Ron Howard

Der Grinch (2000)

Regie: Ron Howard
Original-Titel: How the Grinch Stole Christmas
Erscheinungsjahr: 2000
Genre: Weihnachtsfilm, Fantasy, Komödie
IMDB-Link: How the Grinch Stole Christmas


Mit seinen 21 Jahren auf dem Buckel zählt „Der Grinch“ von Ron Howard mittlerweile schon zu den Weihnachtsfilmklassikern, auch wenn Jim Carrey hier arg grün hinter den Ohren scheint. Aber ja, man sehe sich nur an, in welchen Outfits Taylor Momsen als Frontfrau von The Pretty Reckless mittlerweile umherrennt – mit den seltsamen Hochsteckfrisuren des braven Mädchens Cindy Lou Who hat das nichts mehr zu tun. Kinder, wie die Zeit vergeht! Aber gut, wir waren bei diesem kunterbunten und von Anthony Hopkins stoisch gereimten Weihnachtsmärchen. Der Grinch ist natürlich eine dankbare Rolle für Jim Carrey, denn er ist dank seines Gummigesichts vermutlich der einzige Mensch weltweit, der unter dieser eindrucksvollen Maske überhaupt noch Grimassen schneiden kann. Und das tut er mit Leib und Seele. Der Grinch ist eine Ganzkörperperformance. Und da sind wir auch schon an dem Punkt angekommen, wo man sagen muss: So etwas mag man, oder man kann damit gar nichts anfangen. Wer Jim Carreys Grimassen lustig findet, der bekommt mit „Der Grinch“ so etwas wie das Sahnehäubchen auf dem Kirschkuchen serviert. Alle anderen müssen eineinhalb Stunden lang ihre innere Mitte finden, um den Film ertragen zu können. Dabei hat er seine wirklich guten Momente. Die Episode, wie der Grinch zum weihnachtshassenden Außenseiter wurde, ist hübsch erzählt. Und auch sein nächtlicher Feldzug gegen Weihnachten hat Witz und Tempo. Dazu kommen ein im Schauspiel hochbegabter Hund und die schon genannte Taylor Momsen, die einfach zuckersüß spielt. Das allein reicht aber nicht aus, um Nicht-Jim-Carrey-Fans restlos vom Film zu überzeugen. Ich persönlich sehe mich da ziemlich in der Mitte. Ich bin zwar auch kein Fan übertriebener Grimassen, zumal Jim Carrey in vielen anderen Filmen schon bewiesen hat, welch feiner Schauspieler er eigentlich ist, wenn er das Grimassenschneiden mal sein lässt, aber für eine einmalige Sichtung vor Weihnachten passt das schon. Man muss das ja nicht jedes Jahr wiederholen.


5,0 Kürbisse

(Bildzitat:Foto von Getty Images, Quelle http://www.imdb.com)

Apollo 13 (1995)

Regie: Ron Howard
Original-Titel: Apollo 13
Erscheinungsjahr: 1995
Genre: Drama, Thriller
IMDB-Link: Apollo 13


Ein guter Film ist ein guter Film. Ein guter Film ist zum Beispiel dann ein guter Film, wenn er eine interessante Geschichte schlüssig und nachvollziehbar erzählt, ohne dass er mit Überwältigungen arbeiten muss, um das Publikum bei der Stange zu halten. Bei aller Dramatik der Apollo 13-Katastrophe macht Ron Howard eines goldrichtig: Er erzählt die Geschichte so, wie sie (zumindest zum allergrößten Teil) tatsächlich passiert ist. Da braucht es keine zusätzlichen Explosionen oder Asteroidenschauer – allein den drei Hanseln dabei zuzusehen, wie sie nach ihrer Havarie ohne Boardcomputer in der Mondlandekapsel sitzen und sich den Arsch abfrieren, da alle Systeme runtergefahren sind, während man unten im Kontrollzentrum verzweifelt nach kreativen Ideen sucht, um die Astronauten wieder zurück zur Erde zu bringen, ist ganz großes Kino. Natürlich wird an der einen oder anderen Stelle eine dünne Schicht Pathos aufgetragen, soll so sein, das gehört irgendwie dazu, aber Ron Howard versteht sein Handwerk gut genug, um selbst den Blick auf die zuhause ausharrenden Ehefrauen nicht zum Tränendrücker verkommen zu lassen. Im Gegenteil. Die o scarnominierte Kathleen Quinlan legt ihre Rolle als Frau des Kommandanten Jim Lovell (Tom Hanks) durchaus tough an. Überhaupt ist es an der Zeit, die großartige Besetzung gebührend zu loben. Neben Hanks, der die Hauptrolle spielend schultert, und der schon erwähnten Quinlan überzeugen Kevin Bacon, Bill Paxton, Gary Sinise und vor allem Ed Harris, der als Flugdirektor Gene Kranz eine der besten Leistungen seiner ohnehin überragenden Karriere abliefert – und dabei hat er kaum Textzeilen aufzusagen. Aber allein seine Körpersprache ist es wert, in allen Schauspielkursen dieser Welt genau studiert zu werden. Auch die Spezialeffekte darf man lobend erwähnen, denn die lassen auch heute noch staunen, und der Film hat immerhin schon mehr als ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel. Wie gesagt: Ein guter Film ist eben ein guter Film, daran ändert sich auch mit den Jahren nichts. Und so vergehen die fast 2,5 Stunden (diesen Kalauer darf ich mir jetzt erlauben) schließlich wie im Flug.


