Science Fiction

Lapsis (2020)

Regie: Noah Hutton
Original-Titel: Lapsis
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Drama, Science Fiction, Satire
IMDB-Link: Lapsis


In einer alternativen Realität sind Quantencomputer der neue heiße Scheiß, den jeder haben muss. Für das Verlegen der Quantenkabeln braucht es jedoch die neue Berufsgruppe der Kabelverleger. Die rennen mit Kabelrollen auf fest vorgegebenen Routen durch den Wald und stöpseln die Kabeln an Hubs an. Je länger und aufwendiger die Route, desto mehr Kohle gibt es. Gleichzeitig marschieren quasi als Ansporn kleine Roboter die gleichen Routen entlang – und wer von einem solchen Roboter überholt wird, bekommt kein Geld ausgezahlt. Ray (Dean Imperial) nimmt, auch wenn er nicht sonderlich gut in Form ist, diesen Job an, um die teure Behandlung seines kranken Bruders zahlen zu können. Auf dem Weg lernt er andere Kabelverleger kennen, die aber seltsam reagieren, wenn er seinen Usernamen nennt. Während sich für gewöhnlich jeder selbst einen Namen aussuchen kann, wurde Ray der Name zugeteilt – und der Name scheint eine Vergangenheit zu haben. Erst die Gespräche mit der Kabelverlegerin Anna (Madeline Wise) bringen allmählich Teile dieser Vergangenheit ans Tageslicht. „Lapsis“ ist ein gemütlicher Film. Die meiste Zeit über hatschen Ray und seine Kompagnons durch die Landschaft, während sie Kabelrollen hinter sich herziehen, oder sie campieren pfadfindermäßig in Zeltlagern. Im Detail und zwischen den Zeilen offenbart sich aber eine subtile Gesellschaftskritik, die die alternative Realität nur so weit entfremdet, dass diese Kritik nicht mit dem Holzhammer, sondern mit der feinen Klinge geübt wird. Das ist vielleicht gleichzeitig auch der größte Schwachpunkt des Films: Gerade dieser subtile Zugang ist halt nicht wahnsinnig aufregend anzusehen. Allerdings steckt inhaltlich schon einiges drinnen (Ausbeutung der Arbeiter durch Großkonzerne, Verdrängung durch Automatisierung, das Sozial- und Medizinwesen der USA) – man muss nur ein Stück weit unter das Offensichtliche tauchen.


7,0 Kürbisse

(Foto: Slash Filmfestival)

Dune (2021)

Regie: Denis Villeneuve
Original-Titel: Dune
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Science Fiction
IMDB-Link: Dune


Es zeigt sich, dass man Leute an Themen lassen sollte, die diese wirklich lieben und umsetzen wollen. David Lynch mag für die Verfilmung von Frank Herberts Sci-Fi-Epos nicht die richtige Wahl gewesen sein, er selbst hasst seinen Film sogar. Bei Denis Villeneuve ist der Stoff in besseren Händen, und schon kommt eine ganz andere Würze hinein. Dass der Mann ein Händchen für eindrucksvolle und atmosphärisch dichte Bilder hat, ist das Salz in der Suppe. Und weil er sich so akribisch in die Materie vertieft hat, ist sein „Dune“ der Auftakt zu einem geplanten Zweiteiler, wobei sich die Produktion der zweiten Hälfte des Films nach dem Box Office-Ergebnis von Teil 1 entscheidet. Also mache ich euch gleich mal ein bisschen Pfeffer unterm Hintern: Geht ins Kino und schaut euch den Film an! Das ist Event-Kino vom Feinsten, für solche Blockbuster sind überdimensionierte Leinwände erfunden worden. Wenn ihr mit dem Inhalt nicht so ganz vertraut seid, hier eine kurze Zusammenfassung in Muskatnuss-Dosis, um euch nicht den Spaß zu spoilern: Auf einem Wüstenplaneten wird das richtig gute Zeug abgebaut, das den Menschen nicht nur schöne Augen macht, sondern Reisen quer durchs All erst möglich macht. Klar: Wer sich das Spice unter den Nagel reißen kann, ist ein gemachter Mann (bzw. ein gemachtes Herrscherhaus). Aber das weckt natürlich auch Begehrlichkeiten, und so haben gleich mehrere Familien ein großes Interesse daran, den Wüstenplaneten unter ihre Herrschaft zu bringen. Währenddessen träumt ein Herrschersohn von einem Spice Girl, und wie so oft in Sci-Fi- und Fantasy-Filmen sind Visionen gefährlich (Christian Stangl kann nach seiner Vision einer K2-Besteigung im Übrigen auch ein Lied davon singen.) Und schon geht alles durcheinander, dem jungen Mann brennt es wie Pfeffer unterm Hintern, um sich zu beweisen. Das alles wird begleitet von den schon angesprochenen atemberaubenden Bildern, für die man sich bei Kameramann Greig Fraser bedanken darf, und einem späten akustischen Höhepunkt in der Karriere des ewigen Hans Zimmer. Die Besetzung steht dem in Sachen Qualität nichts nach. Timothée Chalamet trägt die Bürde der Hauptrolle, an die so große Erwartungen verknüpft sind, mit Leichtigkeit, dazu ergänzen Rebecca Ferguson, Zendaya, Josh Brolin, Oscar Isaac, ein bis zur Unkenntlichkeit aufgedunsener Stellan Skarsgård, Dave Bautista, Jason Momoa, Javier Bardem und Charlotte Rampling den Allstar-Cast, und was soll ich sagen? Die Mischung schmeckt! Einer der ganz großen Höhepunkte dieses bislang so bitteren Kinojahres.


