Pierre Watrin

Asterix erobert Rom (1976)

Regie: René Goscinny, Albert Uderzo und Pierre Watrin
Original-Titel: Le 12 travaux d’Astérix
Erscheinungsjahr: 1976
Genre: Animation
IMDB-Link: Le 12 travaux d’Astérix


Manchmal ist es eine gute Idee, von Vorlagen abzuweichen. „Asterix erobert Rom“ war der erste Zeichentrickfilm rund um die widerspenstigen Gallier, der nicht auf einem Comic beruhte. Und dem Film tut das richtig gut – denn Goscinny und Uderzo konnten ein Drehbuch entwickeln, das dem Storytelling des Films näherkommt als jenem in Comics. So ist aus „Asterix erobert Rom“ wortwörtlich eine runde Geschichte geworden. Und damit der bislang beste Zeichentrickfilm rund um die Abenteuer der Gallier. Zwölf Prüfungen, die ihnen Julius Cäsar auferlegt hat, müssen Asterix und Obelix bestehen – gemäß des Beispiels von Herakles, der zwölf göttliche Aufgaben lösen musste, um in den Olymp aufgenommen zu werden. Der Olymp ist für die Gallier nicht das Ziel, aber etwas, was dem ziemlich nahe kommt: Rom! Denn Cäsar verspricht, sich vor den Galliern zu beugen und ihnen die Herrschaft über Rom zu überlassen, wenn sie die Prüfungen bestehen, denn dann – so seine Schlussfolgerung – müssen sie Götter sein, und gegen Götter kommt man nicht an. Umgekehrt aber, falls sie bei einer Prüfung versagen sollten, werden die Gallier zu Sklaven Roms. Unter den prüfenden Blicken des unbestechlichen Caius Pupus (vielleicht eine der witzigsten Nebenfiguren im Asterix-Universum überhaupt) nehmen die beiden Vorzeigegallier also die witzig adaptierten Prüfungen in Angriff. Der Höhepunkt des Films ist sicherlich, als sie im Haus, das Verrückte macht, den Passierschein A38 besorgen sollen. Diese Szene ist in die Filmgeschichte eingegangen und zu einem geflügelten Wort geworden. Zwar erreicht auch das dritte Filmabenteuer der Gallier nicht ganz die Genialität der Comic-Vorlagen, ist aber dennoch in fast allen Belangen gelungen und büßt auch nach der x-ten Sichtung nichts von seinem Charme ein.


7,5
von 10 Kürbissen

(Bildzitat: Quelle: imdb.com)