Susan Seidelman

Die Teufelin (1989)

Regie: Susan Seidelman
Original-Titel: She-Devil
Erscheinungsjahr: 1989
Genre: Komödie
IMDB-Link: She-Devil


Bittersüße Rachegeschichten verzücken uns oft sehr. Was das über Moral und Anstand und die innere Wertehaltung aussagt, sei dahingestellt, aber wer hat nicht lauthals gejubelt, als zum Beispiel Bill in „Kill Bill“ sein gerechtes Ende gefunden hat? Wer hat nicht dem Gladiator Maximus seine Rache am bösen Imperator Commodus vergönnt? Und dass John Wick auszuckt, weil jemand seinen Hund ermordet, ist absolut nachvollziehbar. Es gibt also etwas in uns, das eine tiefe Befriedigung empfindet, wenn moralische Menschen amoralische Dinge tun, um erfahrenes Leid kosmisch auszugleichen. Ruth Patchett (Roseanne Barr) ist so eine moralische Frau. Mutter zweier Kinder, aufopfernde Ehefrau, von Selbstzweifeln geplagt – und dann bandelt der Göttergatte einfach mit einer Rosemunde Pilcher-Romane schreibende Bestsellerautorin (Meryl Streep in ihrer ersten komödiantischen Rolle) an und verlässt Ruth und die Kinder, um fortan in der Luxusvilla der Affäre die Annehmlichkeiten des Whirlpools zu genießen. Klar kann man da schon mal auszucken. Und Ruth schmiedet einen perfiden Plan, um dem ehemaligen Traummann seinen absoluten Albtraum zu bescheren. Leider ist „Die Teufelin“ für eine Komödie recht unlustig. Die Gags beruhen auf dramatisierenden Übertreibungen und Overacting, es fehlt das Gefühl für Timing, und unterm Strich ließ mich das Schicksal aller Figuren, da jede auf ihre Weise nervig war, ziemlich kalt. Für mich funktioniert der Film leider nicht, auch wenn ich ihn gerne gemocht hätte.


3,5 Kürbisse

(Bildzitat: © Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc, Quelle http://www.imdb.com)