8,5 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Courtesy of Warner Bros. Picture/Courtesy of Warner Bros. Picture – © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc., Quelle http://www.imdb.com)

Tides (2021)

Regie: Tim Fehlbaum
Original-Titel: Tides
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Science Fiction, Drama
IMDB-Link: Tides


Filme, die darauf basieren, dass wir es als Menschheit einfach kollektiv verkackt haben und die Welt unbewohnbar oder zumindest ein verdammt ungemütlicher Ort geworden ist, gibt es ja so einige. In Zeiten drastischer Klimaveränderung und steigender Ressourcenknappheit ist dieses Topos allerdings so nah am Puls der Gegenwart wie noch nie. Tim Fehlbaum, ein aufstrebender Schweizer Filmemacher, hat sich diese Aktualität zunutze gemacht und einen düsteren Science Fiction-Film auf die Leinwand gebracht, der zeigt, was uns blüht, wenn wir den Zug verpassen. Denn dann vergammelt ein Teil der Menschheit als hirngewaschenes Kollektiv auf einem fernen Planeten, während die verbliebenen armen Hunde des Planeten, „Muds“ genannt, zivilisatorisch ins Mittelalter zurückgeschossen wurden – nur dass sie Feuerwaffen haben, was jetzt allerdings auch nicht unbedingt ein Merkmal entwickelter Zivilisation bedeutet. Es ist immer kalt, es ist immer nass und schlammig (das Wattenmeer als Schauplatz ist klug gewählt, es lässt den Menschen noch weiter wegrücken vom Menschsein), und man vegetiert halt so dahin. Atmosphärisch fühlte ich mich immer wieder an The Bad Batch erinnert, ob nun Sandwüste oder Schlammwüste ist auch schon egal. Allerdings wirft Tim Fehlbaum nicht jegliche konventionelle Storyline über Board, um seine Dystopie auszureizen, im Gegenteil: Die Handlung selbst rund um die wortwörtlich gestrandete Aufklärungsastronautin Blake (Nora Arnezeder) kann in Sachen Originalität mit den eindrucksvollen Bildern nicht mithalten und liefert schon bekannte Kost. Die ist jetzt nicht schlecht, aber eben leider etwas arg vorhersehbar. Dennoch ist „Tides“ ein Film, der die große Leinwand verdient und auch darauf genossen werden will.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: © Constantin Film/BerghausWoebke/Gordon Timpen, Quelle http://www.imdb.com)

Free Guy (2021)

Regie: Shawn Levy
Original-Titel: Free Guy
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Abenteuerfilm, Science Fiction, Komödie
IMDB-Link: Free Guy


