzte sein, was du in dieser Welt machst. Denn die ist ziemlich entvölkert bzw. bevölkert von fiesen Außerirdischen, die zwar blind wie Maulwürfe sind, aber dafür ein besseres Gehör als meine Katzen haben, wenn ich die Lade öffne, in der sich die Leckerlis befinden. „A Quiet Place 2“ fügt der (interessanten) Ausgangsbasis des ersten Teil nicht viel Neues hinzu. Das macht aber nichts. Denn der Film funktioniert über den nervenzerfetzenden Spannungsbogen und die geniale unterlegte Geräuschkulisse. Jedes Knirschen eines Fußes auf dem Kies kann zur Todesfalle werden. Schön ist, dass die gehörlose Tochter Regan (großartig gespielt von der tatsächlich gehörlosen Millicent Simmonds) hier die Hauptlast des Handlungsstranges wuchtet, denn gerade mit ihrem Charakter fiebert man aufgrund ihres Defizits besonders mit. Dafür hätten den nervigen Sohn (Noah Jupe) gerne gleich zu Beginn die Monster holen können. Aber gut. Ein fetzendeppertes Kind braucht jeder Horrorfilm. Und natürlich ist auch dieser Film nicht frei von (teils auch gröberen) Logiklöchern – auch etwas, was fast alle Horrorfilme vereint. Ist „A Quiet Place 2′“ nun besser oder schlechter als der Vorgänger? Ich würde sagen, die beiden Filme bewegen sich auf einem sehr ähnlichen Niveau. Während der erste Teil noch mehr die Schrecken der Welt erkundet hat, handelt der zweite Film mehr von einem Zurückerobern des verlorengegangenen Lebensraums und erzählt damit die Geschichte konsequent weiter. Sauspannend sind beide Filme, also gibt es für beide auch die gleiche Wertung.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Photo Credit: Jonny Cournoyer – © 2019 Paramount Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

A Quiet Place (2018)

Regie: John Krasinski
Original-Titel: A Quiet Place
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Horror
IMDB-Link: A Quiet Place


Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Vor allem, wenn man in einer Welt lebt, in der Kreaturen hausen, die alles metzgern, was Geräusche macht. Und so schleichen John Krasinski (der auch Regie führte und das Drehbuch schrieb) und Emily Blunt samt ihrer Kinder auf Zehenspitzen durch die Gegend. Und auch das Publikum passt sich der Stille an und wagt sich kaum an das Popcorn heran. Wenn dann mal wieder Maisnachschub in die Futterluke muss, macht man eine weitere völlig neue Erfahrung. Schon mal Popcorn gelutscht? „A Quiet Place“ ist tatsächlich ein stiller Horrorfilm. Für die Atmosphäre sorgt der effektiv eingesetzte Soundtrack. Darüber hinaus ist alles, was Geräusche verursacht, mit Ärger verbunden. Spannend ist hierbei auch die Beobachtung zwischenmenschlicher Interaktion. Mal etwas auszudiskutieren ist nicht drin. Und natürlich verursacht auch diese fehlende Möglichkeit, sich mal ordentlich die Meinung zu geigen, weitere Problemen mit den Akustik-Aficionados from outer space. Erklärt wird nicht, was es mit diesen Viechern auf sich hat, die wie das Ergebnis einer unseligen Affäre zwischen Ellen Ripleys Alien und den Bugs aus Stormship Troopers aussehen. Hier geht es rein ums Überleben in völliger Lautlosigkeit. Und das ist sauspannend gemacht. Ich bin wahrlich kein Horrorfan, aber mit diesem subtilen Horror kann ich auch viel anfangen. Dass es letztlich nicht für eine noch bessere Bewertung gereicht hat, ist einigen Logiklöchern geschuldet (wohl eine Genrekrankheit, aber trotzdem) und der Tatsache, dass trotz des originellen Ausgangsbasis am Ende dann doch „nur“ ein konventioneller Horrorfilm herausgeschaut hat, der in weiterer Folge ziemlich überraschungsfrei bleibt. Das alles ist allerdings gut gemacht und macht Spaß. Nach dem Kinobesuch macht man es den Protagonisten nach: Man schleicht auf Zehenspitzen nach Hause.


7,0
von 10 Kürbissen