John Musker

Aladdin (1992)

Regie: Ron Clements und John Musker
Original-Titel: Aladdin
Erscheinungsjahr: 1992
Genre: Animation
IMDB-Link: Aladdin


Man muss es sagen: In den 90ern hatte Disney echt einen Lauf. „Aladdin“ war da nur eine von vielen Erfolgsproduktionen in jenem Jahrzehnt, die allesamt als moderne Klassiker in die Filmgeschichte eingingen. Tatsächlich gehört der Film allerdings für mich persönlich nicht zu den stärksten Disney-Produktionen, obwohl er alle Ingredienzen eines Disney-Klassikers vereint: Eine fremdartige, spannende Welt, einen Außenseiter, der sich zu behaupten weiß, Songs, die sofort ins Ohr gehen, witzige Sidekicks mit dem Äffchen und dem fliegenden Teppich, mit Dschafar einen denkwürdigen Bösewicht und mit Jasmina auch mal eine Prinzessin, die sich nicht damit begnügt, mit Tieren zu singen, während sie auf ihren Prinzen wartet. Und dazu kommt der legendäre Flaschengeist, im Original von Robin Williams gesprochen. Dennoch finde ich das Remake von Guy Ritchie einen Tick stärker – es ist noch mehr Abenteuerfilm, noch mehr Mystik, und (das bleibt jetzt aber unter uns, sonst werde ich selbst von Disney-Fans in eine Flasche verbannt) Will Smith war der bessere Dschinni. Im Vergleich zu seiner Interpretation wirkt die animierte Originalvorlage fast ein wenig schaumgebremst. Natürlich ist das Original kindgerechter, es ist ein unschuldiger Spaß, den man sich jederzeit an einem verregneten Wochenende gerne wieder ansieht. Aber an die emotionale Wucht eines „König der Löwen“ oder die verträumte Grandezza von „Die Schöne und das Biest“ kommt „Aladdin“ nicht heran.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: © 1992 Walt Disney Productions, Quelle http://www.imdb.com)

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (2016)

Regie: Ron Clements und John Musker
Original-Titel: Moana
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Animation
IMDB-Link: Moana


Mit Überraschungen ist es so eine Sache. Wenn ich vorher wüsste, dass sie positiv ausfallen, würde ich mich ja gerne öfter überraschen lassen, aber da man das im Vorfeld eben nicht weiß, bin ich kein großer Fan von Überraschungen. Den künftigen Überraschungen meines Lebens sei aber ins Mitarbeitsheft geschrieben: Sie dürfen sich gerne ein Beispiel am neuen Disney-Animationsspaß von Ron Humpdfidumpf und John Käsekuchen nehmen. Ron Humpfdidumpf heißt im Original eigentlich gar nicht Humpfdidumpf, und John Käsekuchen heißt eigentlich John Musker, aber auch Vaiana, die Titelheldin des gleichnamigen Trickfilmabenteuers, heißt im Original anders, nämlich Moana. So viel zum Thema „Wir müssen Originaltitel unbedingt ändern, einfach, weil’s geht“. Das allerdings beiseite gelassen, entpuppt sich „Moana“/“Vaiana“/der Film von Humpfdidumpf und Käsekuchen als liebevoll-charmantes Abenteuer mit einer tollen Heldin, das ich so – nach dem Ansehen der ersten Teaser-Trailers – wirklich nicht erwartet habe. Diese Häuptlingstochter der Südsee ist beileibe kein zartes Püppchen, sondern rockt die Bude ordentlich. Dagegen stinken selbst Halbgötter ab, wie eben jener, der auf den Namen Maui hört, lernen muss. Die Animationen sind toll gemacht, die Figuren sehr stark, und die Nebenfiguren (ein sehr süßes Schweinchen, ein grenzdebiler Hahn) sorgen für die Lacher zwischendurch. Musikalisch ist das Ganze zwar nicht unbedingt meine Welt und die eine oder andere Gesangseinlage mir persönlich zu lieblich, aber klassische Musical-Fans werden auf ihre Kosten kommen. Zudem wartet das Ende mit einem überraschenden und äußerst herzlichen Twist auf, der der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht. Durchaus einen Kinobesuch wert, und auf jeden Fall besser als der, wie ich finde, überschätzte „Findet Dorie“.


7,0
von 10 Kürbissen