Manche Rezepte sind wirklich einfach. Zum Beispiel jenes für Shawn Levys Komödie „Free Guy“: Man mixe Ready Player One mit „Stranger Than Fiction“, würze das mit ein wenig „The Truman Show“ und füge viel Ryan Reynolds (pur, nicht verwässert oder mit anderen Ingredienzen gestreckt) hinzu, und schon schmeckt die Suppe. Ein Level-Up für besondere Kreativität gibt es nicht, aber immerhin prächtige Unterhaltung mit einem grundsympathischen und beherzt aufspielenden Cast (darunter der aus „Stranger Things“ bekannte Joe Keery, ein überdrehter Taika Waititi oder Jodie Comer als Namen, den man sich merken muss – und wenn die Prognosen Recht behalten, dürfen wir sie dank ihrer Rolle im kommenden „The Last Duel“ auch in einigen Monaten während der Award-Season öfter mal unter den Nominierten sehen). Worum geht’s? Ganz einfach um einen NPC (Non Playing Character) eines Open World-Computerspiels, der eines Tages ein Eigenleben entwickelt und feststellt, dass er mehr sein möchte als nur eine sich stetig wiederholende Randfigur. Dass er zu dieser Einsicht kommt, verdankt er dem attraktiven MolotovGirl, das seine Codes ordentlich durcheinanderbringt. Diese ist in der Spielewelt Free City in eigener Mission unterwegs, und schon bald überschlagen sich die Ereignisse, und es geht um nichts Anderes als das digitale Überleben. Wie gesagt, die Idee – so witzig sie auch ist – erinnert schon sehr an die vorhin genannten Filme. Dennoch ist das alles so charmant und unterhaltsam umgesetzt, dass das nicht weiter stört. Im Gegenteil – in seinen stärksten Momenten entwickelt der Film die Ideen der Vorlagen weiter und ist da noch mal ein Stück weit konsequenter. Alles steht und fällt aber natürlich mit der Hauptfigur Guy, die bei Ryan Reynolds in den besten Händen ist. Der Mann wurde einfach geboren für solche Rollen: ein bisschen verpeilt, mit naivem Hundeblick und einem unschuldigen Lächeln auf den Lippen, während die Welt um ihn herum explodiert. Etwas anderes wollen wir eigentlich auch gar nicht von ihm sehen. Womit wir wieder bei den eingangs erwähnten einfachen, aber schmackhaften Rezepten wären.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat:: Photo by Alan Markfield/Photo by Alan Markfield – © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation, Quelle http://www.imdb.com)

Chappie (2015)

Regie: Neill Blomkamp
Original-Titel: Chappie
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Drama, Science Fiction, Action
IMDB-Link: Chappie


Mit dem oscarnominierten „District 9“ hat Neill Blomkamp einen der besten Science Fiction-Filme der letzten 15 Jahre vorgelegt. Meine Erwartungshaltung an „Chappie“ war dementsprechend positiv. Darin geht es um einen Polizeiroboter, der ein Eigenleben, eine Seele entwickelt und lernen muss, sich in einer harten, unbarmherzigen Welt zu behaupten. Ihm dabei zur Seite steht ein Verbrecherduo (Yolandi und Ninja von der südafrikanischen Elektro-Band Die Antwoord) und der Wissenschaftler Deon Wilson (Dev Patel). Die Gegenseite besteht aus Hugh Jackman, der sichtlich Freude daran hat, mal böse sein zu dürfen, und Sigourney Weaver. Das Herzstück des Films ist aber der Roboter Chappie, der tatsächlich als Projektionsfläche für allerlei Emotionen funktioniert. So geht der Film in seinen besten Momenten auch sehr an die Nieren und reißt den Zuseher mit. Allerdings hat „Chappie“ drei gewaltige Probleme: Erstens: Man hat das alles schon in den 80ern Jahren in „Nummer fünf lebt“ gesehen. „Chappie“ wirkt fast schon wie ein Remake des Kultklassikers und hat wenig eigene Ideen. Zweitens: Die beiden Nasen von Die Antwoord können einfach nicht spielen, so lustig sie auch aussehen. Aber neben ihren oscarnominierten Kollegen Weaver, Jackman und Patel (auch wenn die in diesem Film keine Glanzrollen hinlegen) gehen sie nicht nur komplett unter, vielmehr stören sie oft auch das Filmgeschehen mit ihrem unbeholfenen Spiel. Und drittens: „Chappie“ weiß nicht, ob er ein Plädoyer für Diversität und Selbstbestimmung sein möchte, oder ein harter Actionkracher. Der Versuch, beides zu sein, geht daneben, denn dadurch wird der Film unrund und anstrengend. So bleibt es bei vielen guten Ansätzen, die aber insgesamt keinen sonderlich guten Film ergeben. Sehenswert ist „Chappie“ dennoch, aber er verschenkt eben viel Potential und kommt nie auch nur ansatzweise in die Situation, am Stuhl von „District 9“ als Blomkamps Meisterwerk zu sägen.


