Yulene Olaizola

Tragic Jungle (2020)

Regie: Yulene Olaizola
Original-Titel: Selva trágica
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Drama
IMDB-Link: Selva trágica


Der letzte Viennale-Film in diesem Jahr, und ich hätte mir keinen besseren Film dafür aussuchen können als „Tragic Jungle“ von Yulene Olaizola, entführt dieser doch in eine fremde, mysteriöse Welt, die man vorrangig auf Filmfestivals abseits des Mainstreams kennenlernen kann. Der Dschungel ist dicht und voller Gefahren. Vor allem für Agnes (Indira Rubie Andrewin), die gerade noch dem britischen Großgrundbesitzer entkommen ist, der sie heiraten wollte und nach der Abweisung nun Jagd auf sie macht. Verletzt wird sie von spanischen und mexikanischen Arbeitern gefunden, die durch die Ernte und den Verkauf von Kautschuk den großen Reibach machen möchten. Es sind die 1920er Jahre im Dschungel von Mexiko, das Leben ist hart und entbehrlich. Das Auftauchen der jungen und attraktiven Frau bringt die Dynamik im Camp der Arbeiter gehörig durcheinander. Doch bald stellt sich die Frage: Wer oder was ist die eigentliche Bedrohung hier? „Tragic Jungle“ ist ein Spiel mit Mythen, mit menschlichen Abgründen, Begehrlichkeiten, Fantasien und Träumen und der Suche nach Reichtum, die alles Andere zu überschatten droht. Ein sinnlicher Film, indem der Dschungel so undurchdringlich ist wie Agnes‘ Miene. Yulene Olaizola würzt den Film mit einer gehörigen Portion Spannung, die in dem fremdartigen Setting gut zur Geltung kommt. Das sind die Filme, für die sich Kino wirklich lohnt, ermöglicht die große Leinwand schließlich das komplette Eintauchen in eine Welt voller Magie und Rätsel. Dass der Film mit dem Jurypreis der Standard-Publikumsjury ausgezeichnet wurde, ist gut nachvollziehbar und verdient.


7,5
von 10 Kürbissen

(Foto: (c) Viennale)