8,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Universal Home Video – © 1995 Universal Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Solo: A Star Wars Story (2018)

Regie: Ron Howard
Original-Titel: Solo: A Star Wars Story
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Science Fiction, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Solo: A Star Wars Story


Es gibt eigentlich ein paar ikonische Rollen, die untrennbar mit ihrem jeweiligen Schauspieler verbunden sind, dass jede andere Besetzung einem Sakrileg gleich kommen würde. So zum Beispiel Indiana Jones, der immer mit Harrison Ford verbunden sein wird. Oder der Blade Runner Rick Deckard, der von Harrison Ford genial verkörpert wurde. Oder Dr. Richard Kimble, der von Tommy Lee Jones gejagte Arzt in „Auf der Flucht“, der von Harrison Ford gespielt wurde. Und natürlich: Harrison Ford als Han Solo. Kann ein Jungspund wie Alden Ehrenreich in diese großen Fußstapfen treten? Ich hatte so meine Zweifel. Die sind nun nach der Sichtung von „Solo: A Star Wars Story“ vielleicht nicht gänzlich gewichen und in gegenteilige Begeisterung verkehrt, aber zumindest weitestgehend ausgeräumt. Denn Ehrenreich macht die Sache im Rahmen seiner Möglichkeiten gut. Er stellt einen jugendlich rebellischen, unangepassten Han Solo dar, der erst einmal zum gelassenen Sarkasmus der späteren Jahre („Lieber kleine Freunde als keine Freunde“) finden muss, aber das verschmitzte Grinsen schon wie eine Waffe trägt. Verliebt ist er halt, und ein Schiff hat er noch nicht – die Geschichte, wie er Lando Calrissian (Donald Glover) den Falcon abluchst, wird ebenso erzählt, wie es zur Bekanntschaft und Freundschaft mit Chewbacca kam. Erst einmal muss er aber im Dienste des Söldners Tobias Beckett (nicht zu verwechseln mit Samuel Beckett und dessen Godot), routiniert gespielt von Woody Harrelson, für dessen Auftraggeber eine große Menge des Super-Kraftstoffs Coaxium klauen. Und natürlich ist das noch schwieriger, als es ohnehin schon klingt. Nach einem gescheiterten Versuch wird der Söldnertruppe vom Schurken Dryden Vos (Paul Bettany) Hans alte Flamme Qi’ra (weil man nicht einfach Kira schreiben kann) an die Seite gestellt, die dank der unergründlichen Wege des Schicksals in Drydens Dienste geraten ist. Kira auf Außerirdisch ist adrett und hübsch anzusehen, wird sie doch von Emilia Clarke gespielt, die zarte, kleine Schöne, die auch mal kräftig austeilen kann, wenn nötig. Klar, dass die Hormone des Jung-Hans verrückt spielen – würden meine auch, wenn mich Emilia Clarke so schmachtend ansehen würde. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Immerhin wartet „Solo: A Star Wars Story“ – trotz üblicher Vorhersehbarkeit – im letzten Drittel mit einem lässigen Twist auf. Im Grunde ist aber der Film nicht mehr, aber auch nicht weniger ein gut gemachtes und überraschungsfrei erzähltes Weltraumabenteuer, das sich am besten mit Cola/Bier und Popcorn genießen lässt. Ob es der Anspruch der Star Wars-Saga ist, künftig „nur“ noch gute Unterhaltung zu bieten, sei mal dahingestellt, aber zumindest das liefert das neueste Spin-Off so zuverlässig, wie man es von einem Projekt dieser Größe erwarten kann.


7,0
von 10 Kürbissen