5,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2015 CTMG, Inc. All rights reserved. Courtesy of Columbia Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

A Quiet Place 2 (2020)

Regie: John Krasinski
Original-Titel: A Quiet Place: Part II
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Horror, Thriller, Science Fiction
IMDB-Link: A Quiet Place: Part II


Wenn man in Deutschland jemand auffordern möchte, leise zu sein, tut man das in der Regel mit einem „Pssst!“. Das funktioniert in Österreich auch, aber wir Wiener haben da mal wieder kreativere Wörter und Ausdrucksweisen gefunden, die man stattdessen verwenden kann. Ein herzhaftes „Gusch, du Heisl!“ böte sich da an. Auch ein grantiges „Sei stad!“ erfüllt den Zweck. Nicht zu verwechseln übrigens mit dem Wort „hocknstad“ als Synonym für „arbeitslos“. Ja, Sprache schlägt manchmal wunderliche Kapriolen. Jedenfalls kann man das „Gusch!“ nur allen Protagonist:innen von „A Quiet Place 2“ mitgeben, aber man muss das nicht unbedingt tun, denn der Film setzt nahtlos den ersten Teil fort, und insofern wissen Emily Blunt & Co. schon Bescheid. Selbst das leiseste Geräusch kann das letzte sein, was du in dieser Welt machst. Denn die ist ziemlich entvölkert bzw. bevölkert von fiesen Außerirdischen, die zwar blind wie Maulwürfe sind, aber dafür ein besseres Gehör als meine Katzen haben, wenn ich die Lade öffne, in der sich die Leckerlis befinden. „A Quiet Place 2“ fügt der (interessanten) Ausgangsbasis des ersten Teil nicht viel Neues hinzu. Das macht aber nichts. Denn der Film funktioniert über den nervenzerfetzenden Spannungsbogen und die geniale unterlegte Geräuschkulisse. Jedes Knirschen eines Fußes auf dem Kies kann zur Todesfalle werden. Schön ist, dass die gehörlose Tochter Regan (großartig gespielt von der tatsächlich gehörlosen Millicent Simmonds) hier die Hauptlast des Handlungsstranges wuchtet, denn gerade mit ihrem Charakter fiebert man aufgrund ihres Defizits besonders mit. Dafür hätten den nervigen Sohn (Noah Jupe) gerne gleich zu Beginn die Monster holen können. Aber gut. Ein fetzendeppertes Kind braucht jeder Horrorfilm. Und natürlich ist auch dieser Film nicht frei von (teils auch gröberen) Logiklöchern – auch etwas, was fast alle Horrorfilme vereint. Ist „A Quiet Place 2′“ nun besser oder schlechter als der Vorgänger? Ich würde sagen, die beiden Filme bewegen sich auf einem sehr ähnlichen Niveau. Während der erste Teil noch mehr die Schrecken der Welt erkundet hat, handelt der zweite Film mehr von einem Zurückerobern des verlorengegangenen Lebensraums und erzählt damit die Geschichte konsequent weiter. Sauspannend sind beide Filme, also gibt es für beide auch die gleiche Wertung.


