Meritxell Colell Aparicio

Facing the Wind (2018)

Regie: Meritxell Colell Aparicio
Original-Titel: Con el Viento
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama
IMDB-Link: Con el Viento


Die in Argentinien lebende Tänzerin Mónica erfährt, dass ihr Vater in Kastilien im Sterben liegt. Sofort reist sie los, um ihn zu sehen, kommt aber zu spät. Sie bleibt für die nächsten Wochen bei ihrer Mutter, die mit dem Schicksalsschlag erstaunlich gut und gefasst umgeht, und die das Haus verkaufen möchte, das ihr nun einerseits zu groß geworden ist und andererseits so voller Erinnerungen ist. Mónicas Schwester und Nichte helfen dabei, doch die größte emotionale Stütze ist erst einmal Mónica selbst, die vom Gefühl angetrieben wird, aufgrund ihrer langen Abwesenheit eine Schuld begleichen zu müssen. „Con el Viento“ ist ein sehr leiser, unaufdringlicher und authentischer Film darüber, wie das Leben nach dem Tod eines Familienangehörigen weitergeht. Es geht darum, sich als Familie neu zu finden und zu definieren, und die Normalität wieder aufzugreifen, die kurzfristig verloren ging. Leider erzählt Meritxell Colell Aparicio, die Regisseurin, die Geschichte so unaufgeregt, dass sie schlicht langweilig wirkt. Man sieht die Protagonistinnen beim Putzen eines Fahrrads, beim Kartenspielen, beim Holzhacken. All das dient natürlich der Intention, dieses Weitermachen, diesen Weg zurück in die Normalität zu zeigen, doch ist es per se einfach nicht interessant genug, um das Publikum emotional abzuholen. Da nützt es auch nur wenig, dass die Laiendarstellerinnen durch die Bank tolle Leistungen abliefern, allen voran Concha Canal als Witwe. All das, was hier auf der Leinwand gezeigt wird, ist absolut nachvollziehbar und in sich stimmig, aber es ist einfach keine Geschichte. So ist „Con el Viento“ eine gut gemeinte, aber leider mühsame Angelegenheit.


4,5
von 10 Kürbissen