Shawn Levy

The Adam Project (2022)

Regie: Shawn Levy
Original-Titel: The Adam Project
Erscheinungsjahr: 2022
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: The Adam Project


Shawn Levy und Ryan Reynolds – das funktioniert. In Free Guy haben der Regisseur und der unerwartete Superstar schon auf höchst unterhaltsame Weise kollaboriert, und „The Adam Project“, ihr nächstes gemeinsames Baby, stürmt via Netflix die Streaming-Charts weltweit. Inhalt und Cast lesen sich auch vielversprechend: Cooler Typ (Ryan Reynolds wie immer als Ryan Reynolds) aus der Zukunft trifft via Zeitreise auf sein 12jähriges Ich (Jungdarsteller Walker Scobell spielt gekonnt einen jungen Ryan Reynolds, der mal Ryan Reynolds spielen wird), und gemeinsam müssen die zukünftige Katastrophen abwenden. Mit dabei: Hollywoodgrößen wie Jennifer Garner, Mark Ruffalo, Zoe Saldana und Catherine Keener. Klingt nach einem gemütlichen Popcorn-Abend. Und ja, auf dieser Ebene funktioniert der Film auch. Kopf ausschalten, Popcorn reinschieben und entspannen. Konzentriert bei der Sache bleiben muss man nicht, denn man kann sich darauf verlassen, dass die Handlung bei jeder Kreuzung genau dort abbiegt, wo man es auch erwartet. Aber okay, das muss noch kein Qualitätskriterium sein. Wirklich ärgerlich ist, dass der Film sein Zeitreisethema komplett verschenkt. Dass der alte Ryan Reynolds aus der Zukunft kommt, ist tatsächlich für die Handlung des Films irrelevant. Der Film könnte exakt genauso funktionieren, wenn Reynolds Adam einfach nur ein Geheimagent wäre, der irgendwas in die Luft sprengen muss und von einer bösen Macht gejagt wird. Ein Bewerbungsschreiben für den nächsten James Bond ist das aber dennoch nicht – dafür ist Reynolds eben zu sehr Reynolds. Der Film verlässt sich zu sehr auf seinen Charme und seine derzeitige Strahlkraft, um das Publikum vor den Fernseher zu bekommen. Ein vernünftiges Drehbuch hätte dem Film aber gutgetan. So ist „The Adam Project“ einfach nur Netflix-Durchschnittskost, die schon bald wieder vergessen sein wird – Platz 1 in den Streaming-Charts hin oder her.


5,0 Kürbisse

(Bildzitat: Quelle http://www.imdb.com)

Free Guy (2021)

Regie: Shawn Levy
Original-Titel: Free Guy
Erscheinungsjahr: 2021
Genre: Abenteuerfilm, Science Fiction, Komödie
IMDB-Link: Free Guy


Manche Rezepte sind wirklich einfach. Zum Beispiel jenes für Shawn Levys Komödie „Free Guy“: Man mixe Ready Player One mit „Stranger Than Fiction“, würze das mit ein wenig „The Truman Show“ und füge viel Ryan Reynolds (pur, nicht verwässert oder mit anderen Ingredienzen gestreckt) hinzu, und schon schmeckt die Suppe. Ein Level-Up für besondere Kreativität gibt es nicht, aber immerhin prächtige Unterhaltung mit einem grundsympathischen und beherzt aufspielenden Cast (darunter der aus „Stranger Things“ bekannte Joe Keery, ein überdrehter Taika Waititi oder Jodie Comer als Namen, den man sich merken muss – und wenn die Prognosen Recht behalten, dürfen wir sie dank ihrer Rolle im kommenden „The Last Duel“ auch in einigen Monaten während der Award-Season öfter mal unter den Nominierten sehen). Worum geht’s? Ganz einfach um einen NPC (Non Playing Character) eines Open World-Computerspiels, der eines Tages ein Eigenleben entwickelt und feststellt, dass er mehr sein möchte als nur eine sich stetig wiederholende Randfigur. Dass er zu dieser Einsicht kommt, verdankt er dem attraktiven MolotovGirl, das seine Codes ordentlich durcheinanderbringt. Diese ist in der Spielewelt Free City in eigener Mission unterwegs, und schon bald überschlagen sich die Ereignisse, und es geht um nichts Anderes als das digitale Überleben. Wie gesagt, die Idee – so witzig sie auch ist – erinnert schon sehr an die vorhin genannten Filme. Dennoch ist das alles so charmant und unterhaltsam umgesetzt, dass das nicht weiter stört. Im Gegenteil – in seinen stärksten Momenten entwickelt der Film die Ideen der Vorlagen weiter und ist da noch mal ein Stück weit konsequenter. Alles steht und fällt aber natürlich mit der Hauptfigur Guy, die bei Ryan Reynolds in den besten Händen ist. Der Mann wurde einfach geboren für solche Rollen: ein bisschen verpeilt, mit naivem Hundeblick und einem unschuldigen Lächeln auf den Lippen, während die Welt um ihn herum explodiert. Etwas anderes wollen wir eigentlich auch gar nicht von ihm sehen. Womit wir wieder bei den eingangs erwähnten einfachen, aber schmackhaften Rezepten wären.


7,5 Kürbisse

(Bildzitat:: Photo by Alan Markfield/Photo by Alan Markfield – © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation, Quelle http://www.imdb.com)