7,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Photo Credit: Jonny Cournoyer – © 2019 Paramount Pictures, Quelle http://www.imdb.com)

Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone (2018)

Regie: Wes Ball
Original-Titel: Maze Runner: The Death Cure
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Science Fiction, Action, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Maze Runner: The Death Cure


Teil 2 der „Maze Runner“-Trilogie war eine ziemliche Zumutung, und man sollte meinen, dass es danach nur bergauf gehen könne. Aber falsch gedacht. Das Chaos, das Wes Ball im zweiten Teil im Kopf der Zuseher gestiftet hat, findet in Teil 3 seine konsequente Fortsetzung, und schnell wird klar, dass die eigentlich interessante Eingangsprämisse aus Teil 1 vollends gekübelt wird zu Gunsten eines Actionfeuerwerks, das wirklich niemand gebraucht hat. Beim Zusehen beschleicht einen das Gefühl: Die Produzenten haben das Ding zu Ende gebracht, weil es immer noch ein bisschen Geld einspielt und der harte Kern der Fanbase, der tatsächlich bis zum Schluss durchgehalten ist, sonst nervös wird. Story? Brauchen wir nicht. Es reicht, wenn es fetzt und kracht und am Ende Häuser einstürzen und die hölzernen Protagonistinnen und Protagonisten bedeutungsvoll ins Leere blicken können. Emotionen hätten dem Film wohl gut getan, doch soweit kommt es an keiner Stelle, wurscht, wer gerade ins Gras beißt. Selbst das dramatische Finale löst bestenfalls Schulterzucken aus – zu egal ist einem das ganze Tschimmbumm geworden. Da kann sich das Drehbuch noch so sehr bemühen, Kapriolen zu drehen und Twists wie Maschinengewehrsalven rauszuschießen – man ist dessen irgendwo zwischen Teil 1 und Teil 2 einfach müde geworden. Und ganz ehrlich: Ein Drehbuch, das versucht, nur über möglichst unvorhersehbare Twists zu punkten, die sich auch noch gegenseitig ständig übertrumpfen müssen, kaschiert damit mehr schlecht als recht nur die eigene Leere. Wes Ball hat mich mit seiner Trilogie jedenfalls nur von einem überzeugen können: Keinen Wes Ball-Film mehr in absehbarer Zukunft sehen zu wollen. Operation gelungen, Patient tot.


3,0 Kürbisse

(Bildzitat: Photo by Photo Credit: Courtesy Twentieth – © TM & © 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. Quelle http://www.imdb.com)

Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (2015)

Regie: Wes Ball
Original-Titel: Maze Runner: The Scorch Trials
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Science Fiction, Action, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Maze Runner: The Scorch Trials


Während der erste Teil der Maze Runner-Trilogie noch ganz gut vom Mysterium, das das Labyrinth, in dem Thomas (Dylan O’Brien) und seine Gefährten eingesperrt waren, lebte, versinkt die Geschichte ab Teil 2 in völliger Konfusion. Science Fiction-Dystopie meets Zombie-Horror meets Rebellensaga meets Action-Film mit Möchtegern-Mad Max-Ambiente meets Kriegsfilm meets was weiß ich noch was. Den Inhalt auch nur ansatzweise nachzuerzählen, sprengt jeglichen Rahmen. Die Autoren auf Wikipedia brauchten nicht weniger als 1.300 Wörter, um das alles zusammenzufassen. Ich habe schon Erzählungen geschrieben, die kürzer waren, und ich neige prinzipiell zum Schwafeln. Aber grob zusammengefasst: Alles rennet, rettet, flüchtet. Wer wem nachläuft oder vor wem davonläuft, ist ab einem bestimmten Punkt des Films eh schon egal, da gefühlt nicht einmal die Drehbuchautoren selbst den Überblick behalten konnten. Die Wendungen, die überraschen und Spannung aufbauen sollen, geraten ins Lächerliche. Der Film hat alle Probleme, die Filme haben, die ganz einfach zu viel wollen. Das olympische Motto „Höher. Schneller. Weiter.“ ist halt nicht auf alles gleichermaßen anzuwenden. Und so stellt sich bald gepflegte Langeweile ein. Für die einzigen Unterhaltungsmomente sorgen absurde und unfreiwillig komische Handlungsstränge oder Szenen, die einfach keinen Sinn machen oder völlig over the top sind. Der zweite Teil der Trilogie ist der beste Beweis, wie man möglichst schnell eine an sich interessante Ausgangsidee komplett gegen die Wand fahren kann. Und Spoiler: Der dritte Teil kriegt die Kurve dann auch nicht mehr – im Gegenteil.


3,5 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)

Regie: Wes Ball
Original-Titel: The Maze Runner
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Science Fiction, Action, Abenteuerfilm
IMDB-Link: The Maze Runner


„The Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ von Wes Ball, Auftakt zu einer dystopischen Trilogie, hat eine sehr interessante Prämisse: Verwirrter Jugendlicher (und ausnahmsweise sind’s mal nicht die Hormone) wacht in einer Art Park auf, der von einem gewaltigen Labyrinth umschlossen ist. In diesem Park lebt eine Gemeinschaft von Jungs, die natürlich gleich mal wissen möchte, wie der Neuankömmling heißt. Und da haben wir schon das erste Problem: Der Bursche (gespielt von Dylan O’Brien) weiß erst einmal gar nichts, nicht einmal seinen Namen. Und warum er hier ist und was das alles überhaupt soll, das weiß er noch weniger. Aber zumindest gibt es ein paar erfahrene Survival-Experten hier (u.a. Thomas Brodie-Sangster und Will Poulter), die dem Neuling mal die ersten Tipps mitgeben. Warum das Labyrinth existiert, versteht hier keiner – außer, dass es gefährlich ist und noch nie jemand lebend den Ausgang gefunden hat. Als dann schließlich noch Teresa (Kaya Scodelario) in die Menge der Burschen geworfen wird, ist die Verwirrung komplett. So weit, so gut. Das Problem des Films ist nur: Je mehr man von den Hintergründen erfährt, desto fader wird die Geschichte. Auch sind die Darsteller/innen nicht charismatisch genug, um die Schwächen der Story zu übertünchen. Und so ist „The Maze Runner“ eine x-beliebige Jugend-Dystopie ohne besonderen Reiz. Zwar gut gemacht und durch die Ausgangslage interessant genug, sodass man bis zum Schluss dabei bleibt und dabei unterhalten wird, aber eben nichts Außergewöhnliches. Immerhin allerdings mit Abstand der stärkste Film der Trilogie – und das will was heißen. Also – prepare yourself. Die nächsten Beiträge dieses Blogs werden schirch.


5,5 Kürbisse

(Bildzitat: © 2014 – Twentieth Century Fox Film Corporation, Quelle http://www.imdb.com)

I Am Legend (2007)

Regie: Francis Lawrence
Original-Titel: I Am Legend
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Drama, Thriller, Horror, Science Fiction
IMDB-Link: I Am Legend


Es ist irgendwie deppert, wenn man der einzige Überlebende in New York ist, das ansonsten nur von ungustiösen Zombies bevölkert wird. Und es noch depperter, wenn man es als Wissenschaftler in der Hand gehabt hätte, das Schlamassel zu verhindern, aber daran gescheitert ist. Und noch dazu die ganze Familie verloren hat. Nur noch die treue Schäferhündin Samantha hält die Stellung in Robert Nevilles Kampf gegen die Dämonen – die eigenen und die da draußen. Will Smith spielt diesen zerrissenen Survival-Experten gewohnt charismatisch, auch wenn ihm der Schäferhund immer wieder die Show stiehlt. Aber so ist das eben mit Hunden am Set, dagegen hast du selbst als Superstar keine Chance. „I Am Legend“ ist dennoch lange Zeit eine Will Smith-Soloshow, ehe der Film gegen Ende hin ein paar nötige Kapriolen schlägt, um die Geschichte vorwärts und zu einem Ende zu bringen. Über dieses lässt sich dann trefflich streiten, aber der Weg dahin ist spannend inszeniert. Insgesamt zementiert „I Am Legend“ den Legendenstatus von Will Smith wohl weniger, als er das im Sinn gehabt hätte, aber als spannender Unterhaltungsfilm ist er schon in Ordnung. Und das verwahrloste New York, das von Hirschen und anderen Wildtieren zurückerobert wird, ist ein Hingucker und atmosphärisch dicht umgesetzt. Allein dafür lohnt sich die Sichtung schon mal.


6,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)