Jon Turteltaub

Das Vermächtnis des geheimen Buches (2007)

Regie: Jon Turteltaub
Original-Titel: National Treasure: Book of Secrets
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Abenteuerfilm, Action
IMDB-Link: National Treasure: Book of Secrets


Nach dem Erfolg des ersten Vermächtnis-Films war schnell klar, dass eine Fortsetzung gedreht werden würde. Natürlich darf man solche Unterfangen mit einer gewissen Sorge betrachten, zu oft melkt Hollywood Kühe bis zum letzten Tropfen, ohne sich um die Qualität zu scheren. Im Fall von „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ ist diese Sorge allerdings unbegründet. Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass die zweite Indiana-Jones-Abenteuer-Kopie mit Nicolas Cage sogar noch besser gelungen ist als der schon unterhaltsame erste Teil. Die Geschichte glänzt zwar nicht durch besondere Originalität – wieder wird einer Reihe versteckter Hinweise nachgejagt, die am Ende zu einem verborgenen Schatz führen sollen – doch ist sie charmant, temporeich und in sich auch schlüssiger inszeniert, als das noch beim ersten Film der Fall war. Dazu kommt die Beteiligung von Ed Harris, der einen glaubwürdigeren und vielschichtigeren Gegenspieler als Sean Bean im ersten Film abgibt. Auch Helen Mirren veredelt den Film, und, ganz ehrlich, allein die Kabbeleien zwischen Mirren und Jon Voight als geschiedene Eltern des Schatzsuchers Benjamin Gates bieten mehr Unterhaltungswert als viele der Actionszenen. Mir ist bewusst, dass ich hier eine eher singuläre Meinung vertrete, wie beispielsweise die Nominierungen von Nicolas Cage und Jon Voight für die berüchtigte Goldene Himbeere zeigen, aber hey, vielleicht bin ich auch einfach nur leicht zu unterhalten. Mir macht der Film jedenfalls Spaß, und so fällt die Nachricht, dass es vielleicht auch noch einen dritten Film der Vermächtnis-Reihe geben soll, für mich nicht unter die Kategorie der Hiobsbotschaften.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Foto von ROBERT ZUCKERMAN – © Disney Enterprises, Inc. and Jerry Bruckheimer, Inc. All rights reserved, Quelle http://www.imdb.com)

Das Vermächtnis der Tempelritter (2004)

Regie: Jon Turteltaub
Original-Titel: National Treasure
Erscheinungsjahr: 2004
Genre: Abenteuerfilm, Action
IMDB-Link: National Treasure


Nicolas Cage ist selbst ein „National Treasure“. Ganz ehrlich: Es gibt sonst keinen Schauspieler, der einen derartigen Enthusiasmus gepaart mit brutalstem Overacting selbst in den miesesten Filmen und kleinsten Rollen ins Feld wirft. Wenn man sich seine Glanzleistungen wie zB in Prisoners of the Ghostland ansieht, dann ist sein Spiel in „Das Vermächtnis der Tempelritter“ (original eben „National Treasure“) fast schon als subtil, ja beinahe lethargisch zu bezeichnen. Natürlich fehlt es nicht an weit aufgerissenen Augen und bedeutungsvollen Blicken, auch Diane Kruger wird hinreichend angeschmachtet, aber man hat das alles schon expressiver gesehen. Vielleicht hat sich der gute Cage ein Vorbild an Harrison Fords Indiana Jones genommen, der ja eher den Typus „sarkastischer Stoiker“ verkörpert. Insgesamt ist „Das Vermächtnis der Tempelritter“ ganz klar der Versuch, die erfolgreichen Indiana Jones-Filme zu imitieren und dabei eine Prise „Da Vinci Code“ reinzubringen, und phasenweise geht das auch ganz gut auf. Es macht Spaß, Cage, Kruger und Justin Bartha als humorvollem Sidekick beim Lösen alter Rätsel zuzuschauen. Es gibt Särge, Skelette, Kirchen, alte Schriften mit geheimen Karten darauf, es gibt Codes zu knacken und etwas zu stehlen, was man eigentlich gar nicht stehlen kann (hier kommt ein bisschen „Ocean’s Eleven“ dazu), das Tempo ist gut, Sean Bean darf mal wieder den Bösen spielen (eine Routineübung für den Herrn), Jon Voight wie immer finster schauen, auch Christopher Plummer sagt zu Beginn zwei Sätze, die Action ist solide inszeniert, das Setting geheimnisvoll und voller morscher Holzbretter, beleuchtet wird durch Fackeln und man spürt förmlich den Hauch der Geschichte, der eben diese Fackeln zum Zucken bringt. Nichts davon ist irgendwie auch nur ansatzweise originell oder neuartig, aber dank Jon Turteltaubs routinierter Regie ist der Film kurzweilig und in seinem offensichtlichen Versuch, den ausgetretenen Pfaden abenteuerlicher Filmklassiker zu folgen, durchaus sympathisch.


6,5 Kürbisse

(Bildzitat: © Disney Enterprises, Inc./Jerry Bruckheimer, Inc, Quelle http://www.imdb.com)