River’s Edge (2018)

Regie: Isao Yukisada
Original-Titel: Ribazu Ejji
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama
IMDB-Link: Ribazu Ejji


In Japan schreit man sich an. Selbst wenn man gerade flüsternd ein Geheimnis miteinander teilen möchte. Man brüllt. Und fuchtelt dabei mit den Armen. Und brüllt noch lauter. Daran muss man sich gewöhnen, wenn man einen japanischen Film ansieht. Aber wenn das erst einmal geschafft ist und man diese Hürde übersprungen hat, gibt’s oft sehr Erbauliches zu sehen. Wie beispielsweise Isao Yukisadas „River’s Edge“, das auf einem Manga der 90er Jahre basiert. Im Manga wie im Film wird das Leben einiger Teenager beleuchtet, allesamt irgendwie Außenseiter und/oder mit Problemen beladen. Yamada ist schwul und wird von Kannonzaki gemobbt. Trost findet er bei einer Leiche, die er vor einem Jahr im hohen Schilf am Flussufer gefunden hat. Kannonzaki wiederum ist der Freund von Haruna, die im Zentrum der Erzählung steht. Haruna ist eine Suchende, doch wonach sie genau sucht, weiß sie wohl selbst nicht. Mit Yamada findet sie aber zumindest mal einen Freund und eine Vertrauensperson. Rumi ist eine gute Freundin von Haruna. Doch was Haruna nicht weiß ist, dass Rumi mit Kannonzaki ins Bett steigt. Mit Kozue findet Haruna aber bald eine neue Freundin. Kozue ist eine Vertraute von Yamada, ein Model, das nebenbei in die Schule geht (statt umgekehrt), und das ebenfalls vom Geheimnis der Leiche weiß. Und dann wäre da noch Tajima, die Freundin von Yamada. Sie liebt ihn fanatisch und weiß nichts von seiner Homosexualität. Er wiederum lässt die Beziehung zu, da sie eine gute Tarnung bietet. Und schon ist alles beisammen für eine Reise in die finstersten Abgründe des Aufwachsens. Am Ende haben irgendwie alle einen Klescher in diesem Film, aber Yukisada belässt es bei der versöhnlichen Erkenntnisse, dass diese Verwundungen wohl zum Erwachsenwerden dazugehören, und dass diese auch heilen können, selbst wenn Narben zurückbleiben. Insgesamt ist der Film vielleicht einen Tick zu lang, und europäische Zuseher werden sich mit dem japanischen Hang zur Überdramatisierung gelegentlich etwas schwer tun. Dennoch ist „River’s Edge“ ein durchaus gelungener Film, der über die gesamte Laufzeit hinweg interessant und unterhaltsam bleibt.


6,5
von 10 Kürbissen

(Foto: Viennale)

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