Ich, Daniel Blake (2016)

Regie: Ken Loach
Original-Titel: I, Daniel Blake
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Drama
IMDB-Link: I, Daniel Blake


Der Gewinner der Goldenen Palme 2016 in Cannes. Jener Film, der u.a. den hochgelobten „Toni Erdmann“ hinter sich gelassen hat. Ein britisches Sozialdrama, das den Spuren eines einfachen Mannes in Newcastle auf dem Weg durch den Behördendschungel folgt, soll besser sein als die pompöse Neuerfindung des deutschen Films? Ja, sind die denn alle wahnsinnig dort unten in Cannes? Zu lange auf den Yachten unter der Sonne gebrutzelt? Zu viel Kokain geschnupft?

Nein.

„I, Daniel Blake“ von Altmeister Ken Loach ist der menschlichste, ehrlichste, wahrhaftigste Film, den ich seit langem gesehen habe. Er ist komisch und abgrundtief traurig, er ist zynisch und mitfühlend, er schnappt sich einfach das Leben, stopft es in die Kamera, wirft es auf die Zuseher hin und sagt: „Da. Hier habt ihr es. So ist es.“ Und man muss lachen und weinen, manchmal gleichzeitig. Daniel Blake, auf so wunderbar warmherzige Weise verkörpert von Dave Johns, ist der größte Held der jüngeren Filmgeschichte. Da können keine Superhelden mithalten mit so viel Herzenswärme und Courage. Ein Mann kämpft um seine Würde, um sein Recht in einem unerbittlichen, zynisch-kalten System, in dem jene am Rand einfach runterfallen und sich nicht dagegen wehren können. Das Wunderbare an dem Film ist, dass Daniel Blake auch für Andere kämpft, dass ihm Freundschaft wichtiger ist als das eigene Befinden, dass er treu und gut ist. Daniel Blake ist ein Mensch. Darum geht es in diesem Film. Um uns Menschen und um das, was uns definiert, und wie wir unsere Menschlichkeit bewahren in einem System, in dem diese unterdrückt zu werden droht. Schon jetzt ein absolutes Highlight des neuen Kinojahres, und es wird schwer werden, diesen Film noch zu toppen.


9,0
von 10 Kürbissen

(Foto: Luna)

2 Kommentare

  1. „Das Wunderbare an dem Film ist, dass Daniel Blake auch für Andere kämpft, dass ihm Freundschaft wichtiger ist als das eigene Befinden, dass er treu und gut ist. Daniel Blake ist ein Mensch.“

    Definiert uns nicht eher das Gegenteil als menschlich, wie es bereits Falco besungen hat?

    